Frage von papu64,

Erbengemeinschaft ist sich einig, jetzt macht das Amt Ärger

Hallo zusammen, wir sind eine Erbengemeinschaft von 13 Menschen. Unser Onkel(im Oktober verstorben) hat uns ein kleines, ungünstig gelegenes Haus in einem Dorf, Grundstücke und Bargeld hinterlassen.Die Erbengemeinschaft hat sich geeinigt, das Haus der Pflegerin unseres Onkels zu einer Summe, die sie zahlen kann zu überlassen.Die Grundstücke wurden ebenfalls günstig abgegeben.Alle haben im Beisein eines Notars unterschrieben, nachdem vom Amt die Erbengemeinschaft anerkannt wurd. Einer der Erben steht unter Betreuung seines Sohnes, deshalb wurden die Unterlagen an das zuständige Gericht übersandt.Dieses Gericht hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet und überprüft die Sachlage, weil sie selbst einen weitaus höheren Verkaufswert ansetzen wollen. Wir sind alle fassungslos.13 Leute sind sich einig, was eine enorme Leistung ist heutzutage)insgesamt würde eine Summe von 70000€ aufgeteilt(Haus und Grundstücke 35000€) und nun kommt das Amt und stellt alles in Frage. Wie kann das sein und was können wir tun?Um was geht es eigentlich?Was verdienst das Amt an dieser Erbengemeinschaft? Müssen wir uns auch einen Anwalt nehmen? Ich weiß, das sind viele Fragen, aber der Brief kam heute mit der Post (gab schon einen Vorlauf zwischen den Jahren) und wir können heute niemanden fragen.Alles ist unterschrieben, Kaufverträge usw. Könnt ihr mir ein wenig weiterhelfen? Herzlichen Dank papu

Antwort von Snooopy155,
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Für den Erben, der unter Pflege steht, muss sichergestellt sein, dass er aus eigenem Vermögen und Einkommen bis zu seinem Lebensende ausreichend versorgt ist. Besteht das Risiko, dass er eines Tages zu Lasten der Sozialsysteme fallen könnte, dann darf der Vormund keinen Entscheidung in Erbangelegenheiten zustimmen die sein Erbe schmälern würden. Das ist möglicherweise Eurer Problem, warum von Amts wegen ein höherer Verkaufserlös zu erzielen gefordert wird, um die Erbengemeinschaft aufzulösen.

Antwort von Mandrake,
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Offenbar will das Gericht überprüfen, ob der Wert des Hauses zutreffend ermittelt wurde. Da insoweit ausgeschlossen werden muss, dass der unter Betreuung seines Sohnes stehende Onkel nicht übervorteilt wurde und auf ihn (anteilig) zu wenig Erbschaft entfiel.

Wenn durch einen Gutachter der Wert des verkauften Grundstücks geklärt wurde, steht dem weiteren Verfahren wohl nichts mehr im Wege.

Antwort von Meandor,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Person X steht unter Betreuung. Anscheinend auch oder vor allem in vermögensrechtlicher Sicht.

Wenn der Betreuer einen Grundstücksanteil unterhalb des tatsächlichen Wertes verkauft, schädigt er dadurch das Vermögen seines Betreuten.

Erstmal ist ein Gericht kein Amt, sondern ein Gericht. Und wenn diesem ein Vorgang zur Überprüfung zugeleitet wird, dann überprüfen die eben. Und zwar genau und sauber. Und wenn der eigene Sachverstand nicht ausreicht, dann zieht man einen externen Sachverständigen zu.

Kaufverträge die ein unter Betreuung stehender abschließt sind, meines Wissens, schwebend unwirksam bis der Betreuer zustimmt.

Antwort von hildefeuer,
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Ich denke man muss zwischen dem Wert einer Immobilie und Kaufpreis unterscheiden. Meist ist der Kaufpreis niedriger als der per Gutachter ermittelte Wert. Das weis auch das Vormundschaftsgericht. Also abwarten, das Wertgutachten enthält ja vielleicht eine Kaufpreisempfehlung.

Antwort von papu64,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo, danke für die Antworten. Der Sohn ist gesetzlicher Betreuer und insofern berechtigt zu unterschreiben und er hat auch unterschrieben, alles unter notarieller Aufsicht. Die Frage die sich stellt, ist doch jene, was ist wenn der Gutachter sagt, dass Haus ist 45000€ Wert, wir es aber für 30000€ an die ehemalige Pflegerin abgeben wollen? Was passiert dann?? Kann das Gericht uns "zwingen" das Haus zu dem vom Gutachter angesetzten Betrag zu verkaufen? Macht es Sinn, dass wir jetzt das Ortsgericht zum Begutachten holen? Danke Gruß papu

Kommentar von Meandor,

Warum legt der Sohn als Betreuer die Sache dem Vormundschaftsgericht (heißt das noch so, oder heißt das jetzt Betreuungsgericht) vor?

Wenn er als Betreuer unterschrieben hat, ist der Vertrag normal rechtsgültig.

Ich versteh im Moment noch nicht, was oder warum das Gericht da noch etwas prüft. Die dürften gar keine Grundlage mehr haben.

Antwort von papu64,

Hallo zusammen, neuester Stand, der vom Gericht beauftragte Anwalt will nicht mit uns reden über den Sachverhalt,sondern das Haus soll vom Ortsgericht geschätzt werden. Hat jemand eine Antwort auf meine bereits gestellte Frage? Wenn das Ortsgericht sagt, dass Haus ist 50000€ wert (nur als Beispiel, wird es nicht sein, war gerade vor Ort, die obere Etage war dreizehn Jahre unbewohnt, hat schimmelige Wände, die Tapete löst sich usw.)müssen wir es dann zu diesem Wert verkaufen? Oder müssten die 12 übrigen Erben sozusagen die Differenz aus dem "Mehrwert" an den unter Betreuung stehenden Erben zahlen, wenn es weiterhin für 30000€ verkauft werden soll?(Ist es ja eigentlich schon!) Danke für eure Hilfe? Ich verstehe den Sinn der Aktion einfach nicht. Das ganze zieht sich jetzt zwei Monate hin, weil ein Gericht Stress macht und nicht die Erbengemeinschaft.Seufz. Danke Lg papu

Antwort von papu64,

Hallo meandor, der Notar hat die Unterlagen an das Gericht geschickt.sieht so aus, als müsse dies dann so sein. Ich weiß eben auch nicht worum es wirklich geht, da der unter Betreuung stehende finanziell wohlhabend ist und niemals dem sozialsystem zur Last fallen wird. Mich beschäftigt echt nur die Frage, ob ein vom Gericht bestellter Anwalt und ein Gutachter einen höheren Verkehrswert benennen und auch durchsetzen können??Was ist dann? Müssen wir dann den Verkauf rückgängig machen und einen anderen Käufer suchen?Wer verdienst denn jetzt an dieserVorgehensweise? Vieln Dank LG papu

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