Frage von Gfaller, 1.975

Finanzamt erkennt gefahrene Kilometer nicht an. Einspruch erheben?

Folgender Fall:

Person A wechselt Arbeitgeber behält jedoch aus privaten Gründen bisherigen Wohnsitz. Entfernung Wohnort - Arbeitsstrecke von 220 km (einfache Strecke). Nach sechs Monaten erneuter Wechsel Arbeitgeber aufgrund der hohen Belastung des pendelns und privaten Bindungen an Wohnort. Arbeitgeber stellt weder Fahrzeug noch Übernachtungsmöglichkeit. Person A während der ganzen Zeit Mieter und gemeldet am Wohnort.

Finanzamt fordert Nachweise (Fahrtenbuch) die nicht erbracht werden konnten. Scheckheft von KFZ kann nicht alle Kilometer nachweisen, da Fahrten mit unterschiedlichen KFZ zustande gekommen sind.

Finanzamt erkennt nur Fahrten einmal pro Woche an Arbeitsort an (220km x Anzahl Wochen anstatt 220 * Anzahl Arbeitstage). --> "Täglich gefahrene Kilometer Wohnung - Arbeitsstätte aufgrund fehlender Nachweise nicht glaubhaft"

Gefahrene Kilometer können leider nicht nachgewiesen werden. Arbeitsvertrag wurde dem Finanzamt bereits vorgelegt.

Hat jemand einen Tipp wie man hier vorgehen kann? Wie erfolgsvorsprechend ist hier ein Einspruch?

Vielen Dank für eure Hilfe

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Antwort
von wurzlsepp6682, 1.752

lt. Sachverhalt liegen für 6 Monate Fahrtkosten mit 220 km täglich vor.

somit ergäben sich Werbungskosten (nur für diese 6 Monate ...) mit 7.260 € (220 km x 110 Tage x 0,30 €).

Aus diesem Grund will das Finanzamt Nachweise der Fahrleistung haben, ansonsten wird die Entfernungspauschale auf 4.500 € gedeckelt.

es gingen also die Fahrtkosten für mehr als 6 Monate (also für das 2. Halbjahr) verloren.

und ohne Nachweise sehe ich KEINE Chance, die Kilometer beim Finanzamt glaubhaft zu machen

Antwort
von Gaenseliesel, 1.415

Hallo,

Bist du nicht einverstanden mit dem Steuerbescheid, weil berechtigte Werbungskosten nicht anerkannt wurden, dann lege vorsichtshalber schon einmal Einspruch ein. Nur nicht die Einspruchsfrist versäumen ! Belege kannst du nachreichen ( muss nicht jeder Tag nachgewiesen werden )oder wenn es ganz dumm kommt, den Einspruch zurückziehen.

Zu den Belegen hat gammonwarmal schon geantwortet, abgehakt.

Wenn du täglich zum Arbeitsort fährst, kannst du die Fahrten auch einmal pro Tag mit 0,30 Euro ansetzen, nicht nur einmal pro Woche( aber nicht hin und zurück)

Lass dir notfalls vom Arbeitgeber so etwas wie ein Nachweis geben. Der muss definitiv bestätigen können, dass du deiner täglichen Arbeitspflicht nachgekommen bist.

Ein Einspruch kann schon Erfolg haben, wenn alles so ist wie du schreibst und du es irgendwie nachträglich belegen kannst. Ich würde es durchziehen. Nur Mut, wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird ! ;-))


Kommentar von gammonwarmal ,

Lass dir notfalls vom Arbeitgeber so etwas wie ein Nachweis geben. Der muss definitiv bestätigen können, dass du deiner täglichen Arbeitspflicht nachgekommen bist.

Das wird nichts bringen, da es kein Nachweis der Fahrtätigkeit ist. Theoretisch kann er trotzdem von Montags bis Freitags privat vor Ort oder zu geringeren Kosten als die der Etfernungspauschale übernachtet haben.

Kommentar von Gaenseliesel ,

da kannst du natürlich recht haben, diese Möglichkeit des Tricksens besteht in der Tat auch.

Daran hatte ich primär gar nicht gedacht. Ich bin eben einfach zu ehrlich für diese Welt ;-))

Im Finanzamt wäre ich all die Jahre gut aufgehoben, bei mir würden wohl die meisten Einkommensteuererklärungen nicht sooo akribisch und pedantisch bearbeitet.......lach !

Kommentar von gammonwarmal ,

Ich unterstelle dem Fragesteller keineswegs, dass seine Angaben nicht stimmen. Aber das Finanzamt ist durchaus befugt, entsprechende Nachweise zu verlangen (§ 90 AO). Ich habe ja den Hinweis auf die Tankrechnungen bereits gegeben. Ohne Tanken geht es wohl kaum, täglich 440 km zu fahren. Diese Nachweise sind auf jeden Fall beweiskräftig.

Kommentar von Gaenseliesel ,

nein, eine Unterstellung liegt auch mir fern. Ich meinte damit nur, dass die Möglichkeit einer Schummelei ( generell ) durchaus bestehen kann.

