Frage von KleinAnleg,

Kapitalerträge und Gewinne durch Aktienanlagen relevant für GKV?

ich hatte in 2012 Glück mit meinen Aktien und anderen Anlagen. Ich habe Gewinne erzielt und realisiert.

Ich bin in der GKV. Muss ich der GKV diese Erträge mitteilen und Beiträge nachzahlen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von alfalfa,

Wenn Sie pflichtversichert sind in der GKV: Nein Wenn Sie freiwilliges Mitglied in der GKV sind: Ja

Details für freiwillig versicherte GKV Mitglieder dazu hier: http://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/grundprin...

Kommentar von LittleArrow ,

So ist es leider.

Kommentar von KleinAnleg ,

ich gehöre zu Gruppe 1 und frage ich dennoch, ob das "gerecht" ist.

Kommentar von alfalfa ,

oh, im SGB V gibt es einige Arabesquen....Da kann einem nur der Kitt aus der Brille fliegen. Rationierung und Priorisierung haben längst Einzug gehalten...

Kommentar von KleinAnleg ,

dann werde ich das Ding mal lesen, wenn ich Zeit habe. Gut, dass meine Brille keinen Kitt mehr hat :) Und gut auch für die Versicherung, denn sonst muss sie ggf. auch noch Brillen-Ersatz-Kosten tragen (anteilig natürlich).

Antwort
von RHWWW,

Hallo,

Pflichtversicherte zahlen keine Beiträge aus Zinsen, Mieteinnahmen und Aktiengewinnen. Dies gilt für alle Arbeitnehmer (Bruttoverdienst über 450 Euro monatlich), Alg-Bezieher, Alg II-Bezieher und Studenten in dr studentischen Krankenversicherung. Ebenso gilt gilt es für alle Rentner, die in der 2. Hälfte des Berufslebens mindestens 90% in der GKV-versichert waren. Nur Rentner, die längere Zeit in der PKV oder im Ausland (es gibt Ausnahmen) waren, brauchen Beiträge aus Zinsen/Aktiengewinnen zahlen.

Alle Pflichtversicherten in der GKV sind in § 5 Absatz 1 SGB V vollständig aufgelistet.

Neben diesen speziellen genannten Rentnern gibt es zwei größere Gruppen, die sich mit der Beitragspflicht von Zinseinnahmen beschäftigen sollten:

  • Arbeitslose, die keine staatlichen Leistungen beziehen

  • Selbständige, die nur durch die Zinsen/Aktiengewinne die Mindesteinnahme von 1347 bztw. 2021 Euro überschreiten (deren Einkünfte als Selbständige unter 3937 Euro liegen)

Wenn diese beiden Gruppen später eine Rente aus der gesetzlichen Renzenversicherung beziehen und nicht mehr berufstätig sind, gilt wieder die oben beschriebene Unterscheidung für Rentner.

Gruß

RHW

Antwort
von LittleArrow,

Ergänzung zum Beitrag von alfalfa:

Erschreckend ist die Mehrfachbelastung für freiwillig versicherte GKV-Mitglieder durch 25 % Abgeltungsteuer, 5,5 % Soli (auf die Abgeltungsteuer), max. 17,8 % für Krankenkasse und Pflegeversicherung, also insg. bis zu 44,2 % der Kapitaleinkünfte bis zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von € 3.825 für die beitragspflichtigen Gesamt(brutto)einnahmen in 2013. Dies läßt erahnen, welche Belastung im Rentenalter daraus für diese Mitglieder resultiert. Die begrenzte steuerliche Ansetzbarkeit der GKV-Beiträge für Vorsorgeaufwand ist dabei nur ein schwacher Trost. Inflationsverluste beim Kapitalvermögen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Besondere Beutelschneiderei oder Zeit-/Papierverschwendung bedeutet die Nichtübernahme des steuerlichen Sparerpauschbetrages, sondern die Einführung eines Sonderbetrages für Werbungskosten: "Als Werbungskosten ist bei Einnahmen aus Kapitalvermögen ein Betrag von 51 Euro pro Kalenderjahr zu berücksichtigen, sofern keine höheren tatsächlichen Aufwendungen nachgewiesen werden." (Quelle: Link von alfalfa, § 3, 1b), was zu einem Mitglieds-Sonderopfer von bis zu ca. € 169/Jahr führt.

Kommentar von KleinAnleg ,

vielleicht sollten einige Verfahren gegen die Gesetzgebung angestrengt werden. Gerecht klingt das nicht.

Kommentar von alfalfa ,

Tja, da sind die Kassen autonom und argumentieren damit, dass man sich ja auch alternativ in der PKV absichern kann...

Kommentar von KleinAnleg ,

oder so... Die GKV wäre wohl auch gerne eine PKV :)

Kommentar von barmer ,

Bitte die Kirche im Dorf lassen:

Die Abgeltungssteuer plus Soli kann man ja wohl schlecht den Kassen anlasten.

Und die steuerliche Belastung dieses arbeitslos erzielten Einkommens ist immer noch geringer als die eines durch Arbeit erzielten Einkommens.

Außerdem ist es falsch, dass GKV-Beiträge nicht unbegrenzt abgesetzt werden können Sie können es, sogar zu einem höheren Prozentsatz als PKV-Beiträge.

Es gilt nach wie vor: Wer über hohe Einkommensteuer klagt, hat entsprechend viel verdient und verdient mein Mitleid nicht.

Kommentar von alfalfa ,

Stimmt, was jedoch angelastet werden kann ist die unterschiedliche Berechnungsgrundlage für freiwillig und gesetzlich Versicherte Personen bzw. die Auslegung des § 240 SGB V. Nicht jede Selbständige Person, Status freiwillig versichert in der GKV - verdient im Spitzenbereich. Und die Fiktion, dass ca 2000€ als untere Grenze angesetzt werden ist auch eher willkürlich. Das Gros der Ein Personen Selbständigen, liegt nach jüngster Statistik der BA - bei rund 1700€ zu versteuerndes Einkommen. Also ein wenig Sand ist da schon im Getriebe....

Kommentar von KleinAnleg ,

das sehe ich auch so. Dass es einen Unterschied zwischen freiwillig und gesetzlich gibt.

Und wenn dann noch der freiwillig Versicherte Selbständig ist (Einzelunternehmer), dann zahlt er auch seinen 'Arbeitgeberanteil'.

Kommentar von LittleArrow ,

Beklagenswert ist nicht die hohe Einkommensteuer oder die Abgeltungsteuer, sondern die hohe GKV-Belastung durch die begrifflich umfangreichere Bemessungsgrundlage der Einnahmen bis € 3.825 (Details: siehe oben). Dies wird im Rentenalter für freiwillig versicherte GKV-Mitglieder zur überproportionalen Belastung.

Für mich erschließt sich die Ungleichbehandlung bei der Einkommensbasis nicht. Es erfolgt damit auch eine Verkomplizierung bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen im Leben der Selbständigen, deren Komplexität kaum noch zu durchschauen ist. Es kann nicht Sinn sein, überall auch noch Berater beschäftigen zu müssen!

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