Angestellt + nebenbei Selbstständig. Ab wann Liebhaberei?

Guten Tag,

Ich war die letzten acht Jahre selbstständig als Tonmeister tätig und habe seit dem ersten Jahr der Unternehmensgründung Gewinne erzielt. Gleichzeitig habe ich in großem Umfang ein Betriebsvermögen (Tonequipment) aufgebaut und angefangen abzuschreiben. Der Großteil dieser Abschreibungen (und steuerlicher Entlastung) steht noch aus.

Allerdings habe ich im letzten Jahr zugleich eine Tätigkeit als Angestellter aufgenommen (Equipment wird hier nicht genutzt), das selbstständige Unternehmen läuft in Absprache mit dem Arbeitgeber seitdem nebenher. Im letzten Jahr habe ich beim selbstständigen Unternehmen noch hohe Gewinne gemacht. Dieses Jahr werde ich deutliche Verluste erzielen (kaum Einnahmen, weiterhin Abschreibungen als Ausgaben).

Ich möchte von den Ausgaben des Unternehmens weiterhin profitieren und damit die Steuerlast meiner Anstellung senken. Die Rechtfertigung sehe ich darin, dass ich mit dem Betriebsvermögen das ich beim selbstst. Unternehmen abschreibe, zuvor große Gewinne erzielt und versteuert habe (Die eigentlichen Ausgaben für das Betriebsvermögen kamen mir damals ja nur in kleinem Umfang zugute).

Meine Frage:

Ab wann wird mir dieses Unternehmen als Liebhaberei ausgelegt? Und wenn es nicht direkt in diesem ersten Verlustjahr passiert, könnte es später rückwirkend auf den jetzigen Zeitpunkt gelegt und Steuern rückverlangt werden? Welchen Effekt hätte die völlige Betriebsauflösung, würde ich nicht durch Übergabe des Betriebs- ins Privatvermögen Gewinne erzeugen, die die Steuerlast erhöhen?

Besten Dank und MfG,

Gregor

Selbstständigkeit Liebhaberei
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Nageldesign - Hobby oder Gewerbe? Bitte um Rat

Hallo liebe Ratgeber/innen,

ich wende mich heute mit einer Frage an euch, da im Internet sooo viele verschiedene Gerüchte kursieren.

In den letzten Monaten interessiere ich mich sehr für Nageldesign. Um mir die Nägel selber zu machen, belegte ich auch Kurse und kaufte Geräte und entsprechendes Material sowie eine Übungshand.

Um die Modellagen zu üben, ist die Übungshand aber nicht auf Dauer geeignet und ich würde gerne an Modellen (freiwilligen Damen) üben. Auch weil es mir Spaß macht, ich mir aber nicht selbst jede Woche die Nägel neu modellieren kann (würde den Naturnagel schädigen). Entsprechende Anfragen aus dem Freundeskreis habe ich bereits. Da ich die Gele, Feilen, Desinfektionsmittel etc. auch nicht geschenkt bekomme, möchte ich ungefähr die Materialkosten raus haben und das, was über bleibt würde ich natürlich aufschreiben und in der Steuererklärung am Jahresende angeben. Ich gehe von einem Betrag zwischen 10 und 15 € pro Modellage aus. Zeitlich würde ich vielleicht eine oder zwei pro Woche schaffen.

In den einschlägigen Nagel-Foren wird gerne behauptet, dass man sich sofort wegen Schwarzarbeit strafbar macht, wenn man auch nur 1 Cent nimmt und man soll sofort Gewerbe anmelden. Das habe ich mir auch zuerst überlegt, da ich an einige Sachen günstiger ran käme.

Dagegen spricht jedoch: - Ich will daraus eigentlich keinen (Neben-)Beruf machen, denn ich weiß nicht wie viel Zeit neben Job und Kindern dafür auf lange Sicht gesehen übrig bleiben wird.

  • Ich müsste beim Gewerbe auch ein vielfältiges Angebot machen, um wettbewerbsfähig zu sein und dafür immer weitere (teure!) Kurse machen. Dazu habe ich eigentlich keine Ambitionen, weil ich es ohne Druck ausüben möchte.

  • Es kämen weitere Kosten (Müllgebühren, GEZ, Betriebshaftpflicht, evtl. Fahrtkosten, professionellere Geräte, Werbung) auf mich zu.

