Frage von einPaar, 108

Günstigerprüfung - wie rechnet das Finanzamt?

wie läuft das mit der Günstigerprüfung bei Kapitalerträgen ab?

Angenommen, ein Paar hat ein zu versteuerndes Einkommen iHv. 30 tEuro. Dann meint der ESt-Rechner vom BMF:

  • Durchschnittsbelastung: 8,95% ESt + 0,49% Soli = 9,44%
  • Grenzbelastung: 24,67%

Bei der sog. Abgeltungssteuer fallen 25% + x an. Nehmen wir Kapitalerträge iHv. 4.000 Euro an (vor Steuern).

Welcher Steuersatz wird dann angewendet in dem Falle bei KAP? 8,95% +x oder 24,67% oder????

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt, 108

natürlich gilt der Grenzsteuersatz, weil die Kapitaleinkünfte ja dazu kommen.

Also 30.000,- zvE vorher.

Kap-Einkünfte Brutto 2.602,- - Freibeträge 1.602,- = 1.000,-

z. v.E 31.000,-. Dann wird die Differenz zw. der Steuer auf 30.000,-, mit der auf 31.000,- verglichen. wenn über 25 % bleibt es bei Abgeltungssteuer, wenn weniger wird einbezogen.

wenn als wie von Dir beschrieben 246,- Euro herauskäme, würde so veranlagt und die 250,- Euro Abgeltungssteuer würden als ESt-Vorauszahlung abgezogen.

Kommentar von einPaar ,

ok, verstanden.

Damit erhöhen die Kapitalerträge das zvE. bzw. den Steuersatz bei der Betrachtung durch die Günstigerprüfung.

Damit wäre folgender Fall möglich:

  • Einkommen aus nicht-/ selbständiger Tätigkeit 5.000 Euro, damit Steuersatz 0%
  • Kapitalerträge iHv. 50.000 Euro

Dieser jemand zahlt die 25% der sog. Abgeltungssteuer, nicht 0%.

Kommentar von wfwbinder ,

genau

Man könnte sogar sagen, die Regelung bringt seinen Gesamtsteuersatz auf unter 25 %.

Denn bei 55.000,- sind ja die 12.500,- Abgeltungssteuer die gesamte Steuer auf sein Einkommen, aber weniger als 25 % von allem.

Kommentar von LittleArrow ,

Vorsicht, nun werden plötzlich die Voraussetzungen geändert. Aus zvE wird plötzlich Einkommen aus xx-Tätigkeit. Da gibt es z. B. noch die Sonderausgaben etc.

Und bei den Kapitalerträgen von € 50.000 gilt auch der Sparerpauschbetrag von € 1.602 für zusammenveranlagte Verheiratete.

Aber wenn es wirklich € 55.000 zvE wäre, dann wäre die E-Steuerbelastung mit € 9.568 bei der Günstigerprüfung erheblich niedriger als die Abgeltungsteuer von € 12.099 (= 0,25 * (50.000 - 1.602)).

Ich möchte auch gerne solche Gestaltungsspielräume bei der Festlegung meines zvE haben, mal mehr mal weniger;-))

Antwort
von LittleArrow, 84

Für die Grenzbetrachtungen kannst Du im ersten Berechnungsschritt vom Soli absehen, da der stets hinterherdackel, wenn man mal von der Soli-freien Zone (gem. § 3 SolZG) absieht:-)

Der Abgabenrechner vom BMF ist immer dann anschaulich, besonders auch graphisch, wenn man das jeweilige zvE kennt. Aber man kann damit prima auch eine Veränderung seines zvE hinsichtlich der steuerlichen Auswirkungen testen.

Hier nochmal für alle der Link zum Rechner:

https://www.abgabenrechner.de/ekst/?

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