Frage von harri47,

Schadensregulierung Wasserschaden

Bezugnehmend auf meine Frage vom 13.12.2012 ich wollte nur wissen was kann ich tuen,denn ich finde das es Betrug ist wenn man´Gelder von der Versicherung erhält und den Schaden nicht beseitigen lässt.Versicherungen zahlen einfach und ist es denn egal was mit dem Geld geschieht

Antwort
von gandalf94305,

Es gibt hier zwei Sachverhalte:

  • Der Vermieter hat eine Versicherung, die für bestimmte Schäden aufkommt. Hier bestehen im Schadensfall Ansprüche des Vermieters an die Versicherung.

  • Der Mieter hat im nicht selbst verschuldeten Schadensfall Ansprüche gegen den Vermieter und insbesondere auf Herstellung der vertragsgemäßen Nutzbarkeit der Wohnung.

Der erste Punkt hat mit dem zweiten nichts zu tun, denn der Mieter hätte die Ansprüche gegen den Vermieter selbst dann, wenn der Vermieter kein Geld von irgendeiner Versicherung erhalten würde. Bekommt der Vermieter pro Wasserschaden eine Million EUR ausgezahlt, dann ist er umgekehrt auch nicht verpflichtet, diese voll und ganz in die Behebung des Schadens zu investieren. Im übrigen glaube ich nicht, daß Du die Höhe der von der Versicherung erstatteten Summe kennst.

Wenn ein Wasserschaden auftritt, der vom Vermieter zu beheben ist, dann muss dieser (bzw. seine Versicherung) die angemessenen Kosten (soweit relevant) übernehmen für

  • Auszug aus der schadenbehafteten Wohnung

  • eventuell erforderliche Begutachtung

  • Durchführung einer Bautrockung

  • Strom der Bautrockung

  • Ersatzunterbringung der Mieter

  • Wiederherstellung von Bodenbelägen, Tapeten etc.

  • Wiederinbetriebnahme der Elektrik

  • Wiedereinzug in die hergestellte Wohnung

  • Ersatz von Gegenständen/Möbeln/Geräten, die von einem Wasserschaden beschädigt wurden.

Wende Dich zunächst mit einem freundlichen (!) Schreiben an den Vermieter, wenn hier irgendwelche Kosten bei Dir hängen blieben, falls das nicht fruchtet, kannst Du auch einen Anwalt einschalten. Eine Mitgliedschaft im Mieterbund hilft auch bei solchen Fragen, Unterstützung zu finden.

Antwort
von Privatier59,

Der Tatbestand des Betrugs wird definiert in § 263 StGB:

http://dejure.org/gesetze/StGB/263.html

Woran es hier bei Deinem Fall mangelt ist der rechtswidrige Vermögensvorteil. Der Versicherungsnehmer kann ja selber entscheiden, ob er die Sache unrepariert läßt. Was mich an der Sache nur wundert ist, dass der Gebäudeversicherer die Schadensregulierung nach Kostenvoranschlag übernommen haben soll. Das erscheint mir reichlich ungewöhnlich. Gerade bei Wasserschäden und ihrer Behebung ist der erforderliche Sanierungsaufwand oft nicht von Anfang an absehbar mit der Folge, dass Handwerker zumeist ungern Kostenangebote abgeben und wenn doch, dann die Unwägbarkeiten so deutlich erwähnen, dass die Versicherung dann lieber bis zur Rechnung abwartet oder aber die Sache von einem Schadensregulierer begutachten und einschätzen läßt. Sei es wie es sei, strafrechtlich ist dem Vermieter nichts zu wollen.

Antwort
von mig112,

Ich gehe davon aus, dass der Vermieter aus irgendeinem Grund bisher keinen einzigen Cent von seiner Gebäudeversicherung bekommen hat!

Erstens gibt es im Sachversicherungsbereich keine Entschädigung nach Kostenanschlag, insbesondere nicht zum (versicherten) Neuwert. Des Weiteren ist üblicherweise auch Mietausfall im Wohngebäudebereich eingeschlossen. Aber die Mehrkosten beim Strom für die Trocknungsautomaten sind eindeutig schadenbedingt und bleiben daher keinesfalls "beim Mieter hängen"!

Übrigens ist DEINE MEINUNG vollkommen irrelevant. Einerseits geht es dich einen feuchten Kehrricht an, ob und wie hoch der Versicherer entschädigt. Andererseits ist der Betrugsbegriff eindeutig definiert!

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