Frage von mauracher, 1.086

Was gilt bei Tod des Ehepartners in Bezug auf Steuererklärung und Freistellungsauftrag?

Zu welchem Termin muß man beides alleine abgeben statt bisher zu zweit-welche Fristen kann man hier nutzen-beachten?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 1.049

Zu den Fristen siehe wfwbinder.

Für das Jahr des Todes ist eine Ehegattenveranlagung durchzuführen, das heißt: je nachdem, was günstiger ist, eine Zusammenveranlagung oder eine Getrennte bzw. Einzelberanlagung (ja nach Jahr). Grund hierfür ist, dass die Voraussetzungen hierfür an mindestens einem Tag im Jahr vorgelegen haben:

  1. beide in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig
  2. beide verheiratet, und zwar miteinander
  3. nicht dauernd getrennt lebend

Mit dem Tod entfällt das Merkmal 1, da der Verstorbene keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hat.

Damit ist auch klar, dass im Jahr nach dem Tod keine Ehegattenveranlagung mehr in Frage kommt. Allerdings hat hier der Gesetzgeber das Witwensplitting vorgesehen. Im Jahr nach dem Tod kann der überlebende Ehegatte noch einmal den Splittingtarif in Anspruch nehmen.

Zu beachten ist, dass bei der EInkommensteuer das Zuflussprinzip gilt, bei der Erbschaftsteuer hingegen nicht.

Beispiel:
Der Verstorbene hatte am Todestag 30. Juni ein Sparkonto hinterlassen, das jeweils am 31. Dezember Zinsen in Höhe von 10.000 abwirft. Außerdem soll es ein Kind gegeben haben und natürlich die Ehefrau - bei gesetzlicher Erbfolge.

Damit sind dem Verstorbenen bei der Einkommensteuer keine Zinsen mehr zuzurechnen, jedoch der Ehefrau und dem Kind jeweils 5.000 Euro. Falsch wäre also, wenn die Ehefrau 10.000 Euro Zinsen versteuert.

Bei der Erbschaftsteuer wurde ein Anspruch auf Zinsen in Höhe von 5.000 geerbt - je zur Hälfte durch die Ehefrau und das Kind. Die nach dem Tod entstandenen Zinsen sind dann eigene Zinsen der Erbengemeinschaft.

Antwort
von wfwbinder, 755

An den Fristen ändert sich nichts.

Im jähr des Todesfalls wird noch "normal" veranlagt, weil ja zu Beginn des Jahres die vosaussetzungen vorlagen.

Außerdem gibt es im Folgejahr noch das "Gnadensplitting" also der Verwittwete wird letztmalig nach der Splittingtabelle veranlagt.

Antwort
von Lohnverrechnung, 682

Der Freistellungsauftrag gilt nur im Jahr des Todes noch gemeinsam, dann mußt Du ihn neu stellen im Folgejahr, lautend auf Dich allein. Zur Steuererklärung lies Dich mal zum Thema Übergangsfrist und Witwensplitting ein. wfw Binder hat hierzu ja auch schon etwas geschrieben.

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