Frage von dortmunder,

Sind Sparpläne bei Wohnungsbaugenossenschaften sinnvoll?

Auf der Suche nach Ergänzungsmöglichkeiten zu meiner privaten Rentenvorsorge bin ich auf teils attraktive Sparplan-Angebote diverse Wohnungsbaugenossenschaften gestoßen. Unter anderem auf die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG, die ein Produkt namens Zielsparen offensiv bewirbt. Ab dem 15. Sparjahr erhält man satte 50% Bonus auf die jährliche Sparleistung. Bei 100 Euro auf 25 Jahren kommen derzeit (variabler Basiszins) 51.573,14 Euro heraus – macht eine Rendite von etwa 4 Prozent!

Das bietet mir doch, wenn ich richtig informiert bin, kaum eine Privat-Rente, oder? Deren Garantiezins (auf den Sparanteil!) liegt bei 1,75 Prozent. Natürlich hat ein solcher Vertrag – weil man statt Kapital ja auch Rente nehmen und steinalt werden kann – durchaus eine Daseinsberechtigung. Aber: Lohnt es sich nicht, seine Altersvorsorge möglichst vielschichtig aufzubauen? Ich denke mir 100 Euro in so einen Genossenschafts-Sparplan, 100 Euro in eine Privat-Rente, 100 Euro in Riester und/oder Rürup und ein Rest in Fonds-Sparpläne...!?!

Die Eigenheiten der diversen anderen Produkte haben es teils ja durchaus in sich und ich bilde mir ein, sie in Ansätzen verstanden und durchblickt zu haben. Vor allem wenn man die Kriterien Flexibilität, Sicherheit, Rendite usw. gegeinenander abwägt...

Mir stellt sich angesichts dieses für mich völlig neuartigen Genossen-Sparplans aber die Frage: Ist das sicher? Die CSG macht dazu auf ihrer Webseite widersprüchliche Angaben. Mal heißt es, man sei in einem Sicherungsfonds, der noch nie habe einspringen müssen... Dann aber heißt es auch, dass man auf das Einspringen keinen Rechtsanspruch hat. Ja, was denn nun!? :-)

Auch westdeutsche Anbieter wie die Spar- und Bauvereine in Solingen und Hannover bieten vergleichbare Produkte – wohl mit ähnlichen Sicherheits-Bedingungen. Mich interessiert vor allem Euer persönlicher Eindruck... Würdet ihr so einen Vertrag abschließen? Er ist ja recht flexibel – im Gegensatz zu Versicherungen und hat dazu doch auch eine Top-Rendite ohne Volatilität... Oder!?

Kennt sonst jemand von Euch ähnlich gute "Banksparpläne"?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LittleArrow,

Dieses generelle Konzept (auch das der CSg) wurde bereits im Mai 2010 hier kostenpflichtig "getestet": http://www.test.de/Sparanlagen-Gute-Zinsen-fuer-Genossen-4047646-0/. Die CSg e.G. zahlt offenbar ganz gut, bietet viele Sparvarianten (mit individuellen Sparrechnern) an. Gut finde ich, dass man bei dem von Dir angesprochenen Zielsparen relativ kurzfristig wieder über das angesammelte Guthaben verfügen kann, allerdings nur in seiner Gesamtheit und leider nicht in Teilbeträgen! Anstelle von Teilbeträgen müßte man also unterschiedliche Produkte dieser oder anderer Genossenschaften besparen.

Ferner sollte man für Deine Fragestellung auch eine Risikostreuung vornehmen und nicht alle Ersparnisse in "Chemnitz" anlegen ("Klumpenrisiko") und auf die schwammigen Sicherungsfondsbedingungen des GdW hoffen. Letzteres ist ein klarer Schwachpunkt!

Leider fehlt in den Rechnern der CSg die Eingabemöglichkeit für die individuell anfallende Abgeltungsteuer, so dass Du nur Vorsteuerergebnisse findest. Man muss übrigens für € 15,50 Genossenschaftsanteile kaufen, um Sparanlagen zu tätigen. Aber das ist kein Hinderungsgrund.

Kommentar von dortmunder ,

Hallo LittleArrow,

lieben Dank für die Einschätzung. Ich habe jetzt statt 1 x 100 Euro monatlich in Chemnitz anzulegen einfach 5 x 20 Euro angelegt und komme so an Teilbeträge effektiver dran.