Ich hatte selbst schon einmal einen ähnlichen Disput mit dem Finanzamt und kann die Frage nach den Belegen deshalb sehr gut nachvollziehen.

https://www.finanzfrage.net/frage/einsatzwechseltaetigkeit---wie--n-o-c-h--genau...

Mein Einspruch damals war erfolgreich !

Antwort
von hildefeuer, 1.179

Wie stellst Du Dir einen Nachweis vor? Du kannst weder mit Werkstattrechnungen/Inspektionsheft, noch mit Tankbelegen, noch mit Tacho eines Fahrzeuges nachweisen das tatsächlich die KM gefahren wurden. Auch Kreditkartenabrechnungen für Kraftstoff gibt es nicht. Mann soll Dir das glauben, aber schon die Tatsache das mit verschiedenen Fahrzeugen gefahren wurde ist zweifelhaft. Hast Du denn verschiedenen Fahrzeuge zugelassen? Oder sind das Fahrzeuge von Freunden/Freundin? Völlig unglaubwürdig, das man ständig mit verschiedenen Fahrzeugen fährt, es sei denn man fährt im Sommer Motorrad oder Caprio. Den Nachweis das Du nicht mit einer Fahrgemeinschaft gefahren bist kannst Du auch nicht bringen.


Kommentar von Primus ,

oder Caprio. 

Leonado Dicaprio als Chaffeur? Wer es sich leisten kann.... ;-))

Antwort
von JoachimWalter, 1.441

Sofort Einspruch einlegen. §" 9 EStG, Absatz 4 spricht von einer Entfernungspauschale unabhängig vom Beförderungsmittel mit einer Obergrenze von 4500,00 €, Wenn der Arbeitnehmer einen eigenen PKW benutzt gilt sogar diese Obergrenze nicht. Die Vorlage des Arbeitsvertrages oder noch besser einer Bescheinigung des Arbeitgebers zusammen mit einer Meldebestätigung deiner Gemeinde, dass du dort den 1. Wohnsitz angemeldet hast, muss dem Finanzamt zur Glaubhaftmachung der Kilometerleistung genügen. Bei wechselnden Transportmittel (z.B. wechselweise Zug, Pkw, Fahrgemeinschaft) ist es etwas komplizierter zu berechnen. Wichtig:: Es handelt sich um eine ENTFERNUNGSPAUSCHALE, , es ist kein Nachweis, w.z.Bsp. Fahrtenbuch sondern nur die "Glaubhaftmachung" nachzuweisen. Theoretisch kannst du sogar mit dem Fahrrad fahren.Ich habe das vor 2 Jahren mit dem Finanzamt mit Hilfe eines Steuerberaters (würde ich dir empfehlen ) ausgefochten und keine Nachweise vorgelegt. Die Antwort des Sachgebietsleiters des Fa. zum Abschluß des Einspruchs (auszugsweise).....wird selbstverständlich auf die Vorlage von Nachweisen zur Glaubhaftmachung der Kilometerleistung verzichtet.... Ich bedauere, dass es zu dieser Aufforderung durch den Sachbearbeiter kam und betrachte die Angelegenheit als erledigt. also: sofort zum Steuerberater, deine Chancen sind gut.

Kommentar von Gaenseliesel ,

........je länger auch ich weiter drüber nachdenke, wozu diese Nachweise ? 

Es geht doch speziell nur um die Entfernungspauschale, von Verpflegungsmehraufwand ( ûb. 24 Std ) ist noch nicht einmal die Rede. Da wäre es noch nachvollziehbar entsprechende Nachweise zu verlangen.

Fazit: ob man nun mit dem Fahrrad, per Anhalter oder mit Fahrgemeinschaft zum Ort der Arbeit gelangt, die Entfernungspauschale bekommt doch e' jeder.

Einem Einspruch müsste stattgegeben werden ! 

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

der Einspruch hätte soweit "Erfolg", dass die Entfernungspauschale auf 4.500 € gedeckelt wird. Ohne Nachweise ist bei 4.500 € Schluß.

Der Sachbearbeiter im Finanzamt unterliegt einer jährlichen Revision, er bekommt große Probleme, wenn in diesem Sachverhalt die volle Entfernungspauschale anerkannt wird, obwohl keine Kilometernachweise vorliegen.

Und ich selber hatte auch schon den Fall vorliegen, dass ein AN behauptete, jeden Tag die Strecke x zu fahren. Fahrzeug hatte er nur eines. Leider fehlten an der Laufleistung vom Pkw mehr als 10.000 km, da war noch nicht mal, obwohl Familie, eine Privatfahrt dabei ...

Antwort
von gammonwarmal, 1.062

Du musstest doch sicherlich viel tanken. Hast Du dafür Belege wie Kreditkarten- oder Kontoauszüge? Sag jetzt nicht, dass Du immer bar bezahlt hast!

Kommentar von HilfeHilfe ,

natrülich immer bar, nur bares ist wahres :)

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