Frage von Karrath,

Sollte man bei Notartermin außerhalb der Geschäftszeiten misstrauisch sein?

Ich kenne es so, dass man manchmal schon ein bisschen auf einen Notartermin warten muss. Eine Bekannte kauft jetzt eine Wohnung und der Makler meinte, dass er einen Notar ganz gut kenne und dass der ihr eventuell als Service auch einen Termin möglichst schnell und außerhalb der Geschäftszeiten anbieten könnte. Ich finde das irgendwie komisch. Sollte man da lieber vorsichtig sein?

Antwort
von RatsucherZYX,

Wenn überhaupt Misstrauen angesagt, dann vorrangig dem Verkäufer gegenüber. Der Notar haftet für sein Handeln, wenn es rechtlich nicht einwandfrei ist. Der Verkäufer kann alles Mögliche in den Vertrag reinschreiben lassen, wenn der Käufer den beim Notar abnickt und unterschreibt , wird der Notar das auch so beurkunden, denn das wollte der Käufer dann auch so.

Wenn im Vertrag steht, ohne Dach und ohne Keller, kann der Käufer hinterher das Dach und den Keller nicht als fehlend reklamieren. Da hilft auch ein Notar nicht. :-)

Antwort
von barmer,

Nein, ich finde das nicht komisch.

Es gibt eigentlich keine Geschäftszeiten für Notare, Beurkundungen samstags oder auch beim Kunden zu Haus sind üblich, es sei denn, der Notar ist "satt".

Sicherlich spielt auch eine Rolle, ob der Makler dem Notar öfter Termine verschafft.

Natürlich muss man trotzdem den Vertrag rechtzeitig vorher bekommen, sorgfältig prüfen, als Anfänger sich Fragen notieren und den Notar im Termin damit löchern.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Franzl0503 ,

Barmer: "...im Termin löchern". M.E. viel zu spät. Vorher ist der Vertragsentwurf nach sorgfältiger Prüfung zu reparieren, zu ergänzen. zu vervollständigen, auch im Beisein des Vertragspartners.

Bemerkenswert deine Anmerkung zur Verbindung Makler/Notar.

Antwort
von Franzl0503,

Karrath:

Die Kostenordnung für Notare sieht vor, dass dem Notar für Beurkundungen außerhalb der Geschäftsstelle, der Geschäftszeit (sonntags, nachts), nicht in deutscher Sprache eine halbe Gebühr nach dem Wert des Geschäfts (Gebühr §§ 58, 59) höchstens jedoch 30 € zusteht, die er auch berechnet.

Empfehlung: Verzichte auf keinen Fall auf die Überlassung eines vollständigen Vertragsentwurfs zwei Wochen v o r der Beurkundung. Prüfe ihn sorgfältig oder lasse ihn prüfen. Bringe erforderlichenfalls Änderungen ein. Und wenn du dich vor der "Übermacht" des Notars und des anwesenden Maklers unsicher fühlst, lass dich von einem Fachkundigen begleiten, der auch den Mut hat, scheinbar unpopuläre Fragen so oft zu stellen, bis du den Sachverhalt und vor allem die Risiken verstanden hast, selbst wenn der Notar fünfmal auf die Uhr schaut. Lehne jeden Zeitdruck ab!

Kommentar von LittleArrow ,

zwei Wochen v o r der Beurkundung

Bitte: Wonach gilt nochmal die 2 Wochen-Frist?

Kommentar von Franzl0503 ,

LittleArrow: "Ergänzung des §17 Abs. 2a BeurkG aus: Kammerreport Hamm 4/2002, Seite 38 ff

Zum 1.8.2002 ist die bereits im letzten KammerReport angekündigte Ergänzung des § 17 Abs. 2 a BeurkG in Kraft getreten. Die Vorschrift lautet nunmehr wie folgt:

"Der Notar soll das Beurkundungsverfahren so gestalten, daß die Einhaltung der Pflichten nach den Absätzen 1 und 2 gewährleistet ist. Bei Verbraucherverträgen soll der Notar darauf hinwirken, dass

die rechtsgeschäftlichen Erklärungen des Verbrauchers von diesem persönlich oder durch eine Vertrauensperson vor dem Notar abgegeben werden und

der Verbraucher ausreichend Gelegenheit erhält, sich vorab mit dem Gegenstand der Beurkundung auseinander zu setzen; bei Verbraucherverträgen, die der Beurkundungspflicht nach § 311 b Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 des BGB unterliegen, geschieht dies im Regelfall dadurch, dass dem Verbraucher der beabsichtigte Text des Rechtsgeschäfts zwei Wochen vor der Beurkundung zur Verfügung gestellt wird. "

Kommentar von LittleArrow ,

Danke schön!

Antwort
von SBerater,

bist du auch skeptisch, wenn ein Arzt seine Patienten nicht rauswirft, wenn die Sprechstunde vorbei ist? Bist du skeptisch, wenn man dich beim Krankenhaus ausserhalb der Zeiten dennoch behandelt?

Arbeitszeiten sind das eine, Service am Kunden das andere. Wenn der Notar in personam derselbe ist und bleibt, ist da gar nichts komisch. Skeptisch könnte man sein, wenn der Notar nicht bekannt ist und gar kein Büro hat.

Wenn du deinen eigenen Notar willst, dann nimm den und warte ggf. ein wenig länger.

Die Gebühren für notarielle Tätigkeiten sind festgelegt.

Antwort
von Privatier59,

Der Notar handelt serviceorientiert, Was soll daran falsch sein? Wenn er seine Berufspflichten ernst nimmt -und das sollte er um sein Amt behalten zu können- wird er diese Sache bearbeiten wie jede andere.

Antwort
von robinek,

Man kann doch für beide Seiten einen geeigneten Termin vereinbaren, auch ausserhalb der offizionellen Arbeitszeiten des Notars. Arzttermine gibt es doch auch nach Vereinbarung! Er wird ja dafür bezahlt! Hatte sogar sonntags einen Notartermin erhalten, weil ich ca. 500km Anfahrt hatte. So flexibel muss in der heutigen Zeit doch jeder sein. Warum also Mistrauen?

Antwort
von blnsteglitz,

Es gibt "MItternachtsnotare" - googelt das mal...... will ich nicht unterstellen - lediglich darauf hinweisen.

Also: ICH wäre sehr vorsichtig....

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