Frage von gurusucher, 233

Muss man Kapitalerträge aus einer Wohnungseigentümergemeinschaft in der Anlage KAP angeben?

Wenn man vom Verwalter der WEG eine Bescheinigung einer Bank erhält, in welcher vermerkt ist, dass das Rücklagenkonto der WEG soundsoviel Kapitalerträge erzielt wurden und soundsoviel Kapitalertragsteuer und Solizuschlag abgezogen wurden. Muss ich dann diese Erträge, dividiert durch meine Miteigentumsanteile, in meiner Anlage KAP angeben? für Antworten schon mal besten Dank im Voraus!

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Antwort
von Rat2010, 233

Es ist nicht üblich, die Erträge anzugeben und es interessiert das Finanzamt nicht, weil an das keiner zu wenig zahlt aber einige zu viel zahlen. In Jahren oder bei Eigentümern, in oder bei denen dadurch zu viel abgeführt wird (z. B. weil der Freibetrag nicht ausgeschöpft ist), kann man sich die zu viel abgeführte Abgeltungssteuer (durch Erklärung in der Anlage Kap) erstatten lassen.

Gerade wenn man ohne die Zinserträge auf Rücklagen keine Anlage Kap abgeben müßte, scheint sicherlich vielen der Aufwand der zusätzlichen Anlage für den Nutzen (der ja öfter im einstelligen Bereich liegen wird) enorm.

Ich finde das Thema wegen der Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer nicht so einfach. Vielleicht mag sich dazu irgendwer äußern, der sich schon damit befasst hat. Der Abzug sieht bei Kirchenmitgliedern anders aus als bei Nicht-Kirchenmitgliedern und eigentlich sollte es dafür irgendwo eine Regelung geben.

http://www.wohnen-im-eigentum.de/100928_kapitalertragssteuer_zurueckfordern

Antwort
von MaierC, 183

Müssen nicht! Man kann, denn die Kap.erträge aus dem Rücklagenkonto sind ja bereits mit der Abgeltungssteuer von 25% versteuert. Zu empfehlen ist es auf jeden Fall, wenn die gesamten Kapitalerträge unter dem Freibetrag von 801 bzw. 1602 € liegen. Denn dann bekommt man die einbehaltenen Kapitalertragsteuer zurück. Oder wenn der persönliche Steuersatz unter 25% liegt, dann wäre es auch sehr ratsam, diese in der Est-Erklärung in der Anlage Kap anzugeben.

Antwort
von EnnoBecker, 154

Normalerweise ist in der Abrechnung der WEG auch ein Teil wo die dir zuzurechnenden Kapitalerträge aufgezeichnet werden.

Eigentlich müsste man für die WEG eine Feststellungserklärung anfertigen, aber das Finanzamt verzichtet regelmäßig darauf und erkennt die Kapitalerträge und die Kapitalertragsteuer auch so an.

Was mig112 schreibt, ist Unsinn. Selbstverstöndlich sind dir die Kapitalerträge und auch die anrechenbaren Steuern anteilsmäßig zuzurechnen.

Antwort
von mig112, 147

ES IST NICHT DEIN KAPITAL - folglich sind es auch nicht DEINE Erträge! Die Abgeltungssteuer hat bereits die fiskalischen Aspekte erledigt...

Kommentar von Rat2010 ,

Steuerlich sind es seine Erträge. Vor allem ist es seine Abgeltungssteuer oder hast du dazu eine Quelle?

Kommentar von mig112 ,

Das Geld der Rücklagen einer WEG ist NICHT mehr dem einzelnen Eigentümer zuzuordnen! Somit auch zwangsläufig nicht dessen Erträge.

Kommentar von FREDL2 ,

@mig112: Na sowas! Der Anteil meiner Rücklagen ist immer fein säuberlich in der jahresabrechnung aufgeführt.Ich pinsle die 4,23 (circa) Abgeltungssteuer jedes Jahr in die Anlage KAP rein und bekomme sie auch zurück. Hergeschenkt wird nix.

Kommentar von mig112 ,

@Fredl, dann versuch' doch einmal DEINE Anteile an den Rücklagen bei Veräußerung der Wohnung wiederzuerlangen... :-))

Kommentar von jowaku ,

Auch wenn man sie nicht ausgezahlt bekommen kann, werden sie bei Veräußerung der Wohnung mitverkauft und sind sogar ggf. als extra-Posten im Kaufvertrag enthalten und extrazu bezahlen.

M. W. sollten sie sogar extra aufgeführt sein, um nicht der Grunderwerbsteuer zu unterliegen.

Kommentar von mig112 ,

Interessanter Hinweis, Jowaku, ich stelle es mir wirklich spannend vor, das Rücklagenkonto eines Immobilienkomplexes mit 300 Einheiten zu verwalten... ;-)

Kommentar von FREDL2 ,

@mig112: das "versuch" ich natürlich nicht! Aber ist eine ganz andere Baustelle und war auch nicht Inhalt der Frage.

Fakt ist, dass mein Anteil beziffert ist und die auf den Ertrag entfallende Steuer bei Erfüllung der Voraussetzungen zurückerstattet wird.

Ich verstehe auch nicht, wo das Problem liegen soll, "das Rücklagenkonto eines Immobilienkomplexes mit 300 Einheiten zu verwalten".

Kommentar von gurusucher ,

Sehr gut, genauso werde ich das auch handhaben!

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