Frage von Lythande71,

DWS RiesterRente Premium - Lack ab oder nur ein Kratzer: Schon Churning oder noch Riskoabsicherung?

Das Wichtigste zuerst: Ich möchte mit dieser Frage zunächst nur wissen, ob es sich um ein individuelles Problem handelt, das in dieser Ausprägung nur in meinem Depot stattfindet, oder ob es strukturell ist und somit ausser mir noch andere betrifft. Davon hängen meine nächsten Schritte ab.

Worum gehts: Seit August 2011 schichtet die DWS regelmässig Fondanteile in meinem DWS RiesterRente Premium um. Die erste Umschichtung geht dabei i.d.R. von dem aktienbasierten DWS Vorsorge Dachfond (A) in den rentenbasierten DWS Duration XL (B). Soweit so gut. Ich kann die Begründung sogar nachvollziehen, dass es hierbei um die Absicherung meines Garantiebetrages geht. Wenige Tage später wird jedoch quasi wieder zurück geschiftet, also von rentenbasiert (B) nach aktienbasiert (A). Das passiert nicht zu gleichen Anteilen, weshalb mir nicht sofort ersichtlich war was hier passiert. Aber als ich mir die Umschichtungen isoliert angeschaut habe, musste ich festestellen dass die in 95% der Fälle mit Kursverlusten für mich einhergehen. Und zwar sowohl auf dem Hinweg (A) als auch auf dem Rückweg (B). Also habe ich mir mal die Mühe gemacht und nur den Wertverlust in meinem Depot durch die Hin-und-her-Umschichtung herausgerechnet. (Ist nicht schwer kostet nur ein bisschen Mühe) und komme auf einen Wertverlust von 13,5% alleine durch die Umschichtungen (Depot Wert 7.700; Verlust durch Umschichtungen seit 08/2011 1.040€.) Jetzt wurde mir auch klar, warum trotz Kursteigerung beider Fonds im betrachteten Zeitraum mein Depotwert gesunken ist. Der freundliche Herr von der Verbraucherzentrale, war erstaunt, handelt es sich doch bei dem DWS RiesterRente Premium um das auch von den Verbraucherzentralen und Finanztest immer noch regelmässig empfohlene Produkt für Riester FondSparpläne. Er fabulierte direkt etwas von "massivem Churning" und bat mich das an die große Glocke zu hängen. Ich bin nicht davon überzeugt, dass der Begriff Churning hier richtig ist, weil die DWS für diese Transaktionen ja keine Gebühren nimmt und der Wertverlust im Depot nur durch ungünstige Kurse entsteht. Sei es drum. Bevor ich überhaupt daran denke die große Glocke zu läuten, möchte ich wissen, ob der Wertverlust durch Hin-und-zurück-Umschichtung bei Euch ähnlich hoch ist. Oder ob es sich um ein Einzelschicksal handelt. Danke für Eure Antworten.

P.S.: Verzeiht meine saloppe Schreibe. Ich möchte nicht das Ihr beim Lesen einschlaft oder vom Finanz-Chinesisch abgeschreckt werdet. Aber um Missverständnissen vorzubeugen: Ich verstehe mit meinem laienhaften "gefährlichen" Halbwissen was CPPI ist, wie diese Strategie grundsätzlich funktioniert und das die DWS CPPI bei diesem Produkt automatisiert einsetzt. Ich verstehe nicht die Frequenz, also warum bei einer langfristigen Anlage wie der RiesterRente 2mal pro Monat die Verteilung im Depot angepasst wird, warum das Vor und Zurück geschieht, und warum das fast immer mit Kursverlusten für mich einhergeht. ....Keine Zeichen mehr übrig....genug jetzt!

Antwort
von Jumoli,

Hallo an euch, ich habe die DWS Riester Preium seit 04/2008. Heißt also, dass ich nur noch einmal die 5,5% auf den regelmäßigen mtl. Beitrag zahlen muß. Danach fließt zumindest dieser Teil voll in den Vertrag. Ich lege euch mal meine DWS Riester offen.