  • Diese müsste ich auf die Modellagepreise aufschlagen, damit ich nicht draufzahle. Dann allerdings wären die Preise dafür so hoch wie in einem Profi-Studio und dafür sind widerum "meine" Nägel noch nicht gut genug.

Modelle würde ich später vielleicht auch per Annonce suchen mit entsprechender Beschreibung wie das abläuft. Gäbe das schon Ärger, obwohl es ja eigentlich keine Werbung ist? Könnte so ein Gesuch als Werbung ausgelegt werden?

Daher bitte ich um Meinungen und Ratschläge.

Vielleicht weiß auch noch zufällig jemand, wie es aussieht wenn ich ein Modell aus Versehen verletze, z. B. beim Feilen an die Haut komme oder so. Kommt dann meine Privathaftpflichtversicherung grundsätzlich dafür auf? Wenn wir jetzt von Hobby/ Liebhaberei ausgehen, kann ich ja schließlich keine Betriebshaftpflicht abschließen. :-(

Um das nochmal zu betonen: ich möchte nicht schwarzarbeiten und viel Geld verdienen, nur meine Unkosten decken. Denn am Anfang sitzt man schon mal 3 bis 4 Stunden an einer Modellage und da hat man bei so einer geringen Summe kaum was über.

Ich freue mich über jede ernsthafte Antwort!

Gewerbeanmeldung Haftpflichtversicherung hobby Liebhaberei
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Vorwurf der Liebhaberei durch Finanzamt und deren Folgen daraus

Ich habe für einen Steuerbescheid 2010 Widerspruch eingelegt, weil die darin erklärten Negativ-Einkünfte von ca. 3.000.- Euro wegen dem Vorwurf der Liebhaberei nicht anerkannt werden konnten. Das Finanzamt bat darauf hin um eine vorläufige Einnahme-Überschussrechnung für das Folgejahr, um zu überprüfen, ob die bis dato angefallenen Verluste in den nächsten 4-5 Jahren wieder ausgeglichen werden können. Da ich die Befürchtung hatte, dass mir wegen Liebhaberei evtl. die Unternehmereigenschaft versagt wird und ich dann auch keine Umsatzsteuer mehr erklären kann, hatte ich für das Folgejahr alle Ausgaben steuerlich nicht berücksichtigt und nur die Vorsteuerabzüge aus diesen Ausgaben in der Umsatzsteuererklärung 2011 berücksichtigt, um somit einen Gewinn für 2011 erklären zu können. In dem Steuerbescheid für 2011 wurde dann meine Umsatzsteuererklärung beanstandet, da ich keine Ausgaben in der Einkommenssteuererklärung für Selbständige, sondern nur die Vorsteuerabzüge erklärt hatte. Das Finanzamt hat mir nun erklärt, dass der Vorwurf der Liebhaberei für 2010 nur für mich die Folge hätte, dass die darin erklärten Negativ-Einkünfte von ca. 3.000.- Euro nicht berücksichtigt würden und die Vorsteuerabzüge 2010 weiterhin berücksichtigt würden. Ich überlege nun, den Widerspruch gegen den Bescheid 2010 zurück zu nehmen und im Rahmen eines Widerspruchs gegen den Bescheid aus 2011 dem Finanzamt die Wahrheit zu sagen, dass ich also wegen der Befürchtung wegen Liebhaberei evtl. die Unternehmereigenschaft versagt zu bekommen, ich deshalb keine Ausgaben für 2011 geltend gemacht hatte. Als Folge würde ich die Einkommenssteuererklärung 2011 im Rahmen des Widerspruchs dahingehend ändern wollen, dass ich nun wieder korrekt alle Ausgaben erkläre und somit einen Verlust auch für 2011 ausweisen würde, der dann wegen Liebhaberei wiederum nicht berücksichtigt werden würde, aber wenigstens würden meine Vorsteuerabzüge dann berücksichtigt werden.

Ist diese Vorgehensweise so zu empfehlen und welche Folgen habe ich zu befürchten wegen der fehlerhaft bisher nicht erklärten Ausgaben ? Wird man dadurch evtl. verböst und hat man bei zukünftigen Erklärungen Probleme (Steuerprüfung etc.) zu befürchten ?

