Frage von guterwolf, 1.131

GbR - Geschäftsführer - Gewinnverteilung

Hallo, eigentlich war lt. unserem StB alles klar. 2 gründen eine GbR, einer wird Geschäftsführer, der andere Stellvertreter. Gewinnverteilung wie folgt: jeder bekommt seinen erwirtschafteten Gewinn (wobei ein Stundenhonorar festgelegt wird). Vom Rest erhält der Geschäftsführer 10% , es wird Gehalt für Angestellte gezahlt, Büromaterial etc. und der Rest wird 50:50 geteilt. Jetzt sagt unser Bankmensch, dass bei 2 Gesellschaftern beide als Geschäftsführer fungieren müssen???? Und bei der Gewinnverteilung wäre es so, dass eben nicht jeder die Hälfte bekommt, sondern der GF mehr. Es ist wichtig für unsere GbR, dass jeder Gesellschafter die Hälfte der Personalkosten trägt, d.h. die anteilige Höhe des Gehalts muss mindestens 460 € betragen, damit keine Scheinselbständigkeit unterstellt werden kann. Was der einzelne im Monat erwirtschaftet kann gleich sein, wird aber in der Regel unterschiedlich hoch werden. Das hat aber jetzt nichts mit der tatsächlichen Gewinnverteilung nach Abzug der Vorabvergütung, Personalkosten, Bürokosten zu tun, oder?

Kann auch gern ein Beispiel nennen.

Gesamteinnahme pro Monat: 13.000 € davon erhält Ges. 1 = 5000 € und Ges. 2 = 4000 € jeweils für seine selbst erwirtschaftete Leistung. Verbleiben 4000 €. Davon ab: 920 € Gehalt und 1300 € für Geschäftsführer. Verbleiben 1280 € abzügl. ggf. Bürokosten von 280 € = 1000 €/Monat x 12 Monate = 12.000 : 2 = 6000 € am Jahresende zusätzlich für jeden Gesellschafter.

Nach Meinung unseres StB sind damit alle Kosten 50:50 geteilt und der Gewinn auch.

Unser StB hat gesagt, dass die zusätzliche Vergütung, die der GF erhält, in die Betriebsausgaben fällt und der tatsächliche Gewinn nach Abzug der Betriebskosten ausschlaggend ist und dieser wird ja hälftig geteilt.

Unser Bankmensch sagt, das wäre falsch.

Dankbar für eure Einschätzung.

Antwort
von wfwbinder, 1.131

Aus meiner Sicht ist so ziemlich viel durcheinander geworfen worden.

  1. Was die Grundvoraussetzungen in einer GbR sind, steht in §§ 750 BGB ff.

  2. Dazu gehört u. A. auch, dass in einer GbR grundsätzlich alle Gesellschafter zur Geschäftsführung berufen sind und der Gewinn nach Köpfen geteilt wird. 1:0 für den Banker.

  3. Wie fast immer, kann man aber vertragliche andere Maßstäbe und Bestimmungen vertraglich festlegen 1:1

  4. Wenn ihr wollt, dass einer die Geschäftsführung hat udn der andere Stellvertreter ist und dies im Vertrag festgelegt ist, dann ist das so. 2:1 für Euch.

  5. Das Gewinnvorab für den Geschäftsführer gehört mit in die Gewinnverteilung und in die Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte und sind keine Betriebsausgaben (wie EnnoBecker schon schrieb). 0:1 gegen den StB (kann ncit glauben, das der das gesagt hat).

  6. Eure Gewinnverteilung ist für eine GbR Gesellschaft eher ungewöhnlich, sondern erinnert mehr an eine Art Betriebs- und/oder Bürogemeinschaftsmischung mit GbR, aber es ist vertraglich zulässig.

  7. Wenn ihr damit zufrieden seid, macht weiter so. Nur eben "Gehalt für Geschäftsführer" ist keine Betriebsausgabe, sondern Teil des Gewinns.

Kommentar von guterwolf ,

ok. Was meinst du mit "ungewöhnlich"? Dass jeder erst mal seinen selbst erwirtschafteten Anteil bekommt? Das ist doch in Ordnung. Wird bestimmt vorkommen, dass der eine oder andere mal Urlaub macht und in der Zeit nichts erwirtschaftet. In dem Fall müsste ja dann der andere von seinem Umsatz die Hälfte abgeben und das wollen wir nicht.

Es geht auch mehr um die Frage, dass eben jeder die Kosten zur Hälfte zu tragen hat und da der GF ja vor der letztendlichen 50:50 Aufteilung eine Vorabvergütung bekommt (die dann keine Betriebsausgabe ist) wollte ich wissen, ob irgendein Amt sagen kann, nee - Gesellschafter A trägt eben nicht 460 € Gehaltskosten, sondern wegen mir nur 390 € anteilmäßig.

Dieser Punkt ist extrem wichtig für uns.

Kommentar von wfwbinder ,

Ungewöhnlich, weil man, wenn jeder seine direkte Arbeit vergütet bekommt, man eher von 2 Einzelbetrieben sprechen kann, die sich die Kosten für gemeinsame Betriebsräume und für Personal teilt, welches für beide tätig ist.

Das typische an einer Gesellschaft ist z. B. das, wenn einer krank ist, dieser trotzdem 1/2 (bzw. eine abweichenden Anteil) des Gewinns erhält.

