Frage von Gianna,

450 Euro Job + geringfügiger selbstständiger Hinzuverdienst

Hallo!

In der Firma in der ich derzeit arbeite, werden demnächst nach und nach Stellen abgebaut. Somit droht mir vorraussichtlich in ca. 1 Jahr die Arbeitslosigkeit. Ich bin verheiratet. Ich habe mir für die Zukunft einen 450 EUR Job vorgestellt und möchte zudem noch auf geringfügiger Basis selbstständig mir ein paar Euro zu dem 450 EUR hinzuverdienen. Wäre dies möglich? Wie verhält es sich in einem solchen Fall mit der Sozialversicherung und mit der Lohnsteuer? Da ich noch nie arbeitslos war, fehlt mir diesbezüglich jedes Wissen. Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe im Voraus!

Antwort
von Mihail121,

Hallo Gianna,

Du kannst natürlich beide haben: Mini-Job + Selbstständigkeit, niemand kann dich daran hindern, zu arbeiten. "Geringfügig selbstständig" macht so keinen Sinn. Es gibt nur "selbstständig", wofür du Einkommensteuer und evtl. Umsatzsteuer ans Finanzamt entrichten musst. Mit einem Gewerbe musst Du ab 2X,000 EUR im Jahr auch Gewerbesteuer zahlen. Wenn Du Dich gegenüber dem Finanzamt für die sogenannte Kleinunternehmerregelung entscheidest musst Du dem Finanzamt keine Umsatzsteuer entrichten (gilt bis 17,500 EUR im Jahr). Die Einkommensteuer für ein Jahr richtet sich nach deinem GESAMTEN Einkommen (Mini-Job + selbstständig). Lohnsteuer ist ein Teil des Einkommensteuers, aber bei so wenig Geld musst Du nichts bezahlen. Die steuerliche Lage ist bei Dir also sehr einfach und übersichtlich.

Zu den Versicherungen:

Wenn du fest angestellt bist (bis auf ein paar Ausnahmen) bist du versicherungspflichtig oder versicherungsfrei. Unter 450,01 EUR bist Du versicherungsfrei (http://www.tk.de/tk/versicherung-und-beitraege/besondere-personengruppen/gleitzo...), musst aber glaube ich die Rentenversicherung bezahlen. Wenn man dich als hauptberuflich selbstständig einstuft, wird es komplex, also pass auf, dass du wesentlich weniger verdienst als die 450 EUR.

Ich bin kein Experte, mit Vorsicht zu genießen!

Gruß

Kommentar von Kevin1905 ,

Wenn der Minijob pauschal versteuert wird spielt er keine Rolle in der Steuererklärung und darf dort auch nicht auftauchen.

Antwort
von Kevin1905,

Ein Minijob ist steuerlich nicht relevant, wenn pauschal über den Arbeitgeber versteuert.

Die Einkünfte (Gewinn) aus Gewerbebetrieb bzw. selbständiger Arbeit sind natürlich einkommensteuerpflichtig. Also darfs du jedes Jahr eine Steuererklärung mit Gewinnermittlung bzw. EÜR einreichen.

Sozialversicherungsbeiträge fallen beim Minijob auch nicht an mit Ausnahme des Rentenversicherungsbeitrags von 3,9%.

Allerdings musst du dich krankenversichern. Freiwllig gesetzlich oder privat.

Wenn du dich gesetzlich versicherst und von der Kasse als hauptberuflich selbständig eingestuft wirst bist du mit mindestens 200,78 € + Pflegeversicherung monatlich dabei. Andernfalls wären es nur 150,- € im Monat.

Antwort
von SBerater,

der 450 Eurojob spielt bei der Steuer keine Rolle, da pauschal über den AG gezahlt.

Auf geringfügiger Basis selbständig gibt es nicht. Entweder man ist selbständig oder nicht (Gewerbe, freiberufl. Tätigkeit).

Sozialversicherung? Nur bei der Krankenversicherung ist Handlungsbedarf. Hier spielt eine Rolle, wie du derzeit versichert bist, mit wem, in welcher Versicherung. Üblich ist die freiwillige Versicherung in der GKV oder in der PKV.

Die Rentenversicherung bleibt hier aussen vor, auch die Arbeitslosenversicherung (bzgl. der Selbständigkeit).

Lohnsteuer? Die gibt es nicht bei Selbständigkeit. Hier greift die Einkommensteuer, die sich über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ergibt. Der Minijob bleibt unberücksichtigt bei dieser Besteuerung.

Kommentar von Schiko ,

Beim lesen dieses Beitrages erinnerte ich mich wieder an die Aussagen am früheren Stammtisch. Seit ich Lohnsteuer zahle bekomme ich am Jahresende Geld vom Finanzamt.

Dabei ist es völlig egal, ganz gleich ob die Begriffsbestimmung Lohnsteuer oder Einkommensteuer lautet, der Steuersatz ist immer der Gleiche, auch die Höhe der absetzbaren Beträge. Diese Bezeichnungen beziehen sich lediglich auf die Er- hebungsarten der Steuer.

Unerklärlich warum bei der Krankenversicherung Handlungsbedarf angesagt ist.

Ein Unterscheid besteht lediglich zwischen gesetzlich versichert und freiwillig gesetzlich Verricherte, hier gilt seit Jahren 8,2% AN. und 7,3% AG. Im Unterschied dazu wird der Beitrag bei Privat Versicherten von anderen Kriterien abhängig als von der Betragshöhe wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung, ganz gleich ob Pflicht-oder freiwillig versichert .

MfG.

Kommentar von SBerater ,

Jo äh.

Antwort
von billy,

Familienversicherung beim Ehemann und die eigenen Einkünfte müssen der Krankenkasse gemeldet werden.

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