Frage von Zaubermaus29, 717

Lohnt sich bei mir ein Mini-Job mehr als mein Teilzeit-Job mit 20 Stunden?

Hallo zusammen,

mein Mann arbeitet Vollzeit (Lohnsteuerklasse 3) und ich Teilzeit mit 20 Stunden (Lohnsteuerklasse 5) Er verdient Brutto das 3-4 fache von meinem Bruttogehalt. Dazu habe ich natürlich bei Lohnsteuerklasse 5 monatlich einige Abzüge und wir müssen nun trotzdem für 2014 eine hohe Summe nachzahlen, sowie gleichermaßen eine hohe Summe vorauszahlen für 2015, sowie in 2015 quartalsmäßig Vorauszahlungen für 2015 leisten.

Zum einen habe ich mir überlegt, die Lohnsteuerklassen auf 4/4 oder 4/4 mit Faktor zu wechseln. Somit hätten wir zwar die monatliche Einbußen, aber dafür nicht alles auf einen Schlag per Nachzahlung / Vorauszahlung!

Dann wiederum überlege ich mir, ob es sich für mich überhaut noch lohnt auf Steuerkarte zu arbeiten, oder doch lieber einen Mini-Job anzunehmen. Denn mein geringer Netto-Lohn, abzüglich Fahrtkosten, abzgl. unserer Nachzahlung auf den Monat verteilt, kommt das Ganze unterm Strich so etwa einem Minijob-Gehalt gleich, nur das ich somit weniger Stunden arbeiten müsste und mehr Zeit für unser Kind hätte.

Ich sehe das in etwa so, dass ich 10 Stunden pro Woche für den Staat arbeiten gehe.

Mir ist schon klar, dass ich somit auch in die RV, AV, KV und sonstige Dinge einbezahle. Allerdings bin ich doch eigentlich durch unsere Heirat auch familienversichert, eine zusätzliche Rentenversicherung habe ich sowieso. Jetzt meine Fragen:

Wenn wir nun doch zum Dezember unsere Steuerklassen wechseln würden, käme uns dies zu Gute?

Und sollten wir uns nun doch beispielsweise im 1. Quartal 2016 für die Lösung Mini-Job entscheiden, bleiben dann auch weiterhin die Vorauszahlungsansprüche des Finanzamtes bestehen?

Würden wir nochmals zur Steuer veranlagt werden, wenn mein Mann Lohnsteuer 3 behält und ich Mini-Jobe und meine Abgaben an die Knappschaft leiste?

Ich glaube ich habe das Ganze etwas verkompliziert, hoffe aber dennoch das mir jemand zeitnah helfen kann.

Zaubermaus29Trier

Antwort
von Primus, 631

Zu der Aufnahme eines Minijobs wurde Dir schon hinreichend geantwortet. Bliebe noch, mit einem Midijob die Alternative zu erwähnen. 

Die Vereinbarung eines Midijob hat für Dich auch Vorteile gegenüber eines Minijobs. 

Du musst zwar die gesamte Steuerlast wie für einen Vollzeitjob zahlen, die Abgaben für die Sozialversicherung sind jedoch geringer. Diese Abgaben sind abhängig von der Höhe des Verdienstes und gehen von 11-21 %.

Es ist also ein Rechenexempel.

Ein Midijob ist außerdem für all jene zu empfehlen, die ein geringes zusätzliches Einkommen benötigen und dennoch sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein möchten oder müssen.

Antwort
von wfwbinder, 580

1. Zum Dezember noch die Steuerklasse wechseln lohnt nicht mehr. Wenn dann ab Januar.

2. Wenn Dein netto wirklich nur weniger als 450,- Euro ist, kannst Du Dir schon überlegen im Minijob zu arbeiten.

Antwort
von EnnoWarMal, 450

Was arbeitest du? Romanschreiberin?

Aber gehen wir es an:

Denn mein geringer Netto-Lohn, abzüglich Fahrtkosten, abzgl. unserer Nachzahlung auf den Monat verteilt, kommt das Ganze unterm Strich so etwa einem Minijob-Gehalt gleich

In dem Fall ist der Minijob wahrscheinlich günstiger, da er nicht in die Einkommensteuererklärung einfließt und dort nicht das zu versteuernde Einkommen erhöhen kann.

Aber da du nur vom Nettolohn sprichst und davon noch Abzüge machst, lässt sich das schwer beurteilen (Fahrtkosten hast du doch dann sicherlich auch).

Da heißt es also: Einfach mal hinsetzen und durchrechnen.

Wenn wir nun doch zum Dezember unsere Steuerklassen wechseln würden, käme uns dies zu Gute?

Naja, was willst du denn im Dezember noch reißen? Die Löhne werden ja nicht rückwirkend neu berechnet. Und selbst wenn das der Fall wäre, so käme die Nachzahlung doch auch auf einen Schlag.

Also, aus meiner Sicht wäre das schade um die Zeit.

Und sollten wir uns nun doch beispielsweise im 1. Quartal 2016 für die Lösung Mini-Job entscheiden, bleiben dann auch weiterhin die Vorauszahlungsansprüche des Finanzamtes bestehen?

Solange die Vorauszahlungen nicht herabgesetzt werden, bleiben sie bestehen. Die Herabsetzung beantragt man formlos und begründet sie auch.

In diesem Fall lautet die Begründung, dass dein Arbeitslohn nicht mehr zu einer Nachzahlung führen kann, da es ihn nicht mehr gibt. Wie gesagt, der Minijob ist für die Festsetzung der Einkommensteuer unsichtbar.

Würden wir [nochmals] zur Steuer veranlagt werden, wenn mein Mann Lohnsteuer 3 behält und ich Mini-Jobe und meine Abgaben an die Knappschaft leiste?

Wohl nein. Damit wäre das Risiko der Nachzahlung erschlagen. Aber man kann (und sollte) eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn man eine Erstattung ausgerechnet hat.

Antwort
von Angelsiep, 485

Ich habe jetzt viele Antworten auf deine Frage gelesen.

Aber etwas bitte bedenken:

Ich habe oft von Frauen gehört:

40 Jahre gearbeitet und dann eine magere Rente. Mein Mann hat gut verdient und da hatte ich für meine Arbeit viel Abzüge und hatte deshalb nur einen Minijob.

Die wird bei einem Minijob noch magerer. Wenn dir das nichts ausmacht ist es ja gut.

Kommentar von Luscinia ,

Sehr wichtiger Punkt! Viele Frauen denken nur ans "jetzt" und nicht ans "morgen". Auch wenn eine Scheidung im Augenblick unwahrscheinlich klingt, sollte frau sich immer mal wieder Gedanken machen, "was wäre, wenn?" und vorsorgen, dass ihre Finanzen+Rente auch in dem unwahrscheinlichen Fall abgesichert sind.

Antwort
von Gaenseliesel, 407

Ich glaube ich habe das Ganze etwas verkompliziert

ne, ganz und gar nicht ! Ausbleibende Beschwerden bezeugen, also alles gut und verständlich auf den " Punkt " gebracht ! Vorbildlich würde ich sagen ! ;-)))

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