Aber wie schon geschrieben, wie ihr es aufteilt, ist Eure Sache. Dafür habt ihr ja einen Vertrag.

Wie ihr das berechnet, ist wiederum Eure Sache. Wenn Ihr also in der (internen) Gewinnverteilung so rechnet, als wäre das Vorab wie ein Gehalt, so könnt ihr auch das machen. Nur steuerlich wird es eben wie ein Gewinn aus Gewerbebetrieb behandelt und nicht wie ein Gehalt.

Antwort
von vulkanismus, 780

Dein Bankmensch sollte sich auf seinen Beruf beschränken und in Steuersachen die Sch... halten.

Eine Firma macht Gewinn.

Daraus werden die Gesellschafter (wie vereinbart) bezahlt.

Antwort
von EnnoBecker, 677

Was ist denn jetzt dein Problem?

Natürlich ist ein Gewinn-Vorab in die Feststellungserklärung einzubeziehen, da gibt es doch gar keine Zweifel.

dass bei 2 Gesellschaftern beide als Geschäftsführer fungieren müssen

Die multiplen Fragezeichen erschließen sich mir nicht. Die Befugnis und Verpflichtung zur Geschäftsführung einer GbR ist doch seit 1899 nicht in Zweifel, also woran hakt es hier genau?

Kommentar von guterwolf ,

mein Problem ist, dass auf jeden Gesellschafter 50% der Gehaltskosten entfallen müssen!!!! und wenn jetzt der GF vorab eine Vergütung bekommt, ob dann die Verteilung noch stimmt (der Restgewinn wird ja 50/50 geteilt).

Kommentar von EnnoBecker ,

Das verstehe ich nicht. Zum einen bekommen Gesellschafter einer GbR kein Gehalt (obwohl das tatsächlich möglich wäre). Und zum andern verstehe ich nicht, warum beide gleich viel bekommen.

Kommentar von guterwolf ,

das soll und ist kein Gehalt, sondern einfach eine zusätzliche Vergütung, weil ich die ganze adminstrative Arbeit mache( Werbung, Kundengewinnung,Verträge etc.), das Büro stelle. Gleich viel bekommen beide ja nur aus dem tatsächlichen Gewinn, der am Jahresende über bleibt.

Ansonsten bekommt jeder seinen selbst erwirtschafteten Anteil pro Monat.

Kommentar von EnnoBecker ,

Langsam verstehe ich.

Das ist keine Vergütung, sondern Gewinn-Anteil. Die Höhe des "tatsächlichen Gewinns, der am Jahresende über bleibt", ändert sich dadurch um keinen Cent.

Rechnen wir mal ein Beispiel:

Die AB GbR erwirtschaftet einen Gesamthandsgewinn von 100 ...Aaaachtung, vulki: k.

A und B sind jeweils mit 50% an der GbR beteiligt. A sonnt sich aber das ganze Jahr über nur und B schmeißt den Laden. Hierfür darf er sich vor der Verteilung des Gewinns 20 extra nehmen.

Der Restgewinn von 80 wird den Beteiligungsquoten entsprechend verteilt.

A werden insgesamt 60 zugewiesen und dem B 40.

Wo steckt jetzt genau euer Problem?

Kommentar von guterwolf ,

ok, dann ist es ein zusätzlicher Gewinnanteil.

Unser Problem ist, dass jeder der Gesellschafter 50% der Gehaltskosten zahlen muss. Um nicht rentenversicherungspflichtig zu werden (was wir beide von Haus ist nicht sind, da unser katalogähnlicher Beruf nicht unter die Versicherungspflicht fällt) muss jeder der Gesellschafter mindestens 460 € Lohnkosten tragen, d.h. so lange wir eine sozialversicherungspflichtige Angestellte mit einem Bruttogehalt von ca. 920 € beschäftigen und auf jeden Gesellschafter 50% = 460 € entfallen, sind wir nicht rentenversicherungspflichtig und erfüllen ein weiteres Kriterium der DRVB in Bezug auf Scheinselbständigkeit.

Ich möchte nun wissen, ob das so - wie beschrieben - funktioniert. Jeder kriegt seinen erwirtschafteten Gewinn, der GF 10% extra und der Gewinn nach Abzug aller vorab gezahlten Gewinnanteile und Kosten wird halbe halbe geteilt.

Vertraglich wird das so festgelegt. Kann also ein Gesellschafter, auch wenn der andere etwas mehr erhält, dann trotzdem die 50% Gehaltskosten tragen?

Anders kann ich es nicht beschreiben.

Kommentar von EnnoBecker ,

Versteh ich nicht.

Die Gesellschafter sind doch Mitunternehmer an einer Personengesellschaft, wie kann denn da eine Scheinselbständigkeit entstehen?

Außerdem zahlt die GbR das Gehalt eurer Angestellten. Wenn ihr etwas auf die Bank der Gesellschaft einzahlt, ist das eine Einlage oder ein Darlehen.

Kommentar von guterwolf ,

weil die DRV zur Zeit der Meinung ist, dass Altenpfleger/Krankenpfleger/Honorarärzte nicht freiberuflich arbeiten können und zu 90% als scheinselbständig einstuft. Hat man aber eine sozialversicherungspflichtige Angestellte, hat man gute Chancen als selbständig zu gelten. Dazu muss aber jeder mindestens 460 € im Monat aufwenden.

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