Steuererklärung Liebhaberei
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Künstler und Liebhaberei

Ich hätte mal eine Frage in Bezug auf Liebhaberei, ich versuche mich sehr kurz zu fassen. Ich bin nebenberuflicher Musiker und mache seit 15 Jahren Independentmusik, bislang ohne Einnahmen aber von ersten Tag an belegbare Ausgaben (insbesondere Equitment).

Derzeit überlege ich meine Musik in Portale wie den iTunes-Store zum Kauf anzubieten. Ich gehe nicht davon aus, dass je ein Totalgewinn erzielt wird. Hierbei wären die bisweilen Aufwendungen der 15 Jahren einfach zu hoch, dass diese je wieder eingespielt werden, aber wirklich ausgeschlossen wäre das nicht. Man weiß ja nie.

Da ich die früheren Ausgaben ohnehin nicht mehr als selbständiger Freiberufler ansetzen kann, überlege ich das Projekt als Liebhaberei fortzusetzen, auch in der Hoffnung, dass der iTunes-Verkauf größere Einnahmen erwirtschaften wird, als ich im jeweiligen Veranlagungsjahr an Aufwendungen habe. Eine Gewinnerzielungsabsicht liegt nach meiner Meinung dennoch nicht vor.

Die globale Fragen die sich daraus ergeben würden, wären:

  1. ob Liebhaberei für mich als Künstler anhand dieser beschriebenen Konstellation gangbar und ohne weiteres durchsetzbar wäre?

  2. wenn ja, ob in der Tat die Einnahmen solange den Finanzamt nicht angezeigt werden müssen, solange kein Totalgewinn erzielt worden ist und keine Umsatzsteuerpflicht vorliegt?

  3. wenn ja, darf dann anteilig das Musikzimmer in der eigenen Wohnung für all die 15 Jahre als Aufwendung gerechnet werden?

Freiberufler Künstler Steuern Musiker Liebhaberei
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Finanzamt und Liebhaberei - Wie vermeide ich ein Gewerbe?

Ich, Frühpensionär, sammle als Hobby alte Stiche und habe dafür schon etliche tausend Euro ausgegeben. Irgendwann kam mir die Idee, den einen oder anderen am PC zu kolorieren und von einer Grafikdatei Puzzles, Tischsets oder Poster anfertigen zu lassen. Ab und zu, je nach Lust und Laune, wollte ich das eine oder andere Teil auf eBay anbieten, damit ich zumindest einen Bruchteil meiner Ausgaben neutralisieren kann und mir, je nach Laune, noch weitere Stiche kaufen kann. Nach einem Gespräch mit dem Finanzamt sollte ich ein Kleingewerbe anmelden. Man will ja alles korrekt machen.

Dann hat sich die Berufsgenossenschaft BGETEM gemeldet und verlangte Beitragszahlungen von mir. Dann habe ich mir die möglichen Abmahnfallen auf eBay angesehen. Dann war ich frustriert und habe mein Kleingewerbe wieder abgemeldet.

Nun frage ich: Wenn ich keiner regelmäßigen Tätigkeit in meinem Hobbybereich nachgehe und nur ab und zu so ein Poster o.ä. verkaufen möchte, muss ich doch kein Gewerbe anmelden? Ist sowas nicht eine künstlerische Nebentätigkeit oder gibt es diesen "Tatbestand" nicht mehr? Kann ein Normalverbraucher nicht irgendwann irgendwas verkaufen, das er selbst hergestellt hat?

Unter "Liebhaberei" habe ich auf Google nur Beiträge gefunden, die sich auf die Vermeidung von Liebhaberei beziehen, so dass Kleinunternehmen nicht vom Finanzamt als "Liebhaberei" eingestuft werden, mit allen Nachteilen für sie. Unter anmeldefreier "künstlerischer Nebentätigkeit" habe ich auch nichts für mich Relevantes gefunden (wobei ich der Meinung bin, dass die Koloration von Stichen sehr wohl künstlerisch ist). Daher stelle ich hier mein Problem dar.

Jetzt schon herzlichen Dank für Ihre Antworten, die aber steuerrechtlich möglichst einfach gehalten sein sollten, weil ich steuerrechtlich keine Ahnung habe und mir dieser ganze steuerliche Dschungelmist sowas von zuwider ist!

hobby Nebeneinkünfte Liebhaberei