Frage von LebVersi, 149

Altersvorsorge für Enkel mit regelmäßigem Kauf von 10-Gramm-Goldbarren? Minigoldkauf sinnvoll?

Wie wäre es, wenn ich die Altersvorsorge für meine Enkel mit regelmäßigem Kauf von kleinen 10-Gramm-Goldbarren machen würde? Sozusagen ein Minigoldkauf, was haltet Ihr davon ? Danke.

Antwort
von cedros, 138

Mit ein bisschen ökonomischen Grundlangen-Wissen ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Anlage in Gold eben keine Glaubensfrage (wie hier ironischerweise alle zu glauben scheinen), sondern lässt sich sehr rational beantworten. Der Preisverfall Anfang der 80er Jahre wird oft als abschreckendes Beispiel herangezogen. Allerdings sollte man schon einmal hinterfragen, wass denn der Hintergrund dieses Preisverfalls war. Die Zinsen wurden damals von den Zentralbanken massiv angehoben. Diese Maßnahme würde heute aufgrund des vielfach höheren Verschuldungsgrades zwangsläufig mit einem völligen Zusammenbruch der Wirtschaft und massiven Enteignungen einhergehen. Man kann also davon ausgehen, dass die hier empfohlenen Produkte (von Aktienfonds bis Lebensversicherung) dabei einen massiven Wertverlust erleiden und - je nach Produkt - z.T. auch völlig wertlos werden würden. Da jeder Politiker, der das unterstützt wohl um sein leibliches Wohl fürchten müsste, ist dieses Szenario allerdings nicht besonders realistisch.

Weiter möchte ich hier jetzt nicht ausholen. Kurz: in Zeiten negativer Realverzinsung und unsicherer Währungsentwicklung ist Gold (und auch andere Sachwerte) die beste Möglichkeit der Kaufkraftsicherung. Und zwar physisches Gold (das ist wichtig, da sich auch Gold zu einem Mindestreservesystem entwickelt hat).

Man liest hier auch immer wieder, dass Gold nicht fungibel sei. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie man zu diesem Schluss kommen kann. Es gibt wohl kein anderes Gut, dass immer und überall so gut handelbar ist. Natürlich kann man damit nicht an der Supermarktkassa bezahlen. Aber da hätte man mit einem Aktionfonds wohl auch seine Probleme. Gold ist Geld im ursprünglichen Sinn, weil es die dafür erforderlichen Eigenschaften (das sind v.a. Transportierbarkeit, Teilbarkeit, Haltbarkeit, Wertdichte, Einheitlichkeit) am besten erfüllt. Daher wird es - zumindest in absehbarer Zeit - auch immer einen liquiden Markt dafür geben.

Von 10 Gramm Barren würde ich allerdings auch eher abraten. Die Aufschläge sind hier doch noch relativ hoch. Als kleinste Einheit würde ich 1 Unze empfehlen. Hier liegt der Spread zwischen Kauf- und Verkaufspreis schon im niedrigen einstelligen Prozentbereich, auch bei Anlagemünzen. Und die sind dann auch schöner anzuschauen.

Antwort
von Kevin1905, 112
Wie wäre es, wenn ich die Altersvorsorge für meine Enkel mit regelmäßigem Kauf von kleinen 10-Gramm-Goldbarren machen würde?

Wieso kein Aktienfonds? Wie alt ist denn der Enkel?

Antwort
von Springbutterfly, 103

Grundsätzlich ist eine Anlage in Edelmetalle denkbar, aber alles würde ich nicht da rein investieren. Die Gründe, die dagegen sprechen, wurden hier schon mehrfach genannt, ein Depot mit einem Aktienfondssparplan ist sicher die sinnvollere Alternative.

Statt Minigoldkauf könnte aber eine regelmäßige Investition in Silbermünzen sinnvoll sein, als Ergänzung zum Fondssparplan. Von den Münzen gibt es unterschiedliche und nette Motive, man hat was in der Hand, das wie Geld aussieht und der Preis folgt mehr oder weniger dem Goldpreis - auf deutlich niedrigerem Niveau.

Antwort
von Niklaus, 79

Wenn ich ehrlich halte ich überhaupt nichts davon. Gold ist zu eine, Spekulationsobjekt verkommen. Bringt kein Zinsen und kostet in der Aufbewahrung sogar noch Geld.

Eine der besten Möglichkeiten, für sein Kind zu sparen ist einen Fondssparplan mit Investmentfonds einzurichten. Bei der langen Laufzeit am besten sogar aus reinen Aktienfonds. Will man die Vorsorge über seinen Tod absichern wollen, ist eine zusätzliche Risikolebensversicherung möglich. So ein Fondssparplan kann man quasi für das ganze Leben brauchen. Entnahmen für den Führerschein und das erste Auto, sind ebenso möglich wie die Kompensation von finanziellen Engpässen während dem Studium oder der Berufsausbildung. Wenn der Sprößling dann selbst Geld verdient, kann er den Sparplan weiter nutzen für seine Altersvorsorge. Bei dem Sparplan sind Aktienfonds zu bevorzugen wegen der vermutlich längeren Laufzeit. Fondssparpläne gibt es bereits für eine Mindesteinzahlung ab 25 € pro Monat. Verfügbarkeit, Erhöhung, Reduzierung oder Kündigung, keine feste Laufzeit, keine Stornokosten. Aktienfonds haben nachweislich alle anderen Anlageformen in Bezug auf Rendite und Sicherheit weit übertroffen. Aktienfonds sind sehr gut diversifiziert, weil sie viele Aktien im Portfolio haben. Die Anlage ist inflationsgeschützt, da Aktien Sachwerte sind und auch insolvenzgeschützt, weil Aktienfonds Sondervermögen sind. Aktienfonds schwanken, weil die Märkte volatil sind, aber das hat nichts mit Sicherheit zu tun. Zu einem Bausparvertrag einer Ausbildungsversicherung und zu ETFs würde ich nicht raten. Diese Produkte sind nicht nur unnötig sondern haben auch noch andere Nachteile

Man kann diese Sparpläne mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Das bedeutet, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus dem Aktienfonds in einen Geldmarktfonds und bei steigenden Märkten wieder zurück in den Aktienfonds. Durch die intelligente Kombination der Stopp-Loss-Order und der Start-Buy-Order kann man Kursverluste reduzieren und- Kursgewinne mitnehmen. Es wird nur das bereits angesparte Kapital geswitcht. Mit dem Sparbeitrag werden weiterhin Aktienfondsanteile gekauft. Durch den Einsatz des Trailinglimits kommt der Cost-Average-Effekt erst richtig zur Geltung. Es fällt kein Ausgabeaufschlag beim Tauschen an. Das Trailinglimit wird bei einem Sparplan nur auf das bereits angesparte Kapital eingesetzt. Denn dieses muss gegen Kursverfall geschützt werden. Jetzt kommt der CAE richtig zur Geltung, man kauft nämlich weiterhin mit dem gleich bleibenden Betrag günstigere Anteile. Das bereits angesparte Kapital ist raus aus dem Aktienfonds und wird erst wieder in den Aktienfonds investiert, wenn es zu einer Kurserhöhung von 5 % gekommen ist.

Kommentar von Angelsiep ,
dynamischen Trailinglimit absichern

Das Problem ist das "Richtige " limit zu setzen.

Haben diese Limits aktuell bei dir schon zugeschlagen ? oder liegen diese tiefer ?

Kommentar von Niklaus ,

Ich spreche von einem dynamischen Limit. Das läuft dem Kurs immer hinterher. Es ist immer das richtige Limit.

Kommentar von wfwbinder ,

DH, entweder man weiß es, oder man hat einen Berater der es weiß.

Antwort
von wfwbinder, 68

!981 hatten wir ein Goldpreishoch. Dann dauerte es 25 Jahre, bis der Goldpreis wieder auf dem gleichen Niveau war.

Über die Zinsen die in der Zeit angefallen wären wollen wir nicht reden.

Der Pioneer Fonds ISIN: US7236821002 ist in der Zeit auf das 2,5 fache gestiegen.

Zahle lieber regelmäßig in einen Fonds ein, als diese SAche mit dem Gold zu machen, die einen absolut ungewissen Ausgang hat.

