Frage von exifdata, 196

Grenzgänger DE-CH: Überweisungsgebühren als Werbungskosten?

Hallo,

mal angenommen man ist Grenzgänger, das heisst man wohnt und lebt in Deutschland (und wird auch hier besteuert), arbeitet aber in der Schweiz und verdient Schweizer Franken welche vom Arbeitgeber auf ein Konto bei einer Schweizer Bank überwiesen werden.

Da man jedoch die meisten Ausgaben in Deutschland hat, muss man logischerweise das Einkommen (bzw. einen Teil davon) auf ein deutsches Girokonto transferieren.

Vom Wechselkurs her am sinnvollsten ist die klassiche Auslandsüberweisung. Für diese fallen jedoch Gebühren kann, ca. 15 Euro pro Überweisung. Würde also bei 12 Gehaltseingängen pro Jahr immerhin 180 Euro ausmachen.

Jetzt stellt sich die Frage, ob das nicht klassische Werbungskosten sind? Normale Kontoführungsgebühren kann man schliesslich (wenn man sie nachweist) auch in entsprecher Höhe absetzen.

Ich bedanke mich für konkreten Input als auch Brainstorming.

Antwort
von wfwbinder, 196

WEnn Du DEin Geld bekommen hast (schweizer Konto), ist alles was danach läuft Dein privates Problem.

Würde der Arbeitgeber nach Deutschland überweisen wäre das anders. Da wäre, das, was es Dich kostet Dein Geld zu bekommen, Werbungskosten.

Antwort
von Gaenseliesel, 176

Hallo exifdata,

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt ! ;-))

Ausgaben müssen lediglich einen nachvollziehbaren Zusammenhang mit dem Beruf haben, bzw. die Aufwendungen sollen in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der auf Einnahmeerzielung gerichteten Tätigkeit des Arbeitnehmers stehen. (>BFH vom 1.10.1982 - BStBl 1983 II S. 17)

Ich würde einfach mal diese Kosten als Werbungskosten ansetzen, was soll schon passieren ? Möglicherweise kommt der Rotstift zum Einsatz, gut - dann bist du zwar nicht finanziell aber um eine Erfahrung reicher ! ;-)) K.

Antwort
von mecrei, 163

Ich kann bezgl. der eigentlichen Frage der Antwort von "Gaenseliesel" unten nur anschliessen.

Aber bezgl. der Kommentare zum Vergleich SEPA-SWIFT Kostenvergleich. Da möchte ich dir die Services der Voba Dreiländereck empfehlen. Die ist da unten an der schweizer Grenze genau auf diese Bedürfnisse eingerichtet: sie haben eine BLZ auch in der Schweiz: (nach Schweizer System), du machst dann von deinem Gehaltskonto bei der schweizer Bank eine CH-Inlandsüberweisung an die Voba (in der Schweiz), der Zahlungseingang kommt zugig auf deinem Konto an und der Kurs ist auch perfekt (minimale Spanne - was ist schon kostenlos). Und wenn es dir gut gefällt, kannst du das Konto der Voba (mit den schweizer Angaben bei deinem Arbeitgeber angeben).

Bei der Steuer gibt es eine Pauschale, die man auf jeden Fall jedes Jahr für Kontoführungsgebühr ansetzen kann.

Kommentar von exifdata ,

Ja diesen Service der VoBa (und auch der Sparkasse) in der Region kenne ich. Aber ich habe indirekt nicht so gute Erfahrungen mit dem Service der VoBa gemacht. Ausserdem steht in den Bedingungen unter anderem: "Wertstellung (Valuta) erfolgt zwei Werktage nach Geldeingang." Das ist ja mehr oder weniger ein schlechter Witz.

Wobei ich mir natürlich trotzdem die Möglichkeit offenhalte, dies eventuell in Zukunft so zu machen. Mal schauen.

Kommentar von mecrei ,

Überweisungen in einer Währung von einem auf ein anders Konto genau dieser Währungen - dazu muss ja eigentlich nur die Information durch die Netzte transportiert werden. Im Hintergrund muss aber auch "verrechnet" werden - sprich, es muss "richtiges" Geld (auf einem Konto der Zentralbank) umgebucht werden. Alle anderen Kontensalden bei sonstigen Banken sind "nur" Buchgeld. Deshalb dauert eine Überweisung - laut Gesetzt ind er EU max. 1 Werktag. Ende des letzten Jahrhunderts waren das noch 5 Werrktage.

