Frage von guterwolf, 656

GbR Jahresabschluss

Eine GbR kann ja keinen Gewinn machen, diese werden den Gesellschaftern ja anteilig ausgezahlt.

Dazu meine Frage: muss das Konto (Bank) per 31.12. einen 0 Stand aufweisen? Oder kann auf dem Konto ein Restbetrag verbleiben? Per EÜR ist der Gewinn - nach Auszahlung bzw. Gewinnverteilung - gleich 0.

Vielen Dank.

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Antwort
von wfwbinder, 656

Du gehst, wie auch schon @EnnoBecker dargestellt hat von falschen Voraussetzungen aus.

  1. Gewinn ist nicht gleich Liquidtät

  2. Liquide Mittel bedeuten keinen Gewinn.

  3. ein erzielter Gewinn muss nciht ausgezahlt werden.

  4. Entnahmen kann man nciht nur tätigen, wenn man Gewinn erzielt hat.

Stell Dir einfach vor, am Jahresende wäre das Konto auf Null (nahe null) weil die GbR eine Investition getätigt hat (Beipiel 10.000,- für den Kauf eines Autos). Da der Wagen ja abgeschrieben wird, wäre bei einer Jahres-Afa von 2.500,-, ein Gewinn von 7.500,- entstanden, obwohl kein Geld mehr auf dem Konto ist.

Umgelehrter Fall, ein Kunde hat eine Anzahlung geleistet, aber die arbeiten haben noch nciht begonnen. Man hat eventuell keinen Gewinn gemacht, aber auf dem Konto ein paar tausend Euro durch die Anzahlung.

Der Gewinn wird durch Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung, oder durch Bilanz mit GuV ermittelt und mit einer Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte, auf die Gesellschafter verteilt.

Das hat aber weder etwas direkt mit den Entnahmen der Gesellschafter/Auszahlungen an die Gesellschafter zu tun, noch mit der verfügbaren Liquidität.

Auch eine GbR muss Rücklagen bilden, um den Geschäftsbetrieb abzusichern.

Kommentar von guterwolf ,

ok, mal sehen ob ich es verstanden habe:

der Gewinn wird auf die Gesellschafter aufgeteilt und von denen versteuert, egal ob der Gewinn ausgezahlt oder auf dem GbR Konto verbleibt?

So richtig?

Kommentar von wfwbinder ,

Genau so ist es.

Schließlich müsstet ihr ja am 31. 12. die Buchhaltung komplett fertig machen, den Gewinn ermitteln und dann noch auszahlen.

Geht schon rein technisch nicht mein Rat wäre, dass ihr im Jahr laufende Entnahmen macht, so wie ihr es zum leben braucht.

Dann möglichst flott im neuen Jahr den Gewinn ermitteln und ggf. etwas auf Eure Privatkonten überweist, wenn es die Liquidität der Gesellschaft zulässt.

Nur eines beachten, bevor ihr Sachen für die Gesellschaft (Auto, Maschinen usw.) bar bezahlt, aber private Anschaffungen auf Kredit kauft, solltet ihr das ggf. ändern.

Denn die Zinsen für Darlehen, mit denen ihr Investitionen bezahlt, sind in der Gesellschaft abzugsfähig. im privaten Bereich nicht.

Sonst kann man nur sagen, gute Liquidität für ein Unternehmen ist nur durch eines zu ersetzen, durch noch mehr Liquidität.

Kommentar von guterwolf ,

ok, alles verstanden - gut erklärt - danke.

Antwort
von Amicus, 514

Wichtig ist doch zunächst der Erhalt der GbR, denn immerhin bietet sie die Existenzgrundlage für die Gesellschafter. Deswegen müssen entsprechende Finanzmittel für ein Überleben der GbR auf dem Firmenkonto bleiben. Die Gesellschafter kommen erst an 2. Stelle (oder sollten sie). Häufig ist es schwierig, die finanziellen Bedürfnisse der GbR und diejenigen der Gesellschafter unter einen Hut zu bringen, so dass alle von dem zur Verfügung stehenden Geld leben können.

