Frage von Leotheluca, 154

Freiberufler im Ausland - Einkommensteuer?

Hallo, ich plane mich als Freiberufler (Surflehrer - Kleinstunternehmung, also keine Umsatzsteuer) selbständig zu machen. Dabei werde ich den Großteil (mehr als 183 Tage pro Jahr) meiner Arbeitsleistung im Ausland verbringen, jedoch für einen in Deutschland sitzenden Auftraggeber. Ich werde in Deutschland weiterhin gemeldet bleiben, denke ich. Welche Regelungen zur Einkommensteuer treten in Kraft? (Man erzählte mir von einem Steuerfreibetrag von 60€ pro Tag, bei Arbeit im Ausland - was hat es damit auf sich?) Wo kann ich genau zu diesem Fall Informationen erhalten? Vielen Dank für eine Hilfestellung!

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 154

EnnoBecker hat das schon sehr schön beantwortet, aber vielleicht in einigen Punkten etwas kurz.

Ich werde in Deutschland weiterhin gemeldet bleiben,

Das ist irrelevant, entscheidend ist, ob Du Deinen hiesigen Wohnsitz behältst.

jedoch für einen in Deutschland sitzenden Auftraggeber.

Interessant, aber noch nicht entscheidend. Hat der dort eventuell eine Betriebsstätte?

Wenn Du an eine dortige Betriebsstätte leistest, kann es schon anders sein, als wäre der Leistungsempfänger die Zentral in Deutschland.

Man erzählte mir von einem Steuerfreibetrag von 60€ pro Tag, bei Arbeit im Ausland - was hat es damit auf sich?

Wer ist "man"? Ist das eventuell eine Person, die öfter für ein deutsches Unternehmen im Auslandarbeitet, und der Übernachtungskostenpauschale, oder Verpflegungsmehraufwand ansetzt? Auch wäre hier die Höhe vom Land abhängig.

Leider ist Dein Sachverhalt sehr lückenhaft.

Es fehlt das Land.

Es fehlt der Sitz des Auftraggebers.

Es fehlt, ob der eine Betriebsstätte dort hat.

Kommentar von Leotheluca ,

Vielen Dank schon jetzt für die Antworten!

Das ist irrelevant, entscheidend ist, ob Du Deinen hiesigen Wohnsitz behältst.>

Was heisst hiesiger Wohnsitz? Ja, ich werde den Wohnsitz in Deutschland behalten, in dem ich derzeit lebe.

Wer ist "man"? Ist das eventuell eine Person, die öfter für ein deutsches Unternehmen im Auslandarbeitet, und der Übernachtungskostenpauschale, oder Verpflegungsmehraufwand ansetzt? Auch wäre hier die Höhe vom Land abhängig.>

"Man" ist mein Auftraggeber, von dem ich allerdings nicht annehme, dass er da so versiert ist...

Es fehlt das Land.

Es fehlt der Sitz des Auftraggebers.

Es fehlt, ob der eine Betriebsstätte dort hat.>

Das Land, in das es als erstes für einige Monate geht ist Italien. Der Sitz des Auftraggebers ist in Deutschland, obwohl es auch ein Büro und eine Surfstation in Italien gibt (hätte es denn Vorteile die Rechnung an das dortige Büro zu adressieren?).

Kommentar von wfwbinder ,
Was heisst hiesiger Wohnsitz? Ja, ich werde den Wohnsitz in Deutschland behalten, in dem ich derzeit lebe.

Das bedeutet schon mal, dass Du für die Einkommensteuer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist.

"Man" ist mein Auftraggeber, von dem ich allerdings nicht annehme, dass er da so versiert ist...

GEnau und deshalb kann man mit der Äußerung auch leider wenig anfangen. Arbeitnehmer können bei Geschäftsreisen Pauschalbeträge als Werbungskosten in der Anlage "N" ansetzen. Für Unternehmer klappt das zumindest bei Übernachtungskosten gar nciht. Da müssen die tatsächlichen Kosten angesetzt werden. Ein Daueraufenthalt von 7 Monaten ist aber auch nciht mehr einfach nach den Bestimmungen für Geschäftsreisen zu behandeln.

obwohl es auch ein Büro und eine Surfstation in Italien gibt

§ 3 a Abs. 2 UStG: Eine sonstige Leistung, die an einen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird, wird vorbehaltlich der Absätze 3 bis 8 und der §§ 3b, 3e und 3f an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Empfänger sein Unternehmen betreibt. Wird die sonstige Leistung an die Betriebsstätte eines Unternehmers ausgeführt, ist stattdessen der Ort der Betriebsstätte maßgebend.

Somit wäre hier der Leistungsort dann plötzlich Italien

also keine Umsatzsteuer

Wo siehst Du hier den Vorteil? Dein Auftraggeber ist garantiert Regelbesteuerer. Für den ist es also egal, ob Du ihm 1.000,- Euro, oder 1.000,- Euro + 190,- euro Umsatzsteuer berechnest. Er kann das als Vorsteuer abziehen. bzw. hier würdest Du wohl sowieso netto abrechnen und er versteuer selbst in Reverse Charge Verfahren.

Aber kein Kleinunternehmer zu sein (Option auf Regelbesteuerung bringt Dir selbst den Vorsteuerabzug beim nächsten Kauf einen Surfbrettes. Oder auch bei anderen Betriebsausgaben.

Antwort
von EnnoBecker, 93
(mehr als 183 Tage pro Jahr)

Na, das kann dir ja egal sein.

im Ausland verbringen

Nun kommt es natürlich darauf an, ob das "Ausland" mit Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat. Es gibt nämlich mehrere Ausländer.

Nehmen wir daher an, es gibt eines. Und nehmen wir weiter an, es funktioniert wie das Musterabkommen.

In diesem Fall kommt es darauf an, ob du im Ausland eine Betriebsstätte oder feste Einrichtung hast, von der aus du deine Arbeit ausübst. Bei einem Surlehrer würde ich das wohl vermuten.

In diesem Fall werden die Betriebsstättengewinne im Ausland besteuert. In Deutschland unterliegen sie dem Progressionsvorbehalt oder die ausländische Steuer wird angerechnet - je nach DBA (auch das Musterabkommen bietet beide Varianten an).

Kleinstunternehmung, also keine Umsatzsteuer

Hier hast du eine falsche Vorstellung davon, wie Umsatzsteuer funktioniert. Als im Ausland ansässiger Unternehmer, der an einen in Deutschland sitzenden Unternehmer leistet, musst du sowohl das ausländische als auch das deutsche Umsatzsteuerrecht beachten. Womöglich wird es in beiden Fällen so sein, dass der Ort der Leistung in Deutschland ist. Damit wäre deutsche Umsatzsteuer anzumelden und abzuführen, aber hier greift die Umkehr der Steuerschuldnerschaft. Die Rechnung wird ohne Umsatzsteuer ausgestellt und der Leistungsempfänger meldet sie in Deutschland an.

Die Kleinunternehmerschaft endet an der Landesgrenze.

60€ pro Tag, bei Arbeit im Ausland - was hat es damit auf sich?

Keine Ahnung, musst du Man fragen.

Wo kann ich genau zu diesem Fall Informationen erhalten?

Es gibt Menschen, die sich beruflich auf sowas spezialisiert haben. Man nennt sie Steuerberater. Einen solchen solltest du befragen, denn deine Sachverhaltsdarstellung weist zu viele Lücken auf.

Meine Antwort ist auch nur unter den gegebenen Annahmen richtig.

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