Bei Überweisungen mit Währungswechsel sind eigentlich 2 Zentralbanken im SPiel - bzw. noch genauer: einer muss die eine Währung gegen die andere tauschen - Kauf/Verkaufsgeschäft. Nach diesem Geschäft wird vereinbart, dass auch wirklich Geld fliesst - auf den entsprechenden Zentralbankkonten in der einen und in der anderen Währung. Und das dauert auch seine Zeit, alles im Hintergrund.

Somit sind die 2 Tage gar nicht schlecht. Es reicht halt nicht, nur die Informationen im Netzt zu transportieren...

Antwort
von freelance, 135

glaubt man folgender Broschüre, dann sind die Kosten für Sepa-Überweisungen deutlich am sinken und gar bei vielen Banken kostenlos: http://www.swissinfo.ch/media/cms/files/swissinfo/2013/12/migration-37497528.pdf

Ob man die Kosten absetzen könnte, weiss ich nicht.

Ich würde mir jedoch eher die Frage nach den versteckten Kosten stellen: bei so einer Überweisung kommt es zu einem Währungswechsel von CHF in EUR. Und hier lassen sich die Banken gut bezahlen. Wie willst du diese Kosten ermitteln und willst du die auch ansetzen? Ich denke, hier sind 15 Euro eher gering.

Kommentar von exifdata ,

Ich wusste, dass das kommt ;-)

Aber es ist eben, wenn man es als ganzes betrachtet, andersherum als man denkt. Also SEPA = teuer, SWIFT-Überweisung = günstiger.

Ich hole jetzt mal aus: Ja, eine SEPA-Überweisung in Euro ab CHF-Konto würde mich nur gut 80 Cent (bzw. 1 CHF) kosten. ABER: Bei der SEPA-Überweisung muss ich die Euro bei der Bank kaufen, welche die Sepa-Überweisung ausführt, also der Schweizer Bank. Und diese bietet in der Regel einen recht schlechten Kurs. Im Mittel beträgt die Abweichung zum EuroFX-Briefkurs um die 1,3 bis 1,5%. Macht also bei einem Beitrag von beispielsweise 3000 Euro glatte 45 Euro Miese durch den vergleichsweise schlechteren Kurs. Dazu knapp 1 Euro für die Überweisung.

Jetzt zur SWIFT-Überweisung (Auslandsüberweisung). Dort wird in CHF überwiesen, also die Empfängerbank rechnet hier um. Und dies geschieht auf Basis des EuroFX-Kurses. Also liegt ein deutlicher Kursvorteil Zu den Gebühren: Diese würden in diesem Beispiel bei ca. 16 Euro liegen (Gebühren Senderbank, Gebühren Empfängerbank, Wechselcourtage). Macht also einen Preisvorteil von 29 Euro bei der SWIFT-Überweisung gegenüber SEPA. Und wenn man dann noch die Gebühren geltend machen könnte, dann hätte man noch mehr gewonnen ;-)

Kommentar von vulkanismus ,

Soviel Aufwand wegen nix. Hättest nur mal vorher kurz nachdenken (da braucht es keinen Sturm im Hirn) müssen, was Überweisungen mit dem Erhalt des Lohnes zu tun haben.

Kommentar von freelance ,

das Problem des Wechselkurses hatte ich angesprochen.

Ich würde es dann so sehen wie wfwbinder. Lass dir das Geld nach D überweisen und überweise dann selbst von D aus in die CH, wenn nötig. Vielleicht ist das dann in Summe günstiger.

Kommentar von exifdata ,

Das ist nicht möglich. Der Arbeitgeber muss das Gehalt auf ein Konto bei einer Schweizer Bank überweisen.

Antwort
von vulkanismus, 105

Du würdest Deinen Lohn auch bekommen, wenn Du diese Überweisungen nicht machen würdest. Also sind es keine Werbungskosten.

Antwort
von Privatier59, 100

Das sind Kosten privater Lebenshaltung. Für die gibt es keinen einzigen Cent Steuererstattung.

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