Frage von ToniSoft, 254

Einkommensteuerbescheid: Einkünfte aus Gewerbebetrieb falsch

Hallo,

ich habe heute meinen Einkommensteuerbescheid bekommen. Ich führe neben meinem Studium ein Gewerbe als Softwareentwickler. Die Steuererklärung habe ich mit Taxman gemacht und mit Elster abgegeben.

Leider hat das Finanzamt auf dem Bescheid um knapp 2500 EUR höhere "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" veranschlagt, als ich bei meiner Steuererklärung berechnet habe. Da nur die Gesamtsumme "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" aufgelistet ist, weiß ich leider nicht, welche Ausgaben bei mir nicht anerkannt wurden oder was ich sonst falsch gemacht haben soll. Kann man eine ausführlichere Begründung anfordern?

Das Finanzamt schreibt in der Erklärung: "Die Im Jahr 2012 (01.01.-31.12.) an das Finanzamt gezahlte und ggf. verrechnete Umsatzsteuer beträgt X EUR. Der gewerbliche Gewinn beläuft sich auf Y EUR."

Wenn ich X/0,19 rechne, komme ich übrigens nicht auf Y. Ich habe nur Einnahmen zum MwSt-Satz von 19%.

Ich frage mich aber, wie das Finanzamt einfach den Gewinn aus der gezahlten Umsatzsteuer festsetzen kann. Die angegebene Summe der gezahlten Umsatzsteuer entspricht der Summe der Einnahmen zum Steuersatz von 19%, die ich auf den Umsatzsteuervoranmeldungen in dem Jahr angegeben habe. Die Ausgaben scheint das Finanzamt nicht zu interessieren.

Danke!

Gruß

Toni

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 254

Dem Erläuterungstext des Finanzamts zufolge würde ich vermuten, dass du die Zahlungsströme zur Umsatzsteuer unzutreffend ermittelt hast und das FA dies korrigiert hat.

Hast du denn mal gegengeprüft, ob das, was das Finanzamt schreibt, richtig ist?

Kommentar von ToniSoft ,

Danke für den Tipp! Ich habe in der Tat die Umsatzsteuerströme für alle vier Quartale 2012 mit angegeben. Ich hatte auch gelesen, dass eigentlich das letzte Quartal in der nöchsten Steuererklärung mit berücksichtigt wird, weil ja die USt für das Q4 2012 ja auch erst Anfang Januar beglichen werden muss. Ich hatte aber damals von einer Regelung gelesen, dass regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die dem Vorjahr zuzuordnen sind, auch dem Vorjahr zugeordnet werden können.

Kommentar von EnnoBecker ,

. Ich hatte aber damals von einer Regelung gelesen, dass regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die dem Vorjahr zuzuordnen sind, auch dem Vorjahr zugeordnet werden können.

Das ist die 2x10-Tage-Regel. Die besagt, dass regelmäßige Zahlungen, die bis zu 10 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel fällig sind und bis zu 10 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel bezahlt werden, dem anderen Kalenderjahr zugeordnet werden.

Du brauchst also alle drei Merkmale, um dies zu tun:

  • Regelmäßigkeit
  • +/- 10 Tage Fälligkeit
  • +/- 10 Tage Zahlung.

Ich halte diese Regelung für bescheuert und wende sie nicht an, da lass ich es lieber drauf ankommen.

Du musst nun prüfen:

  1. ob die Anwendung bzw. Nichtanwendung der regel 2011/2012 und 2012/2013 zu der abweichenden Summe führt, und wenn ja
  2. ob die Regel anwendbar ist

Dann hat deine Einspruch eine Chance.

Kommentar von ToniSoft ,

Danke! Ich habe inzwischen vom Finanzamt die Bestätigung erhalten, das genau wegen der 10 Tages Regel mein Einkommen anders berechnet wurde. Ein Lastschrifteinzug reicht nicht aus, um die 10 Tagesfrist zu wahren. Meine Argumentation war, das ich ja keinen Einfluss auf den Zeitpunkt habe, wann das Finanzamt die Umsatzsteuervorauszahlung einzieht.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Argumentation kann nicht greifen.

Du hast ja auch keinen Einfluss darauf, wann die Ampel auf Rot springt und musst trotzdem anhalten.

Und der Vergleich ist nicht weit hergeholt: Auch die Ampelschaltungen sind Verwaltungsalt - so wie ein Steuerbescheid.

Antwort
von hildefeuer, 186

Das mindeste was man bei der EST für einen Gewerbebetrieb einreicht ist eine Einnahme/Überschußrechnung. Dort werden alle Einnahmen und Ausgaben verbucht. Wenn das unterbleibt setzen die die Einnahmen anhand der vorliegenden Daten an. Hier die Meldung zur Umsatzsteuer. Offensichtlich fehlen hier kaufmännische Grundkenntnisse, Grundkenntnisse im Steuerrecht. Besser Steuerberater kontaktieren. Übrigens: Die Frage der Anerkennung stellt sich bei Gewerbeeinkünften so nicht, es müssen nur korrekte Belege vorgehalten werden und alles korrekt verbucht werden.

Kommentar von ToniSoft ,

Eine Einnahmen-Überschussrechnung habe ich natürlich mit amtlichen Vordruck EÜR eingereicht. Dort wird auch ein Gewerbeertrag ausgewiesen, der von dem im Bescheid ermtitelten Gewinn um 2500 EUR abweicht.

Kommentar von hildefeuer ,

Man kann Dir hier wenig weiter helfen, da man wenig erfährt. Frag doch das Finanzamt. Vielleicht erklären die Dir woran es liegt. Was soll das für eine E/Ü sein mit amtlichem Vordruck? Hast Du etwa den Vordruck EÜR ausgefüllt und die Einnahmen Überschußrechnung nicht beigelegt? Es scheint als ist Deine Buchhaltung nicht schlüssig. An Deinen Ausführungen merkt man auch das Du Laie bist. Wende Dich an einen Steuerberater. Es reicht halt nicht nur Summen zu nennen, ich reiche immer die Einnahmen/Überschußrechnung nebst Buchungsjornal nach Konten ein. Damit ist jede Buchung nachvollziehbar.

Kommentar von ToniSoft ,

Danke für deine Hinweise! Ich habe nur den EÜR Vordruck ausgefüllt mit Taxman und keine eigene EÜR und kein Buchungsjournal abgegeben. Meines Wissens werden Belege und das Buchungsjornal ja auch nicht benötigt, da man ja alle Belege selber aufbewahren muss für den Fall einer Steuerprüfung. Ich habe die Steuererklärung übrigens nur elekrtonisch mit Elster abgegeben, in Papierform musste ich nichts abgeben. Im Vorjahr wurde ich nochmal dazu aufgefordert, die Steuererklärung in Papierform einzureichen, dieses Jahr nicht. Schönen Abend!

Antwort
von vulkanismus, 137

Da man von Dir nur Xe und Ye erhält, kannst Du auch keine Hilfe erwarten.

Kommentar von ToniSoft ,

Ich weiß zwar nicht, was du mit X und Y meinst, aber meiner Meinung nach wurde mir gut geholfen mit den oben genanten Kommentaren. Ich bin aber gerne für konstruktve Kritik an meiner Fragestellung offen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Der Antworter meint seine Beschränkung auf Grund seiner XY-Chromosomenstellung, vermute ich.

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