Frage von Kathysteel, 83

Doordeal als Kleinunternehmer und Veranstalter zieht 7% von meinem Anteil ab. Ist das richtig?

Hallo, habe bereits öfters Diskussionen gehabt mit dem Besitzer von dem Laden in dem ich regelmäßig Veranstaltungen mache. Ich mache die Kasse dann selber und es ist 70/30 ausgemacht. Also ich bekomme 70% von den Einnahmen und schreibe darüber eine Rechnung. Bsp. 400€ insgesamt, und ich dachte davon gehen 280€ an mich. Jetzt möchte der Besitzer aber von mir 7%Steuer von der Gesamtsumme, also von den 100%, zurück erstattet bekommen da er meint das er die Gesamtsumme versteuern muss da ich als Kleinunternehmer keine Mehrwertsteuer ausweise und ich die reinen 70% nur bekommen würde unter Ausweisung der Mehrwertsteuer. Also muss ich die Differenz zu 261€ zurück erstatten. Mir erscheint das aber nach wie vor unlogisch. Wenn Veranstalter einen 100%deal haben geben die dem Laden doch auch keine 7% von Ihren Einnahmen zum versteuern. Viele Dj´s oder Veranstalter haben kein Gewerbe angemeldet, da kann ich das mit dem versteuern ja nachvollziehen aber wenn ich eine Rechnung schreibe? Vielen, vielen dank vorweg

Antwort
von Kathysteel, 71

Ich seh schon, es kommt auf die Betrachtungsweise an. Man könnte ja auch meinen das es meine Einnahmen sind und ich davon 30% an den Besitzer abgeben muss als Miete sozusagen. Dann schreibt er mir eine Rechnung und schlägt ja auch nur auf seinen Teil 7% drauf und will auch keine 7% von meinem Anteil.

Dachte bei einem Geschäft mit KU bekommt der Staat einfach weniger Steuer bzw. nur auf einem Teil. Erscheint mir einfach unlogisch das jemand anderes für mich die Steuer abführt weil ich es nicht kann.

Mir geht es auch gar nicht ums Geld ich verstehe nur einfach nicht.

Antwort
von SBerater, 47
und ich dachte...

das ist das Problem bei den Deals, wenn man keine klaren Absprachen trifft.

Die Sicht des Veranstalters ist klar. Bei den Einnahmen sind verm. 7% USt. enthalt, die er abführen muss ans Finanzamt. Damit bleiben ihm von 107 Euro nur 100.

Nur hat er deine Rechnungen, die keine USt. ausweisen und damit kann er keine Vorsteuer geltend machen. Das macht für ihn den Deal von 70/30 noch schlechter zu deinen Gunsten.

Man mag nun die Sicht des Veranstalters nicht verstehen oder doch. Die Thematik ist klar.

Was würde ich tun? Ich würde mit dem Jahr 2014 die Kleinunternehmerregelung aufgeben und USt. ausweisen. Dann ist das Thema vom Tisch. Und bis dahin diskutieren und eine Regelung finden.

Wäre ich der Veranstalter, würde ich das so sehen wie beschrieben. Wenn einer für mich die Kasse macht, ich Rechnungen erwarte, dann sehe ich dem nicht an der Nase an, ob der KU ist oder nicht. Aber abgesehen davon sollten Unternehmer untereinander klare Absprachen treffen können. Vorher.

Antwort
von EnnoBecker, 32

Hier ist - wie meistens - die Vertragslage zu prüfen.

Den Sachverhalt habe ich so verstanden:

  1. Der Besitzer von dem Laden erbringt gegenüber Dritten eine Dienstleistung, die darin besteht, den Laden zur Verfügung zu stellen. Dafür erzielt er Einnahmen von 400, in denen 7% Umsatzsteuer enthalten sind. Macht für ihn also Einnahmen in Höhe von 373,83 und eine Umsatzsteuerschuld von 26,17.
  2. Du erbringst gegenüber dem Besitzer von dem Laden eine Leistung namens "Veranstaltungen machen". Hierfür ist offenbar ein umsatzabhängiges Honorar von 70% der Einnahmen vereinbart. 70% von 373,83 sind 261,68.

Nun willst du aber nicht 261,68 haben, sondern 280, was 74,9% entspräche. Hab ich das so richtig erfasst?

da er meint das er die Gesamtsumme versteuern muss da ich als Kleinunternehmer keine Mehrwertsteuer ausweise

Was du an Umsatzsteuer ausweist, kann ihm doch egal sein. Würdest du Umsatzsteuer (angenommen ebenfalls 7%) ausweisen, so wäre dein Rechnungsbetrag ja eben 280, wovon du 18,32 als Umsatzsteuer an das Finanzamt abführst. Im Ergebnis hättest du also ...genau: 261,68 und du hättest exakt dasselbe wie jetzt.

Also für mich ist das absolut schlüssig.

Man sieht hier übrigens sehr schön, dass die KU-Regelung bei dir eine Geldverbrennungsmaschine ist, denn so oder so blieben dir die 261,68. Als KU kannst bleibst du halt nur auf den Vorsteuern deiner Eingangsrechnungen sitzen.

Wer dir hier zur KU-Regelung geraten hat, dem müsste man eine Werkatze auf den Hals hetzen.

Antwort
von HilfeHilfe, 26

naja woher will dein Co-Partner wissen wie du deine Geschichten versteuerst ?

ich würde nicht drauf eingehen. Generell ist zu sagen das Steuer immer ein durchlaufender Posten ist der beim FA landet.

Kommentar von SBerater ,

Generell ist zu sagen das Steuer immer ein durchlaufender Posten ist der beim FA landet

-> die USt.

und genau das ist ja das Problem, dass sie beim KU kein durchlaufender Posten ist, weil Vorsteuer nicht geltend gemacht werden können.

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