Frage von mary251, 59

Geldanlage für Enkelkind

Großvater legt einen Geldbetrag für einige Jahre für seinen Enkel an. Kurz vor dem 18.Geburtstag wird der Betrag an auf Girokonto der Tochter überwiesen, da Enkel nicht den Anschein erweckt mit dem Geld entsprechend der angedachten Verwendung (Ausbildung, Studium) um zu gehen. Stellt dies steuerlich ein Problem dar ?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo mary251,

Schau mal bitte hier:
Steuern

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 48

Wenn das Konto auf den Namen des Enkels lautet (Einrichtung erfolgte mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten bzw. eines Vormundes), dann handelt es sich bei Einlagen in diesem Konto (z.B. Spareinlagen, Wertpapierkäufe) um Schenkungen an den Enkel. Die Schenkung könnte auch mit der Auflage, dies für Ausbildung/Studium zu verwenden, erfolgt sein - hätte dann jedoch eine notarielle Beurkundung bedeutet.

Die steuerliche Seite wird dem Enkel zugerechnet, der Kapitalerträge daraus versteuern muß bzw. unter dem Sparerpauschbetrag oder einer NV-Bescheinigung steuerfrei einstecken kann. In diese, Fall darf der Großvater (auch wenn er verfügungsberechtigt wäre) nicht einfach den Betrag auf ein anderes Konto ohne die Zustimmung er Erziehungsberechtigten des Enkels (i.d.R. der Eltern) vornehmen, da er in den Vermögensbereich des Kindes eingreift. §519, §528 und §530 BGB sehen auch den Widerruf der Schenkung vor, jedoch ist dies nur in eng gesteckten Grenzen möglich.

Wenn das Konto auf den Großvater lautetet, dann wurden auch steuerliche Aspekte vomn Großvater behandelt. Sofern also kein Treuhandvertrag (Schenkung wie oben) oder ein notariell beurkundetes Schenkungsversprechen vorliegt, gehört das Konto dem Großvater und er hat das Geld zwar zur Seite gelegt, kann jedoch nach Belieben darüber verfügen. Dieser Sachverhalt besteht also, wenn der Großvater einfach für sich ein Sparkonto anlegt, etwas darauf einzahlt, und dem Beschenkten zu einem gewissen Zeitpunkt das Sparbuch als Geschenk überreicht. Erst mit Übergabe ist das Sparbuch dann eine Schenkung.

Daher:

  • Wem gehörte das Konto?

  • Gab es Schenkungsverträge notarieller Art?

Damit läßt sich der Sachverhalt einfach klären.

Antwort
von mary251, 39

Vielen Dank für die Antwort vorab. Das Konto lautet auf den Enkel. Die Anlage war für die Ausbildung gedacht. Jetzt wurde das Geld an die Tochter transferiert (aus genannten Gründen). Kann man das auch noch quasi nachrtäglich als Schenkung an die Tochter laufen lassen ? Der Enkel hatte ja bis dato einen Steuerfreibetrag. Jetzt taucht das Geld aber bei der Tochter auf .

Kommentar von gandalf94305 ,

Das geht so nicht. Hier hat ein Dritter über das Vermögen des Enkels verfügt und dieses der Tochter übertragen.

Wenn allerdings die Tochter nun auch die Mutter ist, kann man vermuten, daß die Mutter des Enkels nun quasi treuhänderisch über das Konto des Enkels wachen soll, damit es zweckgerecht eingesetzt wird. Da die Mutter zugleich Erziehungsberechtigte und Begünstigte wäre, müßte wohl ein Ergänzungspfleger eingeschaltet werden, wenn es um interessante Summen geht.

Um welchen Betrag geht es denn eigentlich?

Antwort
von Privatier59, 37

für seinen Enkel an

Diese Umschreibung ist von markanter Transparenz:

Was soll denn "für" den Enkel bedeuten? Ist Kontoinhaber den Enkel selber gewesen? Dann würde das Geld dem Enkel gehören und der Opa dürfte garnicht mehr darüber verfügen.

Wenn der Opa weiter Kontoinhaber gewesen ist, dann ist die Anlage "für" den Enkel lediglich ein Motiv ohne jede rechtliche Bedeutung.

Wie sich das steuerlich darstellt? Es handelt sich um eine Zuwendung ohne Gegenleistung und die nennt man gemeinhin Schenkung. Schenkungsteuer entsteht nur, wenn einem Kind innerhalb von 10 Jahren Werte von mehr als 400.000 Euro zugewendet wurden. Ob das der Fall ist, wissen wir nicht.

Kommentar von EnnoBecker ,

So siehts aus.

Kommentar von blackleather ,
Opa dürfte garnicht mehr darüber verfügen.

Da sind aber viele Möglichkeiten denkbar, von denen wir wegen der spärlichen Angaben im Sachverhalt gar nicht die wahrscheinlichste erkennen können.

Schenkung unter Auflage?

Schenkung unter aufschiebender Bedingung?

Schenkungsversprechen?

Antwort
von EnnoBecker, 30
für seinen Enkel an

Früher konnte man einfach so ein Konto auf Namen und Rechnung eines Kindes eröffnen. Das geht aber schon lange nicht mehr, heute müssen die Eltern zustimmen.

Die Frage ist daher, hat er auf seinen (!) Namen gespart mit dem Motiv, sein Erspartes mal dem Enkelkind zu schenken oder hat er tatsächlich ein Konno des Enkels bedient? (Und damit die Schenkung ratielich vollzogen).

Davon hängt es nämlich ab, wie die Überweisung an die Tochter zu bewerten ist.

Kommentar von blackleather ,

für seinen Enkel an

Wir hatten doch hier letztens eine Frage zur Treuhänderschaft, wo allerdings der Treuhänder minderjährig war (Hier unterstelle ich ohne nähere Informationen, dass Opa schon volljährig ist).

Da kommt mir doch gleich der Gedanke, ob sowas hier auch vorliegen könnte: Opa separiert von seinem eigenen Vermögen einen bestimmten Teil und wendet diesen im selben Moment dem Enkel zu. Das separierte Geld lässt er aber (in verdeckter Treuhand) auf einem Konto, das auf den Namen "Opa" läuft, dessen Eigentümer aber "Enkel" ist.

Dass das steuerrechtlich natürlich alles kalter Kaffee ist, ist mir bewusst.

Kommentar von EnnoBecker ,
kalter Kaffee

Richtig, wir sind hier im § 39 AO.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten