Frage von NovalisAvariz, 6.343

Lukrativer Nebenjob oder Betrug? ( Ergo Pro)

Hallo Community!

Zu meiner Ausgangslage: Ich bin 19 Jahre alt, studiere Physik und war seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Nebenjob, weil ich weniger stark von meiner Familie abhängig sein wollte. Um es gerade vorweg zu sagen, habe ich von Wirtschaft, Versicherungsgesellschaften etc. wenig bis gar keine Ahnung, weswegen ich auch unbedingt Rat benötige.

Ein Bekannter, der zufällig mitbekam, dass ich einen Nebenjob suche, meldete sich bei mir und bot mir eine "lukrative Nebentätigkeit" an. Auf die Frage, worin die bestehen würde, sagte er mir: "Ich zeigs dir, wenn du da bist, aber ich verspreche dir, es ist genial."

Diese Geheimniskrämerei war schon ein wenig suspekt, doch weil ich mit ihm mehr oder weniger seit Jahren sporadisch zu tun hatte, ging ich letzte Woche dorthin.

Das Unternehmen war die Ergo- Versicherungsgesellschaft, genauer gesagt die "Ergo Pro". Einige Minuten später hatte ich schon ein Vorstellungsgespräch bei der Chefin meines Bekannten, die mir das Prinzip erklären wollte:

Als eig. ungelernte Kraft viel Geld verdienen. Der Verdienst ist bestimmt durch Stufen; je höher die Stufe, desto mehr Geld. ( Bis zu 12.000 € innerhalb 3-9 Monaten wären möglich). Meine Aufgabe bestehe darin, Gespräche mit Kunden zu führen, sowie Vorstellungsgespräche mit Leuten, die bei Ergo Pro einsteigen wollten. Zunächst aber würde ich nur passiv dabei sein, heißt in Gesprächen mit dem Kunden/ Neuanwerber daneben sitzen und nur zuhören. Schon da würde ich nach Aussage der Chefin Geld verdienen, an die 100- 200 € für ein einstündiges Gespräch. Sollte ich irgendwann auch Leute für die Ergo Pro anwerben, bekäme ich einen kleinen Teil ihrer Einkünfte noch zu der üblichen Provision. In meiner Zeit als "Azubi" hätte ich keine Kosten für mehrere Schulungen und Seminare zu tragen, dies würde von Ergo übernommen werden. Es werden Leute mit Ausstrahlung und festen Zielen im Leben gesucht.

Für mich klingt dieses Angebot völlig utopisch und ich weiß nicht so recht, inwieweit ich darauf vertrauen kann. Auf der einen Seite wirkt Ergo relativ seriös ( Sexpartys in Osteuropa auf Kosten des Beitragzahlers mal ausgenommen ;-) ), auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass man als junger Erwachsener so viel Geld verdienen kann durch eher anspruchslose Tätigkeiten. Wie kann sich die Ergo das leisten, jemand so gut zu entlohnen? Im Internet finde ich eher wenig zu meinem Problem und ich weiß nicht, ob ich dem Ganzen überhaupt eine Chance geben sollte. Würde mich sehr freuen über Rat; was würdet ihr in meiner Situation machen?

LG Novalis

( Entschuldigung für den langen Text!)

Antwort
von Kevin1905, 6.343
Bis zu 12.000 € innerhalb 3-9 Monaten wären möglich

Nicht am Anfang. Diese Summen sind zwar möglich in einem Strukturvertrieb aber nicht durch nichts-tun. Auch stößt mir diese Aussage etwas übel auf, da man den Leuten immer noch nicht verrät, dass es eben in den unteren Stufen alles andere als üppig zugeht.

Ich kenne Menschen die ernsthaft, seriös und mit Hingabe Strukturvertrieb betreiben, diese sind aber nicht erfolglich geworden im vorbeigehen und auch nicht in den ersten Monaten, quasi nebenbei. Dahinter steckt viel Einsatz, Lernbereitschaft und jahrelange Fort- und Weiterbildung aus dem eigenen Antrieb heraus.

Meine Aufgabe bestehe darin, Gespräche mit Kunden zu führen, sowie Vorstellungsgespräche mit Leuten, die bei Ergo Pro einsteigen wollten.

Neukundenaquise und der Aufbau der eigenen Struktur. Strukturvertrieb eben.

Schon da würde ich nach Aussage der Chefin Geld verdienen, an die 100- 200 € für ein einstündiges Gespräch.

Ja, wenn etwas abgeschlossen wird. Nur für das da sitzen nicht. Ich kann die "Chefin" (ist sie eigentlich nicht, da jeder im Strukturvertrieb selbständig ist) nicht einschätzen, wie die arbeitet. Aber ein seriöser Vermittler/Makler/Berater nimmt beim Ersttermin keinen Antrag auf. Es sollte hier erstmal der Bedarf ermittelt werden, und dann wie dieser sinnvoll geschlossen werden kann. Die Abdrückermentalität hat dem Verein in der Vergangenheit durchaus Ärger eingebracht und wer heute noch so arbeitet wird nicht lange da sein.

Sollte ich irgendwann auch Leute für die Ergo Pro anwerben, bekäme ich einen kleinen Teil ihrer Einkünfte noch zu der üblichen Provision.

Das ist ja der Sinn von Strukturvertrieb, das Partizipieren an den Umsätzen deiner unterstellten Geschäftspartner.

In meiner Zeit als "Azubi" hätte ich keine Kosten für mehrere Schulungen und Seminare zu tragen, dies würde von Ergo übernommen werden.

Stimmt auch. Aber diese Ausbildung ist nicht durch die Bank verpflichtend und du musst unterteilen zwischen den Fachthemen und den Führungsthemen. Die Fachthemen sind wichtig wenn du Versicherungsfachmann oder später Kaufmann machen willst. Die Führungsthemen sind selbsterklärend.

Für mich klingt dieses Angebot völlig utopisch und ich weiß nicht so recht, inwieweit ich darauf vertrauen kann.

Vom rein theoretischen Prinzip funktioniert ein Strukturvertrieb. Aber im wahren Leben gibt es nunmal nicht nur Zahlen sondern echte Menschen, mit unterschiedlichen Zielen und Persönlichkeiten. Nicht jeder funktioniert da auf Knopfdruck und liefert Umsatz ab. Darum sagte ich ja eingangs dieses Geld im Vorbeigehen zu verdienen entspricht nicht der Realität.

Auf der einen Seite wirkt Ergo relativ seriös ( Sexpartys in Osteuropa auf Kosten des Beitragzahlers mal ausgenommen ;-) ), auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass man als junger Erwachsener so viel Geld verdienen kann durch eher anspruchslose Tätigkeiten.
  • ERGO ist der zweitgrößte Filialversicherer
  • Es ist möglich aber es schafft bei weitem nicht jeder
  • Du hast nur die Produkte der ERGO und ausgewählter Ko-Op-Partner und nicht in jedem Segment sind das die Marktspitzen.

Aber das eine Tätigkeit anspruchslos sei, kann so nicht stehen bleiben. Der Altersvorsorgemarkt ist komplex und es ändert sich laufend etwas. Hier spielen auch viele steuer- und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen mit hinein. Bei der betrieblichen Altersvorsorge kommt noch Arbeits- und Tarifrecht dazu und wer hier Geld verdienen und kompetent sein will schafft das nur durch ständige Aus- und Weiterbildung, vor allem im Eigenstudium.

Auch die Führungsthematik ist nicht anspruchslos. Das Führen von Mitarbeitern ist etwas das vielen Menschen abgeht. Frag mal in deinem Freundes- und Bekanntenkreis nach dem Arbeitsklima in deren Betrieben. Kennst du Menschen, die sich über ihren Job oder ihre Vorgesetzten beschweren?

Wie kann sich die Ergo das leisten, jemand so gut zu entlohnen?

Ganz einfach, 0 Umsatz = 0 € Verdienst. Und wenn du Umsatz bewegst erhälst du dafür eine Provision. Selbständig eben.


Im Internet finde ich eher wenig zu meinem Problem und ich weiß nicht, ob ich dem Ganzen überhaupt eine Chance geben sollte.

Hier kann niemand in dich hinein sehen und sagen wie geartet du bist. Wenn du dies als "Nebenjob" siehst als Alternative zur Arbeit an der Kasse bei einem Discounter oder in der Gastronomie, solltest du es lassen. Denn das ist es nicht.

Wenn du ein zweites berufliches Standbein suchst, Durchhaltevermögen hast und ein Interesse an Finanzprodukten und Dienstleistung, kann dies ein Einstieg sein.

Ich hab vor knapp 10 Jahren auch in einem Strukturvertrieb angefangen und mich irgendwann davon gelöst und micht weiterentwickelt. Gab gute aber auch schlechte Erfahrungen.

Entschuldigung für die lange Antwort.

Kommentar von HilfeHilfe ,

das ist ERGO Pro und nicht DIE ERGO

Kommentar von Kevin1905 ,
das ist ERGO Pro und nicht DIE ERGO

Es sind die Produkte der ERGO Gruppe und es ist der Konzern, für die die Vermittler der ERGO Pro in der Ausschließlichkeit tätig sind.

Antwort
von Phucl, 994

Wie ich aus diesen Beiträgen herauslesen konnte ist, dass viele Menschen hier Versicherungen als was negatives darstellen, weil man seine Verwandten und Freunde "abklappert" und neue Geschäftspartner in sein Unternehmen bringt.

Was ist daran verwerflich seine Freunde und Verwandten zu beraten und sie auf die Altersarmut aufmerksam zu machen? Beim 1. Termin wird nichts verkauft, es ist ein Infogespräch, was der Kunde mit der Info macht ist ihm überlassen. Fakt ist dass wir für unser Alter vorsorgen müssen. Und wer will, dass seine Freunde  und Verwandten sich auf die gesetzliche Rente verlassen und dann später Pfandflaschen suchen müssen? Es ist eine Win-Win Situation, du bist mit einer Provision beteiligt und dein Verwandter oder Freund hat einen Berater den er kennt. Solange der Berater gut ist wird es auch kaum Probleme geben. Menschen die zur Ergo pro gehen um viel Geld zu verdienen, wollen jeden absichern und diese Herangehensweise ist falsch, weil man die Beratung und die Qualität langsam vergisst, weswegen die Zertifizierungen und Basis Meetings auch da sind. Und die ergo hat über 20 Mio. Kunden in Deutschland. Da kann es doch nicht sein dass über 20 Mio. Menschen schlechte Produkte kaufen. Die Ergo mag im Vergleich teurer sein als viele andere Versicherungen, dafür ist die Leistung und Kulanz bei Schadensfall auch viel höher. 

Die Ergo Pro ist nunmal ein Strukturvertrieb wo man die Chance hat sein eigenes Unternehmen innerhalb aufzubauen. Kein Unternehmen funktioniert ohne Geschäftspartner, so funktionieren auch die meisten Unternehmen außerhalb nicht auf Anhieb. Der Aufbau seiner eigenen Struktur ist ein langwieriger Prozess in der Regel, wo man viel Kraft und Zeit investieren muss. Nun gibt es auch Sonderfälle wo der eine, der frisch auf dem Grundseminar sitzt und durch einen Kontakt mal die ganze Deutsche Handball Liga versichert hat, oder McDonald's. Bei der ergo ist der Umsatz nach oben offen. Wenn man sein Risiko jedoch minimal halten will und nen sicheren Job sucht mit sicherer und regelmäßiger Bezahlung, sollte man sich was im Angestelltenverhältnis suchen. Die ergo pro ist fuer Typen die unternehmerisch geprägt sind oder es sein wollen. 

Antwort
von Alpha1986, 220

Hi, es ist schön zu lesen, dass es immernoch bei der ergo Leute gibt die das Netz nach solchen Foren durchsuchen und das ganze in ein positives Licht rücken möchten 😂

Ich habe mich auch damals durch einem Kollegen zur Sekte Hmi bringen lassen.

Es handelt sich hier um 100% kalkulierte Abzocke.

Mann macht einen einfachen Arbeiter gefügig in dem man ihm verspricht, dass er jetzt der große Chef sein kann, Joop Anzüge tragen kann und den aktuellen BMW oder Porsche fahren kann.

Dann geht es zum Grundseminar, hier wird jeder Hans in einen nicht passenden Anzug gesteckt und als DER Newcomer angepriesen. Dann starten die Redner, Ihr seit Macher, ihr könnt bei uns Reich werden usw, usw..

Abends gibt es eine Party mit Besäufniss und das war es dann.

Sonntag geht es nach Hause und direkt am Selben Tag wird sich mit dem "Struki" getroffen. Er erklärt dir, dass nun erstmal Übungsgespräche gemacht werden. Wo geht das am Besten? ? Bei Freunden und Familie 😄

Nun darfst du alle potenziellen Kunden sowie Mitarbeiter aufschreiben und direkt mal anrufen und Termine machen 👎😂

Und dann wird aus dem vielen Geld mit freier Zeiteibteilung die Drückerkolonne. Du verbringst fast jede Freizeit in der Sekte.

Zu Anfang denkst du sogar, dass du wirklich ein gutes Produkt anbietest und deinen Freunden einen Gefallen erweist in dem du Sie an den angeblichen Schotter führst.... Bis du in Stufe 3 aufsteigst. Dort nimmst du an anderen "Meetings" teil, im denen du lernst was wirklich Ziel der Arbeit ist. Suche dir ein paar doofe, infiltriere seine Familie und Bekannte (Trojanisches Pferd) und hole dir deren Geld oder weitere Kontakte.

Jetzt im Nachhinein habe ich keine Freunde verloren. Aber die Seriösität hat stark abgenommen.

Dann trittst du irgendwann aus, hast in 8 Monaten Brutto 8.000€ verdient, die Steuer am Ende des Jahres und die entstandenen Kosten für Benzin, Essenseinladungen usw. Zeigen dir die Null Runde auf. Und dann kommt das Geile! Die Storno Klausel! 5 Jahre lang, musst du dafür garantieren das deine oder die Kunden deines Teams nicht kündigen, sonst geht es an deine Provision. Natürlich gibt es die Storno Reserve, welche sehr schnell weg ist 😄 Und da die Versicherungen als erstes gekündigt werden, wenn es den Leuten ans Geld geht, kannst du dich darauf gefasst machen, du einiges an Provision zurück zahlen darfst. Also hast du mach 5 Jahren gelernt wie Teuer der Ausföug zur Ergo Pro war.

Jetzt wird es ganz clevere Mitarbeiter der Sekte geben, die schreiben wie toll es da ist, und werden es schaffen die Hoffnung auf ein besseres Leben bei dir auszunutzen um deine Bekannten abzugrasen. Dann bist du leider reingefallen.

Aber sei so clever und teile später allen mit was für eine dumme Idee das Ganze war.

Antwort
von Tommystar, 586

Ich habe zwei Jahre bei der Ergo Pro gearbeitet und muss sagen, es ist nicht für jeden was. Ich persönlich habe ganz gut verdient und konnte mir mein Studium gut finanzieren - bei überschaubaren Zeitaufwand. Ich will die Zeit nicht missen. War eine super Erfahrung, für mich aber nichts für die Ewigkeit, was aber okay ist.

Den größten Nutzen habe ich aus den weiterführenden Seminaren für mich ziehen können und natürlich die Kontakte, die ich dort aus verschiedenen Branchen mitnehmen durfte.

Mein Tipp: Ausprobieren und selbst schauen, ob es Dir liegt.

Liebe Grüße

Tommy

Antwort
von Kevin1905,

Es ist durchaus möglich in Strukturvertrieben 6 stellige Summen im Monat zu verdienen. Als Einsteiger sicher nicht und nebenberuflich auch nicht.

Wie viel du lernst oder auch nicht lernst und mit welcher Ehitk man an so eine Sache rangeht hängt sehr vom Charakter eines jeden Menschen ab und auch von den Führungskräften. Die Fluktuationsrate ist in der Vertriebsform relativ hoch.

ERGO hat in einigen Sparten am Markt sehr gute Produkte und in anderen wiederrum nicht, das geht jedem Versicherer so und jedem Einfirmenvertreter.

Letztendlich handelt es sich um eine gewerblich selbständige Tätigkeit (mit einem Auftraggeber) mit allen Vor- und Nachteilen die sich dadurch ergeben (Einkommensteuererklärung, Buchführungspflicht, Rentenversicherungspflicht, etc).


Strukturvertriebe sind weder gut noch schlecht es hängt sehr von den Menschen, den Produkten und der Ethik eines jeden selbst ab, jedoch bietet das System aufgrund seiner Gestaltung schwarzen Schafen einen relativ guten Unterschlupf im Vergleich zu anderen Formen des Vertriebs bzw. der Versicherungsberatung und -vermittlung.

Antwort
von Niklaus,

Ergo Pro ist die Nachfolgeorganisation der HMI. Sieh dir das mal an. http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/sonne-bikini-girls-und-luxus-yachten...

Antwort
von User20148, 4.311

ausgerichtet. Es würde Aussage gegen Aussage stehen.

Naja, jedenfalls dämmerte mir dann in dem Moment sehr vieles. Es gibt wohl kaum einen „Neueinsteiger“, der jemals überhaupt diese „zweite“ Stufe erreichen wird, die ominösen Außendienstler, die für die Leute der Stufe Zwei (was wir ja sogut wie sein sollten) später arbeiten sollen (mein Einarbeiter selber war “seltsamerweise“ auch noch immer Stufe zwei, obwohl mir schon die Stufe drei nach nur 6 Monaten in Aussicht gestellt wurde (Verdienste um die 10-20.000 Brutto) und er schon länger dabei war), sollte niemand anderer als wir selbst sein, wir alle, die Teilnehmer des Seminars. Und wir bringen (wenn man es denn wirklich der ein oder andere macht und versucht) die wenigen Verträge, die auf diese Art und Weise durch Abklappern der Verwandten und Bekannten abgeschlossen werden (ich sollte dann doch wenigstens 2-3 der Leute aufsuchen, denn die würden dann ja wieder Empfehlungen geben, so dass ich schon irgendwie zu den 20 Gesprächen kommen würde, dass ich die Verwandten und Bekannten meiner Verwandten und Bekannten aber auch meist kenne und die demzufolge eh schon auf der Liste stehen würden, spielte dabei keine Rolle). Der eigentliche Selbstläufer zu einem tollen Job war nicht nur der Haken an der Sache, er ist die ganze Sache selbst. Das ist die Gewinnung von Außendienstlern und der Erwerb von Adressdaten. Es gibt auch überhaupt keine Extra-Seminare für Außendienstler (gut, hat auch nie jemand wirklich behauptet, es hieß immer nur, dass diese später auf Seminare gehen würden – jetzt ist mir klar, dass das genau das selbe ist und das jeden Monat passiert), denn das waren wir ja für die wenigen dort Arbeitenden (Einarbeiter, Chefs und Personalerin)). Sondern es wird jedem, der überhaupt Arbeit sucht von Beginn an erklärt, dass er nur mal schnell nebenher die Einarbeitung machen muss und dann lebenslang andere für sich arbeiten lassen kann und dafür viel Geld bekommt. Dass das aber nie passieren wird (oder vielleicht nur einer von 50 schafft, der ein echter Verkäufertyp ist, dazu aalglatt und eiskalt (das sind für mich Voraussetzungen)) wird nirgendwo erwähnt. Jeder der Teilnehmer wird mit dem Versprechen auf diese Stufe zwei (ohne dass man dann noch selber verkaufen muss) dahin gelockt und niemand wird extra als Außendienstler eingestellt oder angeworben! Ja, wer würde das auch freiwillig machen!!! Obwohl mir hier zuvor gesagt wurde, dass die Außendienstler, die ich dann ja in Stufe zwei später betreuen sollte (die es im Übrigen (wen wundert es im Nachhinein) noch gar nicht gab, also auch kein Betreuen von gestandenen Versicherungsvertretern, die wissen was sie tun!) aus einem Riesen-Stapel vorliegender Bewerbungen ausgesucht werden würde (nebenbei wurde dann mal erwähnt, dass es eigentlich wohl auch fast nur Studenten im Nebenjob wären oder eben Hausfrauen und Muttis, die das nebenher machen). Alles nur Vortäuschung und Verschleierung, um an ein paar wenige Adressen zu kommen. Arme Ergo, armes Deutschland, dass so etwas erlaubt ist. Nachdem mir das alles klar wurde, habe ich den beiden nochmals kräftig meine Meinung gesagt und Ihnen auch klar gemacht, was ich von diesem unseriösen Geschäftspraktiken halte und mich verabschiedet. Natürlich bin ich wütend über die vergeudete Zeit auf dem Seminar (ein komplettes Wochenende) und auch über das sinnlos ausgegebene Geld (alles in Allem ca. 200 EUR). Machen kann ich leider nicht viel, außer zu versuchen, dass nicht noch mehr verzweifelte Arbeitslose, Hausfrauen oder Studenten (die eh schon kein Geld haben) ihr Geld und ihre Zeit sinnlos verlieren und diesen Betrügern und Drückern helfen Geld zu verdienen, denn alle Stufen des Vertriebs verdienen hier mit und das sind weit mehr als 2-3, meinen Informationen nach geht es bis zur sechs. Einige wenige werden hier reich und verdienen sich eine goldene Nase, während ein paar Skrupellose jeden Monat ein paar mehr Dumme suchen, die ihre Bekannten und Verwandten bequatschen. Deswegen auch dieser Bericht. Ich kann beschwören, dass dies meine eigenen Erlebnisse sind und der Wahrheit entsprechen. Beweisen kann ich es nur insofern, dass ich Material und Skizzen und einen (am Ende 200 EUR teuren) Kugelschreiber mitbekommen habe, leider habe ich keine Aufzeichnungen der Gespräche (Gesprächsmitschnitte) gemacht. Wer es dennoch selbst mal versuchen will, dem rate ich die Gespräche (heimlich natürlich, oder auch offiziell – dann ist aber garantiert an der Stelle Schluss) mitzuschneiden! Dann hat man vielleicht später sogar eine gewisse Chance auf Schadenersatzklage. Wenn ich einige davon abhalten kann diesen Betrügern auf den Leim zu gehen oder am Ende dazu beitragen kann die Geschäftsgebaren auf lange Sicht zu unterbinden, dann hat der Beitrag und auch mein Verlust wenigstens ein bisschen was bewirkt. Vielen Dank fürs Lesen.

