Frage von Frage2012,

Vorfälligkeitszins bei Umschuldung nach Auflösung Erbengemeinschaft??

Guten Tag,

meine (mittlerweile) Frau, hat in Erbengemeinschaft (mit ihren 2 Geschwistern) ein Haus geerbt. Meine Frau und ich haben dann das Haus aus der Erbengemeinschaft übernommen und notariell alles gekauft (übernommen Übernahmevertrag aus Erbe) und die Geschwister ausbezahlt.

Auf dem Haus war noch ein offener Kredit von 68.000€ dem ein Bausparvertrag mit bereits 31.000 Euro gegenübersteht. Der Kredit würde 2014 ablösbar werden und soll mit dem Bausparvertrag abgelöst werden dann.

Im Notarvertrag bei der Übernahme aus der Erbengemeinschaft wurde zusätzlich geregelt, dass in dem Kreditvertrag der da noch offen ist, die Erbengemeinschaft als Kreditnehmer raus muss und WIR auch als neue Hausbesitzer dann rein. der Kreditvertrag läuft namentlich auf der Schwester meiner Frau und die 2 Miterben (1 davon meine Frau) stehen als Bürgen mit dabei.

Also bin ich zur Bank habe mein Anliegen vorgetragen, dass das Haus jetzt aus der Erbengemeinschaft von uns übernommen wird und jetzt uns gehört. Mit der Bitte den Namen im Kreditvertrag dann auf mich zu schreiben, damit alles wieder stimmt und die Bank auch wieder das Haus als Sicherheit hat (da es der Erbengemeinschaft ja nicht mehr gehört). Nix da. Die Bank verlangt einen Vorfälligkeitszins von über 3000€ nur um den Namen zu ändern. Da mit ein gehen natürlich dann noch Eröffnung neuer Kreditvertrag + Provisionen usw. Er (der Banker) bezieht sich auf ein EU-Recht, welches er mir nicht nennen will.

Hat jemand ein Tip für mich? Gibt es das Gesetz? Brauche ich einen Anwalt?

Was würdet ihr tun? Wie stehe ich rechtlich?

Danke vorab.

Gruß

Hilfreichste Antwort von Franzl0503,

Du und deine Frau sind Eigentümer des von der Erbengemeinschaft erworbenen Grundstücks. Die Veräußerer haften auch nach dem Eigentumswechsel weiterhin persönlich der Bank gegenüber. Die Bank "muss" dem Schuldnerwechsel keinesfalls zustimmen und die beiden Schwestern deiner Frau aus der Schuldhaft entlassen.

Da das Darlehen nicht vorzeitig zurückgeführt wird, fällt auch keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Was gemeint sein dürfte ist eine Bearbeitungsgebühr für die Bonitätsprüfung und den beabsichtigten Schuldnerwechsel. Hierfür 4,41 % = 3.000 € zu verlangen, erscheint mir weit überzogen, max. 300 € wären m. E. angemessen.

Empfehlung: Bis 2014 warten, dann entschädigungsfrei voll ablösen und im Bedarfsfalle nach einem kulanteren Institut Ausschau halten.

Kommentar von hypothekenteam,

Bei einen Immobilienverkauf kann die Bank dem Schuldnerwechsel gar nicht widersprechen, sofern sichergestellt ist, daß ihre bestehende Grundschuld abgelöst wird, d.h. die neuen Eigentümer eine Finanzierung oder Bargeld vorweisen können. Sonst müsste ja jeder erst seine Bank fragen, ob er seine Immobilie veräußern darf :)

"Frage2012" hat ja explizit geschrieben, daß die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen würde. Genau das will sie auch, da ein neuer Darlehensvertrag geschlossen werden soll und der Bank dadurch ein Schaden entstünde, da sie nun einen geringeren Zins bekäme aus dem bisherigen Vertrag, da die Zinsen heute deutlich niedriger sind. Siehe auch meine Antwort unten.

Kommentar von Franzl0503,

Hier geht es doch nicht um die Frage, ob die Bank dem Eigentumswechsel widersprechen kann, sondern darum, ob sie die beiden Schwestern als Veräußerer des belasteten Grundstücks aus der persönlichen Schuldhaft entlässt und die Schuldübernahme durch den Erwerber (Ehemann) genehmigt.