Einzahlungen seit 4/2008:15.045,50 Euro Aktueller Depotwert: 12.319,64 Euro Gebühren seit 4/2008: 3.066,14 Euro (Gebühren abzgl. Rückerstattungen: 2.175,57 Euro) Garantie in 3/2013: ebenfalls 15.045,50 Euro Rückerstattung durch Finanzmakler seit 4/2008: 890,57 Euro, die nicht reinvestiert wurden. Wenn ich nur die Beiträge zu Grunde lege, die tatsächlichen in den Fonds geflossen sind, dann ist die Riester Premium mit gerade mal 1,73% im Plus. Leider war das Börsenjahr 2011 übel. Alleine in diesem Jahr verlor mein Vertrag über 11%, die erst wieder reinkommen müssen. Bezüglich Umschichtungen kann ich sagen, dass dies seit 2011 vermehrt auftritt. Weit über 50 Mal pro Jahr. Den Verlust habe ich aber bisher nicht berechnet. Mein Fazit: Die Zeit ist bisher viel zu kurz, um wirklich ein definitives Fazit abgeben zu können. Die Gebühren fressen viel, aber ich denke die nächsten 10 Jahre ohne Gebühren werden das wahre Potential offen legen. Ich kann nur hoffen, dass am Ende mehr Rendite als 2 oder 3 % herauskommen, sonst wars ne Null bzw. Minus Nummer.

Grüße euch

Antwort
von catberlin,

Habe auch diese Police abgeschlossen (allerdings erst vor zwei Jahren) und vermehrt in meinem Kontoauszug Umschichtungen festgestellt. Ob diese zu Verlusten führten allerdings nicht nachvollzogen.

Finde jedoch jetzt - nach dem ich mich lange Zeit nach Abschluss der Police - endlich einmal mit dem Thema auseinandersetzte, dass die Kosten extrem hoch sind. Bedenkt man dann noch, dass die Rente steuerpflichtig ausgezahlt wird, kommt man - so mein obladendünnes Halbwissen - so scheint es mir, darauf, dass die Rendite deutlich höher ausfallen müsste als die best angenommene Prognose mit 9%, um überhaupt ein Plus mit einer solchen Police machen zu können.

Möglicherweise ist es besser, selber in Fonds zu investieren, da dies eine deutlich geringere Kostenstruktur aufweisen dürfte?

Wie gesagt, alles nur Halbwissen, freue mich jedoch, wenn jemand mit echtem Wissen zu meinen Vermutungen beitragen könnte ...

Antwort
von Chris891,

Kurz gesagt: die Kursverluste sind der Preis für das Sichern der Anlage...um deine rente zu sichern...kann man so schlecht erklären...ich kann nur sagen, kenne das produkt persönlich und beruflich und habe es ( und den vorgänger Toprente) lange beobachtet...die machen das schon gut ;)

Kommentar von Lythande71 ,

Danke für die schnelle Antwort. Mir ist bewusst, dass man das nicht ganz so einfach erklären kann. Aber Deine kurze Erklärung bringt es gut auf den Punkt., obwohl es meine ürsprüngliche Frage nicht beantwortet. Jetzt überlege ich mir mal, ob mir der Preis für eine solche "Absicherung" nicht zu hoch ist. 13,5 % des gesamten Depotwerts in den letzten 20 Monaten nur durch Umschichtungen zu verlieren finde ich schon happig. Und da habe ich die echten Kosten des Produkts schon vorher rausgerechnet. Aber meine eigentliche Frage war ja, ob es noch mehr Leute ausser mir gibt bei denen über 50 mal im Jahr hin und her geschichtet wurde, bis der gesamte Gewinn, den beide Fonds gemacht haben, allein durch die Umschichtung wieder aufgefressen wurde. Also wieviele Umschichtungen wurden in Eurem Depot im letzten Jahr vorgenommen? Weniger oder sogar mehr als 50? Geschehen die bei Euch kurstechnisch auch fast ausschliesslich zu Eurem Nachteil?

Kommentar von Chris891 ,

ja, so häufig wird nunmal in dem produkt umgeschichtet. Die müssen dir ja auch ne gewisse gewähr geben auf deine beiträge weil wegen riester halt ;). deswegen ist mit durch umschichtung entstandenen kursverlusten zu rechnen. Wenn du im gegensatz zum Riester Fondssparplan einen normalen Fondssparplan hättest, würdest du die vollen Kurserträge (aber auch die Verluste) mitnehmen. Das ist aber nicht Sinn der Sache. Die Entwicklung der letzten Jahre ist trotz allem super und das Prinzip scheint gut zu funktionieren. Wenn dich das so fuchst mit den Kursverlusten, investier doch einfach nen kleinen Betrag monatlich in dieselben Fonds. Fazit: Wer viel Rendite will, muss ein hohes Risiko eingehen. und dann sind wir nicht mehr beim Thema Altersversorung ;)

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