Als Unternehmer muss man abwägen, was einem wichtiger ist: Der Erhalt der Existenz in Form der GbR oder der private finanzielle Eigenbedarf. Ein längerfristig denkender Unternehmer sichert zuerst seine Existenz und baut sie aus, damit er später die Früchte ernten kann. Unternehmertum kann auch (besonders in den Anfangsjahren oder wenn der Gewinn zu gering ist) Verzicht auf privater Ebene und Arbeitseinsatz weit über das 'Normale' hinaus bedeuten. Das sollte man wissen, wenn man sich selbständig macht.

Kommentar von guterwolf ,

Ja, danke. heisst das jetzt, dass die Gewinnverteilung quasi nur auf dem Papier stattfinden kann? Die GbR selbst zahlt ja keine Steuern, darum geht es mir. Klar muss nicht alles ausgezahlt werden, aber die Gesellschafter müssen doch ihre Gewinne = Einnahmen versteuern.

Wenn ich also z.B. 1000 € auf dem Firmenkonto lasse, diese nicht an die Gesellschafter auszahle, werden doch für diesen Betrag keine Steuern berechnet.

Oder reicht es aus, wenn jeder Gesellschafter seine Hälfte als Einnahme in der Steuererklärung deklariert, obwohl er diese jetzt persönlich nicht vereinnahmt hat?

Kommentar von Moneysac ,

Meine GbR hat gar kein Firmenkonto...und nun? :D

Antwort
von Tina34, 431

..... dringender Ratschlag - sucht euch einen Steuerberater!

Ansonsten seit wann muß der Gewinn immer "ausgezahlt" werden. Dem ist es doch egal wo er liegt, steht etc.

Kommentar von guterwolf ,

wenn ich den Gewinn nicht auszahle, kann der Gesellschafter nicht drüber verfügen.

Kommentar von LittleArrow ,

Auch wenn er nicht darüber verfügen kann, muss er doch für den rechnerischen Gewinnanteil (je nach persönlicher Situation) Steuern zahlen. Dazu muss er, wenn der Gewinnanteil nicht ausgezahlt wird, in sein eigenes Portmonnaie greiben.

Kommentar von guterwolf ,

ja, ok - ich habe es ja jetzt verstanden. :-)

Antwort
von EnnoBecker, 371

Die Sachverhaltsdarstellung geht falsch los, bleibt dann aber stetig falsch und endet demzufolge auch falsch. Immerhin konsequent.

Warum kann eine GbR keinen Gewinn machen? Was hat das Bankkonto damit zu tun? Wieso soll der Gewinn durch Auszahlung kleiner werden?

Ein Arbeitnehmer kann sein Bankkonto doch auch leeren, ohne dass dies seine Einkünfdte mindert, oder?

Kommentar von guterwolf ,

Evtl. habe ich mich falsch ausgedrückt. Sicher macht die GbR einen Gewinn, das ist ja Ziel der Sache. Der Gewinn wird dann unter den Gesellschafter aufgeteilt und ausgezahlt und beide versteuern ihre Gewinne.

Wenn man jedoch den Gewinn komplett auszahlt, ist das Bankkonto auf Null.

Es könnte ja sein, dass eine Rechnung anfällt bevor wieder eine Einzahlung auf dem Konto erfolgt. Deswegen wollte ich wissen, ob man auf dem Bankkonto eine kleinere Summe stehen lassen kann.

Kommentar von EnnoBecker ,

Nein, ich hab das schon zutreffend verstanden. Du hast die falsche Denke.

Der Gewinn wird zunächst auf ebene der GbR ermittelt. Dazu gehören auch etwaige Sonder- bzw. Ergänzungsgewinne der Beteiligten. Der so ermittelte Gewinn wird dann von Amts wegen auf die einzelnen Beteiligten verteilt.

Dabei ist es völlig schnurz, wer wieviel Geld ein- oder auszahlt. Davon ändert sich der Gewinn nicht.

Sogern die GbR gewerblich tätig ist, fällt auf Ebene der GbR Gewerbesteuer an. Deren anteiligen Messbeträge werden dann düe § 35 EStG ebenfalls auf die Beteiligten aufgeteilt.

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