Gefragt wurde nach der Schuldhaftentlassung der Veräußerer durch die Bank und nicht nach der Zustimmungsbedürftigkeit der Bank zum Eigentumswechsel.

Kommentar von Frage2012,

Hui, sehr kompliziert langsam....? Na das gibt was. Danke mal.

Antwort von hypothekenteam,

Aus meiner Berufspraxis als Fachberater für Immobilienfinanzierungen kann ich sagen, daß ich auch kein EU-Recht zu diesem Punkt kenne. Aber die Bank ist wohl dennoch im Recht, denn es gibt höchstrichterliche Urteile, daß eine Bank Anspruch auf Entschädigung hat, wenn ein Darlehen mit Zinsbindung vorzeitig gekündigt wrd. Ausführliches finden Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Vorf%C3%A4lligkeitsentsch%C3%A4digung Wenn die Zinsfestschreibung 2014 endet, muß man noch prüfen, wan selbige begonnen hat. War der Beginn vor 2004, dann wäre keine Vorfälligkeit fällig, bzw. man hätte ein gesetzliches Kündigungsrecht nach §489 BGB. 3.000 Euro können hierbei durchaus korrekt sein. Die Einstandssätze der Banken lagen in 2004 - je nach Abschlußmonat - zwischen 3,76% und 4,62%. Daraus bemisst sich der Zinsschaden (siehe Wikipedia-Artikel). Zu zahlen hat diese Gebühr der bisherige Darlehensnehmer. Daß Ihre Frau bereits Mit-Darlehensnehmerin war, ist meiner MEinung nach unerheblich, da es sich um einen neuen Darlehensvertrag handelt. Natürlich könnte die Bank hier kulant sein, wenn sie wollte. Man könnte dies auch durch einen Anwalt überprüfen lassen, da ich nur zu 90% sicher bin. Bedenken Sie aber auch, daß Sie jetzt mit Sicherheit einen deutlich günstigeren Zinssatz für einen Neuvertrag bekämen. Wir haben z.Zt. die günstiges Zinsen der Nachkriegszeit. Es kann sein, daß 2014 das Zinseniveau deutlich höher liegt, als heute und dann würden Sie sich ärgern. Das gilt natürlich nicht, wen der besagte Bausparvertrag die Finanzierung 2014 ablösen soll. Andererseits nehme ich an, daß dieser Vetrag aus einer Zeit stammt, als die Zinssätze höher lagen und der Zins für das Bauspardarlehen recht unattraktiv ist gegenüber einem Zins, den Sie jetzt bei der Bank bekämen. Es kann also sinnvoll sein, das Geld aus dem BAusparer als Sondertilgung zu verwenden und den Rest bei einer Bank zu finanzieren. Bei einem Neuabschluß sollten aber keine Provisionen oder Bearbeitungsgebühren anfallen, wie Sie meinen. Mittlerweise habe 9 Oberlandesgerichte festgestellt, daß dies nicht rechtens ist. Ein Beispiel hier: handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/olg-urteil-bearbeitungsgebuehren-fuer-darlehen-unwirksam/4145206.html.

Antwort von Frage2012,

Hallo Herr Georgpuetz,

danke für die schnelle Antwort.

Lt . Aussage DIESER Bank, kann in Krediten der SCHULDNER NICHT gewechselt werden. Auch nicht gegen eine Gebühr.

werde ich hier über den Tisch gezogen? bezüglich Provisionen der Banker usw.?

gibt es Gesetzesauszüge die ich benutzen könnte?

Kommentar von hypothekenteam,

Bei einen Immobilienverkauf kann die Bank dem Schuldnerwechsel gar nicht widersprechen, sofern sichergestellt ist, daß ihre bestehende Grundschuld abgelöst wird. Sonst müsste ja jeder erst seine Bank fragen, ob er seine Immobilie veräußern darf :)

Antwort von georgpuetz,

Wenn ein Darlehen vor Zinsbindungsende zurückgezahlt wird, kann die Bank einen Schaden in Form der Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. In diesem Fall wird kein Darlehen vorzeitig zurückgezahlt, sondern nur der Schuldner ausgetauscht. Das sollte die Bank gegen Zahlung einer Bearbeitungsgebühr erledigen.

Kommentar von Franzl0503,

So und nicht anders sehe ich das auch!

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