Frage von althaus,

Was passiert genau, wenn ein Elternteil stirbt und Haus und Vermögen vorhanden ist?

Nachdem ich ein paar Fragen dazu schon gelesen habe, beschäftigt mich eine bestimmte Frage: Wenn ein Elternteil stirbt und es kein Testament gibt. Erben dann die Kinder automatisch? Muss der verbleibende Elternteil sein Vermögen offen darlegen und die Kinder auszahlen, wenn sonst keine Vereinbarung getroffen wurde? Was passiert mit dem Haus der Eltern? Wird das dann mit auf die Kinder umgeschrieben?

Antwort von Privatier59,
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Wenn ein Elternteil stirbt und es kein Testament gibt.

Dann gilt die gesetzliche Erbfolge. Da erben überlebender Ehegatte und Kinder, wobei die näheren Einzelheiten auch vom Güterstand abhängig sind:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Erbfolge#Ehegattenerbrecht

Wenn Du von "auszahlen" sprichst, dann hast Du die irrige Vorstellung, dass der überlebende Ehegatte quasi Alleineigentümer des Erbes ist. Das aber ist beim ERBE gerade nicht der Fall. Alle Erben sind Miteigentümer ihrem Erbanteil entsprechend. Die Problematik des "Auszahlens" stellt sich dann, wenn ein Testament vorliegt und das die Erbfolge abweichend vom Gesetz bestimmt, z.B. den Ehegatten zum Alleinerben macht. Dann haben die Kinder ein Pflichtteil. Da man Häuser nicht in Stücke sägen kann, sind die Kinder in dem von Dir vorgestellten Fall -sofern der verstorbene Ehegatte Allein- oder Miteigentümer des Hauses war- durch Erbfolge zu Miteigentümern geworden.

Antwort von Primus,
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Liegt kein Berliner Testament vor werden Kinder, die eine gute Beziehung zu dem verbleibenden Elternteil haben, selbstredend auf ihr Erbe verzichten und somit dafür sorgen, dass Mutter oder Vater ohne Stress im eigenen Haus verbleiben kann.

Kommentar von althaus,

So wie ich @TaxQA verstanden habe, bekommen die Kinder trotzdem den Pflichtteil auch wenn sie das Erbe ausschlagen. Kann das sein oder habe ich das falsch verstanden?

Kommentar von Primus,

Tun sie das nicht, wird der noch lebende Elternteil alles erben

TaxQA schreibt doch das Gleich wie ich..

Kommentar von Rat2010,

Der Pflichtteil muss eingefordert werden. Er wird nicht automatisch fällig. Du hast das also falsch verstanden.

Meine Frage von heute ging in genau die Richtung. Was ist, wenn eines der Kinder Sozialhilfeempfänger ist? Ein (Berliner) Testament wäre dann einerlei. Das Sozialamt würde den Pflichtteil einfordern. Nur kann es sich dann wohl auch um einen Härtefall handeln und das Sozialamt nicht tätig werden.

Antwort von imager761,
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Wenn ein Elternteil stirbt und es kein Testament gibt. Erben dann die Kinder automatisch?

Ja, neben dem längstlebenden Ehegatten. Im Regelfall der Zugewinngemeinschaft verheiratet gewesen, geht eine Hälfte des Reinnachlasses an den Längstlebenden, die andere teilen sich alle (auch adoptierten oder leiblichen) Kindes des Erblassers.

Muss der verbleibende Elternteil sein Vermögen offen darlegen und die Kinder auszahlen, wenn sonst keine Vereinbarung getroffen wurde?

Alles gesetzlichen Erben gehört anteilig ihrer Erbquote Besitz und Vermögen des Verstorbenen. Und haben gleichberechtigte Nachlasseinsicht. Da muss man sich einigen, wer welchen Nachlassgegenstand ggf. gegen Wertausgleich erhält oder was verkauft und der Erlös quotal geteilt wird.

Eine Ausnahme bilden nur Hausratsgegenstände und Wohnrecht an der Ehewohnung.

Was passiert mit dem Haus der Eltern? Wird das dann mit auf die Kinder umgeschrieben?

Genau, qoutal zur Erbqupte werden Wite/r und Kinder Miteigentümer. Das Wohrecht bleibt dem Längstlebenden, der eine fiktive Miete zum Miteigentumsanteil an die Kinder zu zahlen hätte und davon deren anteilige Lastentragungspflicht abziehen darf.

G imager761

Antwort von Angelsiep,
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Wenn kein Testament vorhanden ist, erben der andere Elternteil und die Kinder des Verstorbenen. Es gilt die gesetzliche Erbfolge.

Die Erben bilden eine Erbengemeinschaft. Jedem steht es frei, das Erbe (dann komplett alles)auszuschlagen.

Pflichtteil gibt es nur, wenn ein Testament vorhanden und ein Erbberechtigter zu kurz kommt.

Frage: Wem gehört das Haus, dem Erblasser allein?

Antwort von LittleArrow,
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@althaus: Bitte noch Zusatzinformationen! Also es gibt kein Testament.

Das (selbstbewohnte, vermietete oder gemischt-genutzte?) Haus gehört beiden Eltern oder nur einem Elter (dem theoretisch versterbenden?)?

Es gibt nur Kinder, aber keine Abkömmlinge oder?

Das weitere Vermögen läßt sich sicherlich gut auf-/verteilen oder?