Antwort
von Candlejack, 69

Gold ist ein hervorragendes Wertsicherungsprodukt (gerade in Krisenzeiten), aber eine besch....e Geldanlage für Renditewillige. Der Goldpreis sagt Dir sowas auch. Wenn Du Geld so anlegen möchtest, dass es sich vermehrt und mit Rendite ein Kapital aufgebaut wird, ist Gold nicht das Richtige.

Antwort
von Scrooge, 66

Erstens: ob sich Goldkauf lohnt, ist eine fast Glaubensfrage - sieht man ja auch hier an den Antworten. Wenn man daran glaubt, dass irgendwann wieder eine massive Geldentwertung / Krise kommt und Gold als Zahlungsmittel eingesetzt wird, dann ist es sicher sinnvoll. Ansonsten spricht einiges auch für einen Aktienfonds-Sparplan. Nur - den kann man nicht zu Hause bunkern ... Zweitens: vom regelmäßigen Kauf von 10 Gramm-Goldbarren halte ich nichts. Da zahlst Du viel zuviel Aufgeld statt reiner Gold-Gegenwert. Schau Dir mal die aktuellen Preise an, z.B. bei der Reisebank (größter Goldhändler Deutschlands): 10 Gramm kosten heute 329,17 Euro, und wenn Du sie (Dein Enkel) verkaufen willst, kriegst Du bestenfalls 316 Euro (Tageskurs). 20 Gramm kosten 641,27 Euro, beim Verkauf kriegst Du Bestpreis 624 Euro. Die Spanne wird also kleiner. Deswegen mein Tipp: wenn Du Gold kaufen willst, lieber in größeren Abständen und dann schwerere Barren.

Antwort
von Investorwarner, 36

Betrachtet man die historische Goldpreisentwicklung, so war Gold die letzten fünf Jahre eine hoch defizitäre Anlage. Einfach mal den historischen Goldpreis googeln. Hinzu kommt bei Investments in Sachwerte wie Gold i.d.R. hohe Preisspannen beim Kauf/Verkauf (durch die Stückelungen und Aufschläge), Verwahr- und Versicherungskosten (oder wenn man es nicht versichert: hohe Diebstahlwahrscheinlichkeit)

Insgesamt gesehen sind kontinierliche Kleingoldkäufe daher sehr unrentabel. Wer es dennoch nicht lassen will, sollte über die "Einkaufsgemeinschaft für Sachwerte" kaufen (früher "Gold-Einkaufsgemeinschaft"): www.goldsilber.org

Laut Smart Investor-Test haben die die günstigsten Aufschläge für Stückelungen und niedrigsten Verwahrkosten.

Antwort
von Privatier59, 55

Schau Dir mal die langfristige Entwicklung des Goldpreises an und Du erkennst, dass Gold ein miserables Anlageobjekt war. Bei Minigoldbarren ist zudem der Aufschlag auf den reinen Goldpreis so hoch, dass man von purer Geldvernichtung sprechen muss. Von den Schwierigkeiten solche Stücke dereinst dann wieder zu Geld zu machen, will ich gar nicht erst reden. Da muss man dann wieder Handelsabschlaege in Kauf nehmen.Deine Enkel werden Dich verfluchen.

Antwort
von Underfrange, 55

Gold ist eher kein Produkt zur Altersvorsorge die über viele Jahrzehnte aufgebaut werden sollte sondern eher als Stabilisator und Geldrettungsprodukt zu sehen um einer Geldentwertung zu entgehen. Zusätzlich zu einer gezielten Altersvorsorge durch Produkte aus der Versicherungs- und Finanzwelt ist ein kleiner Goldanteil sicher nicht schlecht. Als alleinige Altersvorsorge eher nicht geeignet. In der aktuellen Situation verkaufe ich meinen Kunden durchaus auch hohe Goldteile um größere Vermögen sicher auf absehbare Zeit anzulegen.

Antwort
von HilfeHilfe, 49

wie die anderen schon sagten irrsinn. Zumal du auch das Gold sichern lagern muss. zB Bankschliessfach frisst auch noch "Rendite" weg.

Schließ lieber einen Fondssparplan, Bausparvertrag oder einfach nur ein Tagesgeldkonto ab.

Antwort
von gandalf94305, 51

Völliger Unsinn.

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