Frage von ChEcKaLiNe, 275

Mitarbeiter auf selbständiger Basis?

Hallo

Ich bin seit Anfang Mai als Reinigungsunternehmen selbständig und habe schon einige Kunden. Nun wollte ich mich erkundigen, ob ich einen Mitarbeiter auf selbständiger Basis einstellen kann, da ich nicht erst darauf arbeiten will, dass ich garkein Tag mehr frei habe und die Anfragen kommen immer wieder. Wäre das dann eine Scheinselbständigkeit?

Ich möchte alles richtig machen und keine rechtlichen Probleme bekommen.

Ich dachte daran, dass mein Miarbeiter für mich arbeitet aber eben selber ein Gewerbe hat. Ich organisiere neue Kunden. BSP: Der Kunde zahlt mir die Stundenpreise von 12 € und mein Mitarbeiter bekommt davon 8,50€ und den Rest ich für die ganze Organisationssache.

Könnt Ihr mir helfen?

lg Marie

Antwort
von Mikkey, 272

Das dürfte nicht nur Scheinselbstständigkeit sein, es umgeht auch noch die Betimmungen zum Mindestlohn.

Dieser ist 9,00/h (alte Bundesländer) bzw. 7,56 (neue Bundesländer)

Unter Berücksichtung dessen, dass der Arbeitnehmer hier die eigentlich vom Arbeitgeber zu tragenden Anteile an der Sozialversicherung selbst tragen muss (hier 1,47€) unterschreitest Du mit 8,50€ auch den Mindestlohn für die neuen Bundesländer.

Für einen Selbstständigen halte ich selbst die von Dir berechneten 12€ zu knapp bemessen. Die Laute wollen ja auch mal Urlaub machen oder werden mal krank.

Kommentar von ChEcKaLiNe ,

Ich bin nioch Kleinunternehmer und bis jetzt bin ich beo dem Preis. Ich erhöhe sicher mal im Laufe des Lebens aber die Konkurenz ist ja groß. Habe auch verschiedene Stundenlöhne aber das erstmal egal. Mir gehts werstmal um den Mitarbeiter....

Kommentar von Mikkey ,

Die 12€ müsste der von Dir beschäftigte Subunternehmer bekommen, es geht nicht um Deinen Preis.

Rechne die 8,50 doch man auf einen Monat mit 40 Wochenstunden um: Das ergibt 1428,--. Davon soll der arme Mensch sich krenken. und pflegeversichern, für sein Alter vorsorgen und Steuern zahlen. Eine Buchführung - wenn auch einfacher Natur - muss er ebenfalls haben. Er muss sich etwas für Krankheiten und Urlaub zurücklegen, denn in solchen Zeiten bekommt er keinen Lohn.

Ich finde so etwas einfach nur unanständig!

Antwort
von Juergen010, 170

Wenn Dein "neuer" Mitarbeiter auf selbständiger Basis nur für dich arbeitet - also nur Dir eine Rechnung schreibt - dann ist das definitiv ein Fall von Scheinselbständigkeit.

Der Grund ist: Du bestimmst, wo und wann dein Subunternehmer arbeiten soll - bist ihm also weisungsbefugt. Das spricht i.d.R. schon gegen einen eigenständig handelnden Unternehmer - aber für einen eigenen Mitarbeiter. Der Gesetzgeber vermutet hier zu Recht, dass Du lediglich die Sozialabgaben und Lohnsteuer sparen möchtest.

By the way: 8,50 €/Std. - ich als Subunternehmer würde dir etwas husten. Denk bitte dran, dass der Subunternehmer Steuern zahlen und sich selbst krankenversichern muss. Da bleibt auch bei Vollbeschäftigung recht wenig zum Leben, geschweige denn für eine Altersvorsorge.

Mehr als 25% von den angegebenen 12 € als "Organisationsprovision" in die eigene Tasche zu schieben ist zwar nicht verboten aber moralisch zumindest fragwürdig. Außerdem wird es nicht lange dauern, bis dein Subunternehmer hingeht und deinen Auftraggebern ein preiswerteres Angebot, z.B. 11,50 € macht.

Folge bei Dir: Umsatz null. Folge für Deinen Subunternehmer: Er hat mehrere Auftraggeber und ist somit aus der Svheinselbständigkeitsfalle raus. Zudem erhöht er seine Einnahmen aus dem Stand um mehr als 20%.

Kommentar von ChEcKaLiNe ,

gut das habe ich soweit verstanden dann bin ich nun schlauer und werde so nicht vorgehen...mir ist es wichtig , das alles rechtens ist und legal daher frage ich ja nach

Antwort
von AnnaB2, 237

Die Scheinselbständigkeit tritt bei Deinem Mitarbeiter ein, sobald er mehr als 80% seiner Aufträge über Dich als Auftraggeber erhällt. Wenn er also noch weitere Auftraggeber hat würde das gehen.

Dein Stundensatz ist allerdings wirklich bedenkswert. Bist Du auch Selbständig? Mach Dir mal die Mühe und rechne nach was Du eigentlich verlangen müsstest, hier gibt es einen Online Rechner für den Stundensatz auf Basis Deiner Kosten: https://www.mein-tagwerk.de/app/stundensatzrechner.html

Antwort
von SBerater, 133

wenn deine Mitarbeiter nur bei dir arbeiten, du sie auf selbständiger Basis bezahlst, dann ist das in Sachen Scheinselbständigkeit ein greifendes Argument. Selbständige benötigen mehrere Auftraggeber.

Du kannst die Mitarbeiter jedoch anstellen, auch auf Minijobbasis. Nur dann werden die 8,50 Euro zu hoch sein, dass bei dir noch was übrig bleibt. Dann wirst du Verlust machen, denn du zahlst bei angestellten Mitarbeitern die Sozialabgaben.

Damit hast du eine schwierige Situation, denn wird Scheinselbständigkeit nachgewiesen, haftest du für die nicht gezahlten Sozialabgaben. Stellst du die Mitarbeiter ein, bleibt dir kein Gewinn übrig bei den 12 Euro, die du bekommst.

Antwort
von qtbasket, 92
  • Der Kunde zahlt mir die Stundenpreise von 12 €

Das ist ein zu niedriger Preis, damit kannst du kein Unternehmen führen.

Was ist mit einer Finanzbuchhaltung, einer Lohnbuchhaltung, einer Steueranmeldung, Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung, Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung und , und,..

Du solltest dich zunächst einmal beraten lassen, wie ein Unternehmen geführt wird !!!

Irgendjemand zum Dumpinglohn beschäftigen und sich den Rest auf die Tasche tun, das funktioniert nicht - spätestens, wenn der Zoll eine Kontrolle auf Schwarzarbeit durchführt, bekommst du ein riesiges Problem.

Kommentar von ChEcKaLiNe ,

Es ist ja alles angemeldet...schwarz werde ich keinen arbeizten lassen da bin ich ja selber dagegen, wenn das ni geht wie ich mir das vorstelle ist das auch ok...war ja nur eine info die ich brauchte....und 12 euro sind erstmal ok...ich habe jetzt 5 kunden und ca 1200 euro klar gehen noch ausgaben ab aber das ist für die ersten 2 wochen schon gut...habe auch ein stundenlohn von 14 aber ich kann ja nicht mit 20 reingehen wenn ich gerad eerst anfange und fiormen den gleichen preis haben und jahrelange erfahrung!

Antwort
von guterwolf, 102

warum stellst du keine Minijobber ein? In der Form wäre das scheinselbständig.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community