Kommentar von althaus,

ES gibt kein Testament! Das Haus gehört den Eltern zum gleichen Teil. Es gibt mehrer Kinder. Und es gibt noch Vermögen die die Eltern gemeinsam verwalten. Nun worauf ich hinaus will. Wenn ein Kind möchte, daß der verbelibende Enternteil alleine erbt und sich die Geschwister untereinander nicht sprechen. Kann das Kind unter der Bedingung das Erbe ausschlagen, wenn auch alle anderen Geschwister das Erbe ausschlagen? Das Kind sozusagen bereit ist auf das Erbe zu verzichten, wenn auch alle anderen Kinder darauf verzichten. Nur, wie will das Kind das wissen, wenn sich die Kinder nicht aussprechen?

Antwort von TaxQA,
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wenn ein Elternteil stirbt, dann ist die Frage, ob ein Berliner Testament vorliegt. Nach Angaben gibt es keines.

Damit können alle Pflichtteilberechtigten ihren Pflichtteil einfordern. Tun sie das nicht, wird der noch lebende Elternteil alles erben. Tun sie das, müssen die Erben mit Pflichtteilanspruch bedient werden bzgl. ihrer Ansprüche.

Wie das gestaltet wird, ist Verhandlungssache.

Was passiert mit dem Haus der Eltern?

Wenn das das einzige vorhandene Vermögen ist und nicht ausgezahlt werden kann, dann wäre eine logische Folgerung, dass die weiteren Erben durch einen Anteil am Haus ihre Ansprüche bekommen.

Muss der verbleibende Elternteil sein Vermögen offen darlegen

nein, wieso? Das Erbe, das Vermögen muss offen gelegt werden. Was der verbleibende Elternteil hat, geht keinen was an.

Kommentar von althaus,

Demnach, wenn die Kinder das Erbe ausschlagen, bekommen sie nur das Pflichtteil. Habe ich das richtig verstanden? Erfahren die Geschwister untereinander wer nun das Erbe ausgeschlagen hat und wer nicht? Geht das, das ein Kind das Erbe unter der Bedingung ausschlägt, wenn alle Kinder darauf verzichten?

Kommentar von Lissa,

Wenn sie das Erbe ausschlagen, erben sie gar nichts.

Kommentar von TaxQA,

das Erbe ausschlagen? Das ist ein neuer Aspekt. Dann erben sie nichts.

Kommentar von SBerater,

es greigt hier weniger der Pflichtteilsaspekt als vielmehr die gesetzl. Erbfolge.

Kommentar von imager761,

Demnach, wenn die Kinder das Erbe ausschlagen, bekommen sie nur das Pflichtteil. Habe ich das richtig verstanden?

Nein. Mit Ausschlagung geht ihr Anteil an diejenigen, die berufen wären, wenn der Ausschlagende überhaupt nicht gelebt hätte, also an die verbleibenden Erben 1. Ordnung.

Erfahren die Geschwister untereinander wer nun das Erbe ausgeschlagen hat und wer nicht?

Ja, nach Ausschlagung informiert das Nachlassgericht die Erben darüber.

Geht das, das ein Kind das Erbe unter der Bedingung ausschlägt, wenn alle Kinder darauf verzichten?

Jein. Jeder schlägt für sich aus und kann das nicht von anderen bedingend verlangen. Es sein den, man ginge gemeinsam zum Nachlassgericht oder einem Notar und erklärt gleichzeitig seine Ausschlagung.

Kommentar von Angelsiep,

Das ist Unsinn !

Wenn kein Testament vorhanden ist, erben der andere Elternteil und die Kinder des Verstorbenen.

Pflichtteil gibt es nicht, wenn kein Testament.

Frage: Wem gehört das Haus, dem Erblasser allein?

Kommentar von althaus,

Das Haus gehört den Eltern zu gleichen Teilen.

Kommentar von Rat2010,

Dann ist die gesetzlich Erbfolge beim Ableben des einen Elternteils, dass der verbleibenen Ehegatte 1/4 und die beiden Kinder je 1/8 erben.

Also sind dann 3/4 beim Hinterbliebenen Ehegatten und jeweils 1/8 bei den beiden Kindern.

Die Kinder könne das Erbe ausschlagen. Der oder die verbleibende kann die Kinder wenn das besser ist auch abfinden.

Die gesetzliche Regelung ist nicht die schlechteste. Zum einen spart sie Erbschaftsteuer, zum anderen sorgt die Vererberei dafür, dass die Kinder nicht am Ende leer ausgehen. Der Hinterbliebene kann sich ja auch neu verlieben, ungerecht sein oder sein Geld irgendwie verlieren. Das zu vermeiden ist so ziemlich der einzige gute Grund für eine Berliner Testament, nur schränkt das den Hinterbliebenen auf der einen Seite ein. Auf der anderen Seite fördert ein Berliner Testament aus meiner Sicht, dass Pflichtteile auch eingefordert werden und ist aus meiner Sicht ein Steuermaximierungstestament.

Die gesetzliche Erbfolge hat was. Sich daran zu orientieren schafft Familienfrieden.

Kommentar von imager761,

@TaxQA

Unsinn³

  • Ohne Testament verstorben, erben die Kinder automatisch nach der gesetzlichen Erbfolge quotal den Reinnachlass ihres Elternteils und haben kein Pflichtteilsrecht.

  • Die/der Witwe/r erbt niemals den gesamten Reinnachlass seines Gatten, egal in welchem Güterstand er verheiratet war, wenn der Erblasser Kinder hinterlässt

  • Jeder Miterbe kann Teilungsvollstreckung einer ererbten Immobilie betreiben oder seinen zugefallenen Miteigentumsanteil verkaufen und ist keinesfalls zu Immobilieneigentum und lebenslagem Kostenrisiko verpflichtbar

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