Antwort
von User20148, 3.202

dumm, denn wer bildet gleich Führungskräfte aus, noch dazu aus externen, ungelernten und teils aus Hausfrauen, Studenten und Mamas (unabhängig von Vorkenntnissen und Ausbildungen) bestehenden Menschen…naja, hinterher ist man immer schlauer und sieht alles klarer.

Gut, so wurde es einem eben vernebelt dargestellt. Auch die anderen Teilnehmer, die teilweise noch (weil sie auch vorher nicht oder nur ungenügend nachgefragt haben) mit Versprechungen um ein Fixgehalt dorthin gelockt wurden(!), waren zwar skeptisch aber schienen alle zu glauben, dass es ja nicht so schwer sein kann und eigentlich ganz leicht klingt. Selbst, dass einige klar und eiskalt angelogen wurden (mit falschen Versprechungen und klaren Aussagen, dass sie ein Festgehalt verdienen würden) schien sie im weiteren Verlauf des Seminars nicht mehr zu stören. Darunter auch gestanden (ältere Frauen und Männer zum Teil studierte Leute, wo man sich dann später echt fragt, aber ich war ja auch nicht besser). Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich noch der skeptischste dort war, dachte mir aber gleichzeitig auch, ich kann mir die Einarbeitung ja wenigstens mal anschauen (bekomme ich ja gratis), traute der Sache aber inzwischen gar nicht mehr, denn dann würde das ja jeder machen und jeder müsste 4-5 Stufe-Eins-Außendienstler unter sich haben, die diese Ambitionen dann natürlich NICHT haben, was mir doch etwas unwahrscheinlich vorkam. Andererseits dachte ich aber auch, was hab ich zu verlieren. Zum Glück auch wirklich ab da nichts mehr, da ich kurz darauf dann auch ausstieg und das kam so... Fakt war nämlich, dass nach dem Seminar, als ich erneut zu einem Gespräch zur „Nachbereitung des Seminars“ und Vorbereitung meiner Einarbeitungszeit eigeladen wurde, mir weitere Details bekanntgegeben wurden. Wieder wurde die erste Stunde des Gesprächs nochmal die Vorstellung geweckt, dass diese Stufe zwei (ab der man ja erst effektiv dann Geld bekommt von den Provisionen der Außendienstler und die ausgeschriebene Tätigkeit endlich ausführen kann) ganz leicht zu erreichen wäre, quasi schon fast durch wäre. Dann plötzlich ganz kurz vor Ende des Gesprächs wurde mir mitgeteilt, dass ich doch bis zum nächsten Ma eine noch Liste aufschreiben/anfertigen soll, mit allen Personen, die ich so kenne und wir dann diese mal durchgehen wollen, um dann die 20 Personen zu finden, die wir dann ja besuchen müssten für diese Gespräche. Sie können sich vielleicht mein Gesicht vorstellen, als diese Worte gesprochen waren! Ich war nicht nur schockiert und dachte irgendwie ich hätte mich verhört, ich war auch kurz davor zu fragen, ob er noch ganz dicht wäre oder mich verarxxxxx will. Ich sagte dann klipp und klar, dass ich doch vorher ausdrücklich gesagt hätte, dass ich keine Adressdaten herausgeben möchte und er auch gemeint hätte, dass das gar kein Problem wäre. Das war dann aber plötzlich völlig egal, wenn ich das nicht möchte geht es eben nicht (so gesehen ja auch wirklich kein Problem…nur hätte er das vorher gesagt, hätte ich Zeit und Geld gespart), weil ich ja erstmal diese 500 Einheiten machen muss und die gehen nur über die Gespräche. Und als ich einwarf, dass ich doch einfach nur mit Außendienstlern zu deren Gesprächen mitgehen sollte, meinten die zwei (mein Einarbeiter und die Personalerin vom Anfang), dass diese ja nun nicht für jeden Neuling die Termine schon hätten, sondern diese uns quasi nur begleiten und wir uns schon selber (zu Übungszwecken, damit wir später wüssten wovon die Außendienstler sprechen) darum kümmern müssen. Dass dies anfangs genau umgekehrt dargestellt wurde, wird denke ich, spätestens jetzt sehr deutlich. Ich finde das Betrug, wenigstens jedoch arglistige Täuschung und Vorspiegelung falscher Tatsachen, was in meinen Augen einen

Kommentar von BlackWidow ,

Hallo User20148,  ich mache gerade genau das selber durch. Ich war zum Tag der Deutschen Einheit in Potsdam zu diesem Seminar, was meine Familie und ich schon sehr merkwürdig fanden. Am Anfang klang das alles sehr gut bis ich aufeinmal hörte ich soll 500 E selbst erzeugen. Und man nach diesen 500 E schon diesen goldenen Jaguar bekommt, bei der Einarbeitung? Und in Stufe sollte ich ein Gehalt von 8100,-€ Brutto bekommen obwohl ich 0 E machen würde und dafür meine MA die Einheiten rein arbeiten sollten. Ich stecke gerade voll drin und weiß ehrlich nicht was tun soll! Das alles kommt mir wie ein Riesen Luftschloss vor.

Antwort
von fondskaeufer, 2.781

Eindeutig Betrug, die HMI hat sich nicht ohne Grund umbenannt.

Die Strukturvertriebe sind darauf ausgelegt, dass Du die ersten 4 Wochen aus Dummheit Deine Freunde und Verwandten ausnimmst und danach Dich selbst, weil Du ab der 5. Woche nicht ein lausigen Euro bei diesem Laden mehr verdienst.

Alle Typen dort haben dicke Autos und lausige kleine Mietwohnungen und einen Berg schulden.

Das einzig gute sind die Reisen für gute Verkäufer, auf denen es kostenlose Prostituierte in Hülle und Fülle gibt, alles andere ist unterste Schublade.

Ich kenne mehr als 20 Leute, die dort gearbeitet haben und alle sind irgendwann gescheitert. Lass es!

Antwort
von User20148, 2.731

wörtlichen Aussage dachte ich mir, ist es vielleicht doch einigermaßen seriös sein könnte und es gibt bestimmt parallele Ausbildungen (und auch Seminare) für diese (mysteriösen) Außendienstmitarbeiter, die es doch noch nicht gab (was ich auch noch erfuhr, weil die Geschäftsstelle erst aufgebaut werden soll, ahja) und ich bin ja dann Teambetreuer und Sachbearbeiter, so dass mich das nichts angeht und habe demzufolge dann das Seminar daraufhin nicht storniert (was zu dem Zeitpunkt eigentlich noch möglich gewesen wäre) sondern bin dann eben hingefahren. Zu dem Geld fürs Hotel kamen dann noch Benzinkosten, da das Seminar auch nicht um die Ecke war, sondern 270km entfernt in Potsdam. Zum Seminar selbst…was soll ich dazu sagen. Ich fand es hochgradig sinnfrei. Ich kann nicht mal behaupten, dass dort Gehirnwäsche betrieben wurde oder versucht wurde, uns etwas zu verkaufen, das alles eigentlich nicht, es wurde mehr versucht die niederen Instinkte der Leute unterschwellig zu wecken, vor Allem, was Gier und Neid angeht (ok, dann irgendwie ja doch Gehirnwäsche…). Während den (sinnlosen) Vorträgen, die meist reichlich inhaltslos waren, wurden immer wieder Zwischenbemerkungen fallen gelassen, die klar machten (mir zumindest), dass die Leute sich als „etwas Besseres“ heraushoben und sich als wohlhabend (um nicht zu sagen reiche Säcke) präsentierten und den Leuten im Seminar glaubhaft machen wollten, dass dieser zur Schau gestellte übermäßige Wohlstand ganz easy erreichbar wäre, wenn man einfach bei der Ergo beginnt und den Anweisungen und Strategien der „Einarbeiter“ folgt. Es wurde einem suggeriert (zwischen den Zeilen), dass Wohlstand toll ist und ein großes Auto, ein Verdienst jenseits der 10-20.000 EUR monatlich ganz locker schon zu Beginn ohne eigentliche, großartige Arbeit drin sind und auch Millionen später kein Problem sind (zwischen den Zeilen wohlgemerkt), es war nicht direkter Seminarinhalt (oder nur zum Teil, als der Strukturvertrieb (natürlich nie so genannt) im Detail erklärt wurde). Man muss sich das so vorstellen, dass sich dort im teuren Designeranzug gekleidete Managertypen um die 40-50 vor die Teilnehmer (meist Arbeitslosen, Hausfrauen und Studenten, die hoffen ein bisschen Geld in einer ehrlichen Arbeit haupt- oder nebenberuflich verdienen zu können) stellen und mit riesigen (teuren), glänzenden Uhren, fetten Autos und Steuerhinterziehungen prahlen, während sie (hauptsächlich) relativ sinnlose Dinge (zur und rund um Versicherungen) erläutern, die ich mir im Selbststudium besser und ausführlicher in 1-2 Stunden hätte erlesen können (bzw. auch schon hatte). Außerdem wird mit idealen Beispielen gerechnet und Beträgen die für die Menschen Ostdeutschlands im Schnitt nie und nimmer erreicht werden können. Der Strukturvertrieb, der hinter der ganzen Sache steckt wurde den Teilnehmern als ganz normaler, schneller und unkomplizierter Aufstieg verkauft, als ob wir (die Teilnehmer) doch eigentlich alle schon „so gut wie“ automatisch die zweite Stufe des Vertriebs erreicht hätten (die erste Stufe wäre ja nur die Ausbildung und quasi ein Selbstläufer), dazu bräuchte man „nur“ 500 eigene Einheiten erwirtschaften (was abzuschließenden Versicherungssummen von ca. 297.500,00 EUR entspricht, was (mal theoretisch) ca. fünf 25jährigen Personen entspricht, die monatlich (40 Jahre lang) 125 EUR ansparen in eine Altersvorsorge), laut Dozenten wäre das ja gar kein Problem. Wenn man diese 20 Gespräche begleitet, bekommt man diese Verträge, die sich ja auch fast zwangsläufig daraus ergeben (angeblich aus 4 Gesprächen je mindestens ein Vertrag) als eigene Einheiten gutgeschrieben (obwohl man ja nur begleitet?!), das fand ich schon komisch, dachte aber idiotischerweise noch immer irgendwie, dass sie ja Sachbearbeiter suchen und ich vielleicht nur Glück hätte, dass ich kein Außendienstler bin, den sie suchen, sondern zu den neu gesuchten Führungskräften gehören soll (inzwischen waren wir auch keine Teambetreuer mehr, sondern Teamleiter und Nachwuchsführungskräfte, natürlich erst nach der Einarbeitung) und sie einen gleich so in Stufe 2 heben (mehr oder weniger). Im Nachhinein echt

Antwort
von Scotty361, 701

Heute auf einem Event der ERGO Pro gewesen und ich muss sagen

Ich habe in meinem Leben noch nie sowas erlebt solch großartige Impulse um ein erfolgreicher Unternehmer zu werden !