Andere Genossenschaften bieten leider keine so überzeugende Rendite. Die pendeln sich alle – Hannover und Solingen habe ich gefunden – bei etwa zwei Prozent ein. Nicht eben viel.

Meine Hausbank hat über den Geschäftsbericht der Chemnitzer drüber geschaut und keine Auffälligkeiten gefunden und wenn mir sogar die Sparkasse dazu rät, da durchaus zuzugreifen, dann heißt das schon etwas, wie ich finde.

Vielen Dank jedenfalls für die Antwort!

Kommentar von LittleArrow ,

Bitte schön.

Ein guter Service Deiner Sparkasse, den man sonst nur selten von derartigen Kreditinstituten hört.

Nun muss ich noch erwähnen, dass die Verzinsung der CSg für solche Kleinbeträge extrem hoch ist. Der Verwaltungsaufwand ist dazu ja sehr hoch. Aber wenn die Aufteilug auf mehrere parallele Sparkonten möglich ist, dann ist dies eine gute Möglichkeit, langfristig an der Zinssatzsteigerung teilzuhaben.

Antwort
von consteind,

Hallo, ich halte 4 % auf 25 Jahre für zu wenig für eine Altersvorsorge. Moderne flexible Altersvorsorgen sollte dafür mehr geeignet sein. Hier bist in einer Anlage 25 Jahre gefangen und kannst nichts ändern. Dein Denken nach Sicherheit ist ok., aber was ist sicher! 1,75 % Garantie ist nur eines Sicher, das es Geld vernichtet , denn 2,5% Inflation p.a. sind auch dabei zu beachten. Das trift auch bei 4 % zu. Deshalb sollte eine Anlage 6-8% Rendite auf 25 Jahre ermöglichen. Die wichtigste Garantie dabei ist, das du lernst auf deine Anlage/Geld zu achten. Moderne Altersvorsorge: Jeder Zeit Geld Entnahme kostenfrei möglich(nur AGST auf Gewinne), Beitragspause oder Ferien jeder Zeit kostenfrei möglich, Anlage in alle Arten von Fonds, unterschiedliche Vermögensverwaltungen z.B. Hamburger Sparkasse, Warburg Bank, DJE uvm. mit Ablaufhöchststand Garantiefonds und alles kann jeder Zeit kostenfrei verändert werden. Täglicher transparenter Überblick. Erst im Alter einscheiden, welche Art von Rente, bzw. auch Kombination mit Entnahmeplan oder nur so auf Bedarf Geld entnehmen. Im Alter steuerbegünstigte Verrentung bzw, Entnahme. Flexibel, Sicher(alle notwendigen Anlagen in jeder Witrschaftslage vorhanden. UND es gibt auch Betreuer bzw, Berater zu Unterstützung. Nichts gegen Chemnitz, aber ich "glaube" , es ist nicht der starke Wirtschaftsraum für immobilien. Meine Tochter wohnt in Annaberg und ich bin öffters auch in Chemnitz. Mein Rat- Finger weg! Gruß constein

Antwort
von GAFIB,

Sichere 4% wären nicht zu verachten, richtig. Wobei variable Zinsen auch gesenkt werden können, die Gefahr eines Lockangebotes wäre zu beachten. Aber da ist wohl noch etwas mehr Recherche nötig, ob da nicht noch weitere Haken sind.

Bei Festgeld sind derzeit 3,1% im 10-Jahresbereich das Ende der Fahnenstange, siehe Link. Bei fmh.de sind noch weitere Optionen im 5-Jahresbereich aufgelistet, die gehen bis zu 2,9%.

Als Alternative sehe ich noch einen guten globalen Rentenfonds, z.B. den Templeton Global Return Fund, ISIN: LU0294221097 - der sollte eine gute Ecke darüber liegen, auch in den nächsten Jahren noch (besitzt als börsennotierter Renten-Fonds aber ein moderates Schwankungsrisiko).

https://www.nibcdirect.de/produkte/sparen-anlegen/festgeld/konditionen.aspx

Kommentar von dortmunder ,

Wie beurteilen Sie denn die Einlagensicherung bei einer Wohnungsbaugenossenschaft? Da mache ich mir Sorgen...

Kommentar von LittleArrow ,

Gefahr eines Lockangebotes

Diese Gefahr sehe ich nicht so sehr. Es werden auch langfristige Festzinssätze angeboten. Sie liegen über den 3,1 % p.a.

Näheres findest Du z. B. unter http://www.sparen-csg.de/geldanlagen/renditerechner-festzinssparen/konditionen-f...

Man beachte auf alle Fälle auch die anderen angebotenen Sparformen und -pläne! Es geht los ab € 10/Monat!

Kommentar von GAFIB ,

@dortmunder: Die Einlagensicherung erscheint mir als schwächer im Vergleich zu der im Bankenbereich. Sie ist auch nirgendwo präzisiert - habe ich jedenfalls nicht gefunden.

Das Zielsparen führt über 10 Jahre zu einer Rendite von ca. 3,85% mit dem u.g. Rechner. Der springende Punkt ist aber, dass der Basiszins jederzeit verringert werden kann, z.B. auf nur 1%, dann lohnt sich das Ganze nicht mehr.

Als reeller erscheinen mit die Festzinsangebote, dabei ist zumindest sicher, welcher Zinssatz tatsächlich gezahlt wird.

http://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php

Antwort
von Underfrange,

Wenn Sie tatsächlich an Inflationsschutz und Altersvorsorge interesse haben und Kapital anlegen wollen sind solche Sparpläne nicht wirklich die erste Wahl. Lassen Sie sich bei der Altersvorsorge vom Finanzamt unterstützen, schaffen Sie Substanz die Ihnen auch gehört. Solche Sparpläne wie von Ihnen beschrieben sind in erster Linie für den Verkäufer und die Bank gut. Echte Altersvorsroge aber sollte Ihre Altersvorsorge sein und nicht einer Bank. Seriöse Angebote erhalten Sie bei einem unabhängigen Berater und nicht über eine Selbstrecherche im Internet. Näheres gerne in einem persönlichen Gespräch.

Kommentar von LittleArrow ,

Altersvorsorge vom Finanzamt unterstützen, schaffen Sie Substanz die Ihnen auch gehört.

Wenn das Finanzamt und langfristige Altervorsorgeverträge ins Spiel gebracht werden, ist Vorsicht geboten. Diese langfristigen Verträge (z. B. Riester und Rürup) sind keine verfügbare Substanz, sondern enden mit dauerhaft fehlender Liquidität, nachgelagerter Versteuerung der Erträge zum individuellen Grenzsteuersatz plus - in vielen Fällen - der Zurechnung der Erträge zur Bemessungsgrundlage für KV und PV. Hierzu verweise ich ansatzweise auf diesen Link:

http://www.finanzfrage.net/tipp/zahlen-sie-als-arbeitgeber-ihren-mitarbeitern-ke...

Der unabhängige Berater hat da längst seine Provision ins Trockene bebracht.

Auch sog. Inflationsschutz in Form von indexierten Anleihen, Kapitalgewinnen etc. ist nicht steuerfrei zu haben.

Antwort
von robinek,

Sinnvoll hin oder her! Wie attraktiv die Zinsen sind zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) Mit 3-monatiger Kündigungsfrist bis zu 1,9% Zinsen (zu vergleichen aber mit Tagesgeldkonten verschiedener Onlinebanken mit täglicher Verfügbarkeit) Ratensparpläne bis zu 2,75% Sinnvoll also unbedingt verschiedene Angebote einholen

Kommentar von dortmunder ,

Im vorliegenden Fall lande ich bei 4 Prozent.

Kommentar von LittleArrow ,

@dortmunder: Die 4 % (einschl. Zinsbonus) werden bei 25-jähriger Laufzeit erreicht. Ich würde diesen Zins aber nicht als dauerhaft so niedrig ansehen. Bei steigendem Zinsniveau wird sicherlich auch der Basiszins der CSg steigen. Falls nicht, kann man immer noch kündigen, fängt dann aber möglicherweise beim Zinsbonus wieder von vorne an:-(

Antwort
von Underfrange,

Zunächst hat der Vermitter einer Lebens-oder Rentenversicerung noch lag nichts im Trockenen. Dieser muss mindestens 5 Jahre für seine Provision beten und hoffe dass der Kunde den Vertrag auch mindestens so lange durchhält.

Wenn ich davon schreibe "Substanz" zu schaffen kann das natürlich kein Vertrag in solcher Weise sein. Insofern stimme ich zu.

Wer wirklich vorsorgen will und seine biometrischen Risiken in Griff hat sollte anfange richtiges Vermögen aufzubauen. Das sogenannte Betongold war schon immer die nachhaltigste und lukrativste aller Anlagemöglichkeiten.

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