Frage von sparpaket, 4.908

Steuererklärung wenn Ehepartner verstorben?

Muss man für das Jahr, in dem der Ehepartner gestorben ist, eine Steuererklärung auch in seinem Namen noch machen? Wer unterschreibt die Steuererklärung, wenn es eine Erbengemeinschaft (Witwe und Kinder) gibt? Steht eine Steuerrückerstattung der Erbengemeinschaft zu?

Antwort
von billy, 4.127

Eine Ehegattenveranlagung (hier: Zusammenveranlagung) erfolgt auch für das Jahr, in dem der eine Ehegatte verstorben ist. Aus sozialen Gründen ist im Einkommensteuergesetz noch eine Vergünstigung für verwitwete Personen ("Witwensplitting") vorgesehen. Dieser Splittingvorteil gilt für das Jahr, das dem Todesjahr des Ehepartners folgt. Beispiel: Eine verwitwete Person, dessen Ehepartner im Jahr 2010 verstorben ist, kommt auch für das Jahr 2011 in den Genuss des Splittingtarifs. Teilweise wird in diesem Zusammenhang auch vom "Verwitwetensplitting" gesprochen. Selbstverständlich dürfen die Eheleute im Todesjahr des Ehepartners nicht dauernd getrennt gelebt haben. So heißt es im Gesetz: Das Splittingverfahren ist auch anzuwenden zur Berechnung der tariflichen Einkommensteuer für das zu versteuernde Einkommen bei einem verwitweten Steuerpflichtigen für den Veranlagungszeitraum, der dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehegatte verstorben ist, wenn der Steuerpflichtige und sein verstorbener Ehegatte im Zeitpunkt seines Todes die Voraussetzungen des § 26 Absatz 1 Satz 1 EStG erfüllt haben (§ 32a Abs. 6 Nr. 1 EStG).

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/zusammenveranlagung.htm#ixzz361AKqYdM

Kommentar von wfwbinder ,

Üblicher ist "Gnadensplitting."

Kommentar von vulkanismus ,

Üblich ist "W", "G" ist der Fachbegriff.

Antwort
von wfwbinder, 4.237
  1. Die Steuererklärung macht entweder der verwitwete Ehegatte, oder die Kinder, respektive anderen Erben.

  2. Wenn der Ehegatte noch lebt, unterschreibt der, sonst die Leute der Erbengemeinschaft. Im Jahr des Ablebens und im Folgejahr gilt noch der Splittingtarif, auch "Gnadensplitting" genannt.

  3. Die Erstattung bekommt die Erbengemeinschaft, die ja auch eine Nachzahlung tragen müsste.

Antwort
von Mikkey, 4.438

Zu der Frage, wem die Steuererstattung zusteht, habe ich nicht belastbares gefunden, ich würde dazu tendieren, sie dem überlebenden Ehepartner zu geben.

Wenn man ein wenig Logik heranzieht, kommt man dahin, dass die Hälfte der Erstattung ohnehin dem überlebenden Ehepartner zusteht. Weiterhin sollte diesem ein jahresanteiliger Betrag an der anderen Hälfte zustehen (für die Zeit des Jahres nach dem Tod des Partners). Auf diese Weise blieben Für die anderen Erben bleibt dann eh nur ein geringer Teil von der Erstattung übrig.

Zu guter letzt. Zu der Zeit, zu der die Steuererstattung erfolgt, dürfte in den meisten Fällen bereits das Erbe aufgeteilt worden sein. Will man tatsächlich dann noch irgendwelche Mini-Anteile verteilen?

Kommentar von EnnoBecker ,
Zu der Frage, wem die Steuererstattung zusteht, habe ich nicht belastbares gefunden, ich würde dazu tendieren, sie dem überlebenden Ehepartner zu geben.

Der Teil der Erstattung, der auf den Verstorbenen entfällt, fällt logischerweise dem Rechtsnachfolger zu. RNF ist hier die Erbengemeinschaft.

dass die Hälfte der Erstattung ohnehin dem überlebenden Ehepartner zusteht.

Ganz und gar nicht. Erstens wieso die Hälfte und zweitens wieso dem Ehepartner?

Wenn beispielsweise der Verstorbene der einzige Einkommenbezieher der Ehe war, ist die Weerstattung allein ihm (und damit dem RNF) zuzurechnen. Und wenn der Verstorbene der einzige Nichtverdiener im Hause war, dann steht ihm von der Erstattung gar nichts zu.

Nunja, und die ganzen Fälle zwischen Null und Eins halt.

DAS ist logisch.

Kommentar von EnnoBecker ,
Weerstattung

Neues Laptop, sorry, muss mich erst an die Tasten gewöhnen.

Erstattung

Kommentar von Mikkey ,
wieso die Hälfte

Die Erstattung ist, da Bestandteil des Eheeinkommens Teil des Zugewinns

wenn der Verstorbene der einzige Nichtverdiener im Hause war, dann steht ihm von der Erstattung gar nichts zu.

Aus dem gleichen Grund steht ihm dann ebenfalls die Hälfte zu.

Wir hatten vor geraumer Zeit schon mal die Diskussion über diese Geschichte in Zusammenhang mit einer Scheidung.

Kommentar von EnnoBecker ,
Die Erstattung ist, da Bestandteil des Eheeinkommens Teil des Zugewinns

Schön langsam.

Teil des Zugewinns kann doch nur SEIN Erstattungsanpruch sein, nicht der Erstattungsanspruch der Eheleute.

Es mag sein, dass sich hie und da beides deckt. Aber dies vorauszusetzen halte ich für gewagt.

Kommentar von Mikkey ,

Gut, langsam

  • Zugewinngemeinschaft setze ich voraus, weil in der Fragestellung nichts Anderes steht.
  • bei getrennter Veranlagung sollten beide Erstattungen zu berücksichtigen sein, bei gemeinsamer Veranlagung die Erstattung - es ist für den Zugewinn ja egal, ob das Geld aus dem Eheeinkommen als Tagesgeld oder beim Finanzamt geparkt wird.
  • es kommt doch bei einer Zugewinngemeinschaft nicht darauf an, wer den Zugewinn produziert. Selbst wenn der eine 10 Mio/a verdient und der andere 5Mio/a ausgibt, steht das, was übrig bleibt, beiden gleichermaßen zu.
Antwort
von EnnoBecker, 2.693
eine Steuererklärung auch in seinem Namen noch machen?

Richtig. Schließlich hatte er ja an mindestens einem Tag im Jahr einen Wohnsitz in Deutschland.

Verantwortklich dafür ist der Rechtsnachfolger, also die Erbengemeinschaft.

Wer unterschreibt die Steuererklärung, wenn es eine Erbengemeinschaft (Witwe und Kinder) gibt?

Jemand aus der Erbengemeinschaft, hier vorzugsweise die Witwe.

Steht eine Steuerrückerstattung der Erbengemeinschaft zu?

Natürlich, die EG ist ja Rechtsnachfolger.

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