Für jeden jungen Menschen einen Riesenschritt und eine riesige Chance !!

Vielen Dank Ergo Pro !

Kommentar von Alpha1986 ,

Du hast nich die Möglichkeit dem ganzen zu entgehen 👍

Überlege es dir! Es gibt nicht ohne Grund so viele schlechte Aussagen zu der Ergo im Netz!

Antwort
von User20148, 2.295

Ich habe hier ein für Sie vielleicht interessantes Thema, bzw. interessante Informationen in Form eines persönlichen Erfahrungsberichtes mit einer Versicherungsgruppe und deren (unseriösen) Geschäftspraktiken zum Anwerben vom Verkäufern, bzw. „Erwerb“ von Adressdaten. Ich selbst bin ein gelernter Bankkaufmann, 35 Jahre alt und zur Zeit der beschriebene Ereignisse nach eigener Kündigung im Vorjahr arbeitssuchend. Nachdem im Osten Deutschlands viele Banken abbauen und keine Sachbearbeiter neu einstellen (wenn wirklich mal eine Stelle frei wird, wird diese sofort bankintern besetzt), bin ich leider schon länger arbeitssuchend und habe schon diverse „seltsame“ Angebote bekommen und war verzweifelt genug anfangs auch an dieses „Angebot“ zu glauben. Ich möchte Ihnen nun von meinen Erfahrungen mit einer großen Versicherungsgesellschaft berichten, welche ich anfänglich eigentlich noch für seriös hielt, was sich aber komplett geändert hat und von welcher ich nur in allen Belangen abraten kann. Ich wurde von einer Dame (nachdem ich mein damaliges Stellengesuch auf einigen Portalen online gestellt hatte) telefonisch kontaktiert, die sich als Mitarbeiterin der „Ergo Versicherung“ ausgab und mich zu einem Vorstellungsgespräch für eine Sachbearbeiterstelle einladen wollte. Ich habe dieses daraufhin voller freudiger Erwartungen angenommen. Beim Gespräch selbst stellte sich dann heraus, dass es eine Stelle als “Team-Betreuer“ sein soll. Um diese Stelle zu erreichen (was ich schon leicht seltsam fand) sollte man zuerst einmal drei Monate UNBEZAHLT eingelernt werden (ich als Bankkaufmann kannte das so bisher nicht und fand es schon etwas komisch). Später wurde mir diese Einarbeitung als „kostenfreie Ausbildung“ schmackhafter gemacht, weil man den Titel des „Rentenfachmannes“ erwerben könne und die Ergo ja alles zahlt. Ich sollte danach (nach 3 Monaten Einarbeitung) ein Team von 5-9 Außendienstmitarbeitern betreuen und für diese dann die Verträge ausfüllen, Berechnungen machen, usw., typische Sachbearbeiter-Aufgaben (und dies wären meine Hauptaufgaben, wurde mir gesagt!). Bezahlt werden sollte ich mit ca. 800 EUR Brutto pro Mitarbeiter, den ich betreuen würde. Was natürlich super klingt (aber auch nicht zu hoch in der Finanzbranche liegt, so dass es glaubhaft war). Der Betrag wäre abhängig von den Zeiten, die die Mitarbeiter anwesend seien, wären dies im Urlaub, würde ich weniger bekommen, aber da nie alle gleichzeitig krank wären oder Urlaub machen würden, würde ich immer GARANTIERT einen MINDESTBETRAG erhalten. Dieser würde dann so bei ca. 2.400-3500 EUR Brutto monatlich liegen. Das alles klang soweit, trotz einiger für mich ungewohnter Erklärungen, irgendwie doch ganz gut und akzeptabel. Achja, es wurde noch kurz am Rande erwähnt, dass man für die „Ausbildung“ 20 Kundengespräche begleiten muss, aber nicht selbst führen sollte oder müsste, sondern einfach mit einem Außendienstmitarbeiter einfach mal mitfährt und sich dessen Gespräche dabei anhört. Ich fand auch das schon wieder etwas komisch, aber dachte mir, wenn ich selber nichts verkaufen muss (und das wurde mir absolut fest zugesichert!) und mit zu Terminen der (schon eingestellten und erfahrenen – so dachte ich) Außendienstmitarbeiter mitgehe, ist das ja auch kein großes Problem.

