Frage von aschinger, 1.156

Empfänger von Grundsicherung - darf der sich 450-Euro-Job suchen?

Darf sich ein Rentner, der Grundsicherung zugesagt bekommen hat noch einen 450-Euro-Job suchen und wird das Geld dann angerechnet?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 1.156

Da die Grundsicherung ist keine Rentenart, sondern eine Sozialleistung ist die aus Steuermitteln finanziert wird, kannst Du 135 € behalten und der Rest wird angerechnet.

Aber monatlich135 € mehr zur Verfügung zu haben, ist die Sache doch wert, oder?

Kommentar von EnnoBecker ,

Wie errechnest du die 135?

Kommentar von Primus ,

Die Regelleistung für Alleinstehende beträgt – genau wie bei Hartz IV – 382 Euro im Monat, für (Ehe-) Paare sind es 690 Euro. Dazu werden noch die angemessenen Kosten für die Wohnung berücksichtigt, die unterschiedlich hoch ausfallen. Beträgt die Warmmiete eines Ehepaars aus Köln z.B. 500 Euro, so liegt der rechnerische „Bedarf“ der beiden bei 1.190 Euro. Zusätzlich gibt es für ein Paar noch knapp 17 Euro für Warmwasser - wenn das warme Wasser nicht über die Zentralheizung erzeugt wird. Davon abgezogen werden aber nahezu alle Einkommen – wie gesetzliche, betriebliche und private Renteneinkünfte. Bezieher von Grundsicherung dürfen aber etwas hinzuverdienen – bei einem 450-Euro-Job dürfen sie 135 Euro von den Einkünften behalten, der Rest wird verrechnet.

Kommentar von EnnoBecker ,

bei einem 450-Euro-Job dürfen sie 135 Euro von den Einkünften behalten, der Rest wird verrechnet.

Aber genau das meine ich doch: Woher kommen die 135?

Kommentar von Primus ,

bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird nach § 82 Absatz 3 SGB XII ein Betrag in Höhe von 30 Prozent des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit des Leistungsberechtigten nicht angerechnet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Danke.

Aber ich muss trotzdem fragem weil ich die Regelung nicht verstehe:

"Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter.... ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen"

Zunächst deutet das "ferner" darauf hin, dass es weitere Abzugbeträge gibt oder geben kann (siehe Absatz 2 der Norm).

Und dann verstehe ich den Absatz 3 so, dass 30% auf die Hilfe angerechnet werden, also nicht die 135 verbleiben, sondern 270.

Hab ich da einen falschen Knoten im Kopf?

Kommentar von Primus ,

Du beziehst dich bestimmt darauf:

Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28

Ich sehe das so, nicht unbegrenzt hinzu verdient werden darf, wovon dann 30 % zur Grundsicherung gerechnet werden, sondern 50 % des Regelsatzes von 382 €, also 191€ maximal erreicht werden dürfen.

Verbessere mich wenn Du anderer Ansicht bist.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich bin nicht "anderer Ansicht", sondern ich will es verstehen.

Denn beim Hartz4 ist es doch anders. Da hat man zunächst einen Freibetrag und kann vom Rest einen Teil (20%?) behalten.

Das empfinde ich auch als logisch, denn auf diese Weise "wächst" man mit steigendem Einkommen aus dem Bezug heraus.

Kommentar von Primus ,

denn auf diese Weise "wächst" man mit steigendem Einkommen aus dem Bezug heraus

Das wird bei der Grundsicherung schwer möglich sein, denn die meisten Bezieher sind körperlich oder altersmäßig nicht mehr in der Lage davon wieder weg zu kommen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das ist nicht das Thema. es gibt auch leistungslose Einkünfte (Gain withaout pain).

Auch ein 70jähriger kann ein Hotel oder ein paar Häuser oder ein dickes Bankkonto erben.

Kommentar von Primus ,

Ja schon, aber da Einkünfte sofort gemeldet werden müssen, fällt die Grundsicherung bei solchen Sachen eh weg.

Dabei entsteht dann wieder eine Parallele zum ALGII. Bei Antritt eines Erbes entfällt beides!

Antwort
von Rentenfrau, 1.016

Jeder der mag, darf grundsätzlich arbeiten, auch wenn man Grundsicherung bekommt, da gibt es natürlich kein Verbot, ABER natürlich wird das Einkommen angerechnet, denn wenn man sich - auch teilweise - selber finanziell unterhalten kann, braucht man nicht die Hilfe des Staates sprich des Steuerzahlers.

Antwort
von galvanik, 845

google weiß sowas, ich helfe aber gern http://www.biallo.de/finanzen/Soziales/grundsicherung-im-alter-wer-bekommt-sie-u...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten