Frage von erdbeer21, 1.353

Dorfsupermarkt eröffnen-top oder flop?

Würdet Ihr in einer kleinen Gemeinde mit 1000 Einwohnern die keine Einkaufsmöglichkeit vor Ort hat, einen Tante Emma Laden nutzen? Oder denkt ihr, sowas hat keinen Sinn, weil heute jeder nur noch zum Discounter fährt, da Auto vorhanden? Kann man mit so einem Laden noch Geld machen?

Support

Liebe Mitglieder,

da in der Frage leider zum Teil unsachlich diskutiert wurde, statt sich auf den Sachverhalt zu konzentrieren habe ich ein wenig aufgeräumt. Bitte bleibt beim Sachverhalt und lasst persönliche Diskussionen außen vor. Vielen Dank.

Herzliche Grüsse

Jürgen vom finanzfrage.net-Support

Antwort
von Mikkey, 1.353

Zur Titelfrage orakle ich mal, dass jeder damit einen schweren Stand hätte. Von wahrscheinlich 200 potentiellen Kunden wird man allenfalls "gerade so" leben können.

Zu den Fragen im Text:

  1. Ja, uneingeschränkt - ich würde so einen Laden nutzen (vorausgesetzt ich muss nur gelegentlich trotzdem in einen anderen Laden, weil ich nicht das bekomme, was ich haben möchte).

  2. Jeder würde nicht zum Discounter fahren, weil ich es nicht täte. Allerdings wohne ich nicht in dem Dorf.

  3. s.o. "Geld machen" halte ich für ausgeschlossen.

Möglicherweise habe nicht nur ich inzwischen begriffen, dass das Verschwinden der kleinen Läden schade ist. In einem Dorf lässt sich perfekt eine Umfrage durchführen, wie die Kunden in spe es halten würden.

Antwort
von SBerater, 1.101

ohne den Ort zu kennen, die Bevölkerung, die Altersverteilung, die Verkehrsanbindung, die Entfernung zum nächsten grösseren Ort etc., kann man nicht wirklich was sagen.

Ich kenne fast keinen so kleinen Ort mehr, der einen Tante Emma Laden betreibt. Solch kleine Ortschaften haben teils Läden, die nur ein kleines Sortiment haben oder ein sehr spezialisiertes, das wiederum Leute aus der Umgebung anzieht.

Ich denke, die Zeiten von Tante Emma ist vorbei - ausser man betreibt es neben und/ oder als Hobby.

Antwort
von Snooopy155, 1.257

Man sollte sich genau die Altersstruktur der Einwohner ansehen, ebenso wieviele zum Arbeitsplatz pendeln. Nur wenn ein ausreichendes Potential an Käufern vor Ort vorhanden ist, lassen sich diese mit guten Ideen durchaus in einen Tante Emma Laden holen. Dazu gehören dann auch lange Öffnungszeiten und Lieferung nach Hause, sowie anschreiben. Die Produktvielfalt ist nicht das wichtigste - vielmehr sollten die Standardprodukte vorhanden sein, die die Kunden regelmäßig brauchen. Bei Obst und Gemüse kommt Frische und Abwechslung vor der Vielfalt und Exotischem.

Antwort
von qtbasket, 731

Der Rat von jemanden, der eine solch kleine Siedlung genau kennt:

Der Bus fährt genau zweimal am Tag zum Hauptort für die Schüler, samstags und sonntags nie. Es gibt hier mindestens dreimal einen Hofverkauf und einen Bauernladen, alles an Gemüse, Obst, Eier, Butter, Milch, Brot und Kuchen kann man hier kaufen. Aber gut laufen die nicht !!! Erzeugerpreise sind zu teuer !!!

Es gab mal einen kleinen Dorfladen, der hatte wirklich alles, aber zu seinem Preis, heute ist da ein Pizzaservice drin.

Jeder in diesem Dorf hat ein Auto, oftmals sogar mehr als eines. Man fährt eben zu ALDI, LIDL, EDEKA und Co., auch wenn es ein Weg ca. 4 km sind. Und wer nun wirklich kein Auto hat, oder bei schönem Wetter, nimmt das Fahrrad.

FAZIT: NULL Aussichten auf wirtschaftlichen Erfolg

Antwort
von wfwbinder, 850

Rechne mal:

1000 Einwohner, davon unbeweglich evtl. 200, monatlicher Einkaufsbedarf (wenn alle, alles bei Dir kaufen), 300,- Euro = 60.000,- Euro. vermutlich aber einiges Weniger.

Davon:

Wareneinkauf, Miete, weitere Kosten.

Ich vermute Du würdest vom ALG II leben und den Laden als Hobby betreiben müssen.

Kommentar von wfwbinder ,

Was mit noch einfällt, womit einige ein zumindest tragendes Geschäft machen-

Ein Bus, umgebaut zum fahrbaren Supermarkt. damit kleine Orte erreichen. nach Fahrplan.

Es gibt da verschiedene Modelle die Sache anzufangen. ein großer Bus, wo die Käufer wie in einem Supermarkt durchgehen, oder eben Verkauf über die Verkaufsklappe mit einem 3,5 tonner.

Kommentar von Gaenseliesel ,

richtig, daran habe ich auch gedacht ! Ein mobiler Supermarkt, solch ein Gefährt kenne ich aus unserem ländlichen Bereich auch.

Man sieht immer eine kleine Traube von Menschen an der Verkaufsklappe. Wenn die sich an jedem Ort bildet, könnte der Betreiber evtl. sogar davon leben - reich werden aber nicht !

Das richtige Angebot (lässt sich während der Touren erfragen), feste Standortzeiten - warum nicht ? K.

Antwort
von Gaenseliesel, 890

Hallo erdbeer21, ein Konzept dazu bzw. Meinungen zu Für und Wider einer solchen Überlegung, findest du auch erst einmal hier :

http://www.tegut.com/aktuell/einzelartikel/das-laedchen-fuer-alles.html

..... dieser Link könnte deine Entscheidung schon mal beeinflussen.

Gruß ! K.

Antwort
von robinek, 712

Notgedrungen, wenn man nicht mehr autofahren kann oder darf! Etwas teurer aber vor Ort. Viele "Tante Emma Läden" bieten auch gegen Preis von 1-2 € Zulieferung auf telefonische Bestellung. In vielen kleineren Orten oder auch grössere Orten lohnt sich für Lebensmittelgeschäfte die Präsenz nicht mehr. Z.T. auch in grösseren Städten ist es für ältere Menschen entfernungsmässig, ohne Auto nicht mehr möglich selbst einkaufen zu gehn!

Antwort
von billy, 619

Ich behaupte auch Nein, die Idee würde ein Flop.

Antwort
von Privatier59, 578

Als Einzelkämpfer einen Supermarkt zu betreiben ist wohl sehr schwer. Es fehlt die Marktmacht um niedrige Einkaufspreise durchzusetzen und es fehlt die gesamte Logistik eines Großkonzerns. Ich behaupte mal, es lohnt sich nicht.

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