Antwort
von User20148, 2.055

Nachdem alles ganz gut klang, und sie mich quasi am „Haken“ hatte, kam noch ein kleiner Nachtrag, dass man zu Beginn dann noch ein kleines Grundseminar (wird einem als Ausbildung verkauft) besuchen muss, was den Einstieg der Ausbildung sozusagen eröffnet. Dort wird man in einem luxuriösem Hotel untergebracht und bekommt die Übernachtung und gutes Essen und muss dafür nur eine „kleinen“ Selbstbeteiligungsbetrag zahlen, die restlichen Kosten übernimmt natürlich die Ergo, der Selbstkostenanteil beträgt nur läppische 123,50€. Ich finde es im Nachhinein völlig überteuert für eine einzelne Nacht in einem Hotel (was nicht zu luxuriös war) und das Essen war auch nicht die Wucht. Naja, ich fand es damals schon recht teuer und habe mich auch etwas gewundert (im Nachhinein sieht man die Anzeichen dann auch immer wesentlich deutlicher und nimmt es klarer wahr), man muss aber auch sehen, dass ich und viele andere zu diesem Zeitpunkt große Hoffnungen hatent, man die Familie nicht enttäuschen will, man will endlich wieder einen Job, man klammert sich dann auch an Strohhalme und will endlich aus der Arbeitslosigkeit heraus, man denkt, die Ergo ist ja ein großer Konzern und verkaufen muss man ja auch nichts, also kann das ja alles nicht so schlimm sein und wird schon seine Richtigkeit haben. Am Ende dachte ich mir, ich muss eben vielleicht auch einfach mal etwas riskieren, um etwas zu erreichen. Also sagte ich dann zu. Zu einem weiteren Folgetermin (um noch offene Fragen zu klären) kam dann auf meine konkrete Nachfrage hin, ob es sich hier nun eigentlich um ein Festgehalt handeln würde, zuerst eine ausweichende Reaktion. Später wurde dann aber zugegeben, dass es schon eine Art Provisonsverdienst ist, aber dieser im Schnitt so pro Mitarbeiter, den ich betreue soll bei ca. 800 EUR Brutto liegt und sich aus einem so wörtlich „FIXGEHALT UND PROVISIONSANTEIL“ zusammensetzen würde. Die genaue Berechnung des Ganzen würde ich dann auf dem Seminar erfahren und das wäre jetzt viel zu kompliziert (dass diese Aussagen eine glatte rotzfreche Lüge und totaler Unsinn war, erfuhr ich leider erst auf dem Seminar, erstens stimmt es nicht, da ist gar kein Fix-Anteil (Grundgehalt) und zweitens ist die Rechnung sehr einfach 4,50 EUR pro verkaufter Einheit eines Mitarbeiters)! Ich fragte nach, ob dass dann nicht auch eine Art Selbständigkeit wäre, dies wurde dann auch etwas missmutig bejaht, aber auch gleich relativiert, dass es ein Zwischending wäre, nämlich eine „arbeitnehmerähnliche Selbständigkeit“, mir wurden Vor- und Nachteile des Konzepts erläutert, wobei es dann eigentlich (wen wundert es) keine wirklichen Nachteile gab. Ich wäre trotz des Provisionsstatus ein Angestellter der Ergo mit Vertrag und Urlaub sowie Kündigungsfrist…mhm, naja, als Nicht-Jurist glaubt man das dann eben erst einmal.

Bei diesem Folgetermin lernte ich auch meinem späteren Vorgesetzten und „Einarbeiter“ kennen. Ich hatte mich zuvor im Internet dann doch nochmal etwas zu dem Thema „Grundseminar“ belesen und bin auch auf viele skeptische Meinungen und Berichte getroffen, dachte mir aber immer, dass es dort ja eigentlich nur um „Außendienstmitarbeiter“ geht, nicht um künftige Teambetreuer und spätere Sachbearbeiter und habe es daher auch nicht wirklich hören wollen. Um meine doch gewachsene Verunsicherung aber doch wieder etwas zu beruhigen fragte ich meinen künftigen „Ausbilder“, ob es denn stimmen würde (wie gelesen), dass man nach dem Besuch des Grundseminars Adress-Daten von Verwandten und Bekannten liefern soll und daraus diese ominösen 20 Gespräche, die nötig sind, um überhaupt Geld zu verdienen, zu generieren. Ich erklärte ihm auch gleich ausdrücklich, dass ich dazu nicht bereit bin und das definitiv(!) nicht möchte! Er sagte mir dann wörtlich, dass das KEIN PROBLEM IST und WENN ICH DAS NICHT MÖCHTE, DAS AUCH NICHT MUSS. Aufgrund dieser

Antwort
von Candlejack,

Die Ergo Pro ist die/der umbenannte HMI Vertrieb. Danach zu googeln ist noch ergiebiger als nach der DVAG ;-) Die gefundenen Treffer dürften Deine Frage voll und ganz beantworten: Finger weg !

Antwort
von Ruckus, 2.111

Ganz ehrlich ich würde auch sagen dass man lieber die Finger davon lassen sollte. Fachwissen wäre hier wirklich angebracht, dann hätte man einen etwas anderen Blick auf das Ganze!

Antwort
von Maurice2014, 1.882

Vielen Dank für diesen ausführlich Beitrag !!!! Ich hätte jetzt Freitag mein ersten Termin gehabt

Antwort
von gandalf94305,

Ein Strukturvertrieb: http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk-Marketing

Der Druck, immer weitere Verträge zu verkaufen und andere "Mitarbeiter" zu rekrutieren, wächst mit der Zeit.

Finger weg!

Antwort
von jona968,

Lass bloß die Finger davon.

Es handelt sich um einen Strukturvertrieb.

Dieser ist allein darauf ausgerichtet, das Mitarbeiter immer wieder neue Mitarbeiter rekrutieren, die dann erst einmal wie Heuschrecken über Verwandte und Bekannte herfallen sollen, um ihnen irgendwelche Versicherungsprodukte aufzuschwatzen.

Nichts gegen Versicherungen: Aber bitte mit vernünfitgen und gut ausgebildeten Beratern.

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