Frage von derarmeberliner, 448

Aktivierungspflicht bei Nutzungsrechten/Lizenzen

Hallo, ich stecke gerade im Jahresabschluss und habe folgenden Fall: Wir nutzen eine Software-Lizenz einer Fremdfirma. Da wir finanziell nicht in der Lage sind, die Lizenz auf einmal zeitlich unbefristet zu erwerben, erhalten wir dafür von der Firma 4 Quartalsrechnungen je Jahr. Damit fehlt m. E. die Grundbedingung einer Aktivirungspflicht, nämlich die Inrechnungstellung des tatsächlichen Entgelts in Höhe der tatsächlichen Anschaffungskosten. Daher ist sie mMn sofort als Aufwand zu verbuchen. Ist das so oder liege ich hier falsch?

In einem entsprechendem Portal habe ich dazu auch folgendes gefunden:

"Dauernde und wiederkehrende Zahlungen für Lizenzen sind sofort als Betriebsausgaben (ähnlich einer Miet- oder Leasingzahlung) gewinnmindernd anzusetzen."

Vielen Dank schon mal für die Antworten und Hilfen.

Antwort
von wfwbinder, 429

Genau richtig, ihr zahlt für die Nutzung der Software sozusagen eine Miete.

Ob nun monatlich, oder Quartalsweise ist sozusagen egal.

Was anderes wäre es, wenn Ihr die Lizenz erworben hättet und den Kaufpreis in Raten zahlen würdet.

Antwort
von LittleArrow, 345

Die ratierliche Lizenzzahlung ist sofortige Betriebsausgabe.

Du kannst ja mal spaßeshalber die Summe der Lizenzzahlungen über die Vertragslaufzeit addieren und dann linear auf die Nutzungsdauer verteilen; da sollte dann der gleiche Betrag herauskommen. Die degressive Abschreibung ist ausgeschlossen.

Kommentar von freelance ,

mE sehe ich dennoch einen Unterschied, denn Lizenzahlungen und AfA mögen zwar betragsmässig übereinstimmen, aber wo bleibt bei reiner Lizenzzahlung die Aktivierung?

Oder habe ich nen Denkfehler?

Kommentar von LittleArrow ,

Nein, da ist kein Denkfehler. In diesem Fall wird nicht aktiviert. Du hast das in Deiner Antwort auch schön beschrieben. DH!

Antwort
von freelance, 289

ich denke, das kommt auf die Software selbst wie auch auf die Vertragsgestaltung an. Handelt es sich um eine Software, für die es kein Mietmodell gibt und im Vertrag steht, dass man die SW anschafft und dann in Raten zahlt, dann sehe ich eine Aktivierung mit Abschreibung.

Nach deiner Beschreibung sieht es jedoch so aus, dass die SW als Miete gesehen werden kann. Und damit fällt die Aktivierungspflicht aus und die Zahlungen gehen in den Aufwand.

Wie sieht es denn nach den Quartalsrechnungen aus? Laufen die weiter? Wie lange laufen die? Was passiert nach Ende der Zahlungen?

Wie sieht es mit den Rechten aus? Bleiben die beim Hersteller oder gehen die an euch über?

Kommentar von freelance ,

schau mal hier bei Oracle: http://www.aspicon.de/oracle-lizenzen/lizenzierungsservice/oracle-finanzierung/

Dort wird schön auf die bilanzielle Behandlung eingegangen, je nach Modell der Finanzierung und der Intention für die SW-Beschaffung.

Kommentar von derarmeberliner ,

Die Quartalsrechnungen sehen so aus:

Lizenz "xxx" 1. Quartal 2014 = xxxxx Euro.

Viele Grüße

Antwort
von EnnoBecker, 182

Nachdem hier geklärt wurde, dass es sich bei den Lizenzzahlungen um BA handelt und nicht um aktivierungspflichtige Ausgaben, sei hier noch der Hinweis erlaubt, dass diese Zahlungen einen gewerbesteuerlichen Hinzurechnungstatbestand darstellen, § 8 Nr. 1 Bu f) GewStG.


...werden folgende Beträge wieder hinzugerechnet, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind:

Ein Viertel der Summe aus...

f) einem Viertel der Aufwendungen für die zeitlich befristete Überlassung von Rechten (insbesondere Konzessionen und Lizenzen, mit Ausnahme von Lizenzen, die ausschließlich dazu berechtigen, daraus abgeleitete Rechte Dritten zu überlassen).

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