Frage von stefon86, 40

Versteuerung von Einkommen in Dänemark nach Versteuerung mit Ehegattensplitting in Deutschland

In Verbindung mit einem Umzug nach Heirat kommen Fragen zu sowohl Doppelversteuerung als auch Ehegattensplitting auf. Die Kombination dieser beiden Dinge macht es etwas kompliziert.

Folgender Sachverhalt sei gegeben:

Ein Deutscher (in Deutschland ansässig) und eine Dänin (bisher in Dänemark ansässig) heiraten und ziehen für einen Monat (Dezember 2013) nach Deutschland. So ist also die Vorausetzung für die gemeinsame Veranlagung in Deutschland gegeben:

  • Die Eheleute sind verheiratet (miteinander)
  • sie leben nicht dauernd getrennt voneinander,
  • sie sind beide in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig.

Ich gehe davon aus, dass sowhol alle Einkünfte der Dänin als auch alle Einkünfte des Deutschen ermittelt werden und dann zusammen in Deutschland mach dem Ehegattensplitting-Prinzip versteuert werden. Ist das richtig?

Wie wird das Einkommen in der Dänin dann in Dänemark versteuert? Hab woanders gelesen, dass lt. DBA die Differenz zwischen den ermittelten deutschen Steuern und den ermittelten dänischen Steuern gezahlt werden muss. Muss das dann wieder anteilig nur für die Frau betrachtet werden?

Wie ihr sehr ein recht komplexer Sachverhalt, der auch ins dänische Steuerrecht reingeht. Freu mich über jegliche Rückmeldung und jeglichen Tip.

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Antwort
von wfwbinder, 33

So generell kann man das nciht sagen.

Es kommt auch auf die Einkunftsarten an.

Es gäbe die Möglichkeit, das die ausländische Steuer auf die deutsche Steuer angerechnet wird, soweit sie auf die ausländischen Einkünfte entfällt.

Oder die ausländische Einkünfte unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Also sie werden hier nicht besteuert, aber für die Ermittlung des Steuersatzes herangezogen.

Aber es bezieht sich nur auf die Einkünfte, die in diesem Fall die Ehefrau bezogen hat.

Kommentar von EnnoBecker ,

Du gehst von einem DBA-Fall aus, den wir hier aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht haben.

Da die Leute erst im Dezember nach Deutschland ziehen, haben wir hier vielmehr das Problem der Zuzugsbesteuerung, § 2 (7) Satz 3, § 50 irgendwo und § 32b (1) Nummer 3 und irgendwo weiter verschachtelt, bin jetzt zu faul zum Nachgucken.

Antwort
von EnnoBecker, 23

So ist also die Vorausetzung für die gemeinsame Veranlagung in Deutschland gegeben:

Richtig, und die Aufzählung der drei Tatbestandsvoraussetzung kommt mir bekannt vor, den Scherz mit dem "miteinander" kenne ich :-)

Aber man muss darüber achdenken, wie eine Zusammenveranlagung funktioniert. Die Einkünfte selbst werden nämlich zunächst jeweils einzeln ermittelt. Natürlich die Einkünfte, die in Deutschland besteuert werden. Erst wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte ermittelt ist, geht es so weiter, als wären die Eheleute ein einziger Steuerpflichtiger.

Deswegen spielt es bei der Einkünfteermittlung noch keine Rolle, ob man verheiratet ist.

Da die Ehefrau und/oder der Ehemann (steht leider nicht im SV) offenbar nach Deutschland hinzuziehen, greift hier in dem entsprechenden Jahr die Zuzugsbesteuerung. Das bedeutet, dass die in Dänemark erzielten Einkünfte in Deutschland insgesamt dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

Wir haben insoweit keinen DBA-Fall. Was anderes gilt, wenn weiterhin dänische Einkünfte erueilt werden, für die Zeit der unbeschränkten Steuerpflicht. Hier muss man also sauber trennen, und das geht nur, wenn man die Art der Einkünfte kennt und die Voraussetzungen (zB Zeitpunkt), unter denen die Einkünfte erzielt werden.

Kommentar von EnnoBecker ,

dass die in Dänemark erzielten Einkünfte in Deutschland insgesamt dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

... und je nach Einkommensverhältnisses könnte dies ein Fall sein, bei dem die Zusammenveranlagung nur den zweiten Platz belegt. Aber das muss man natürlich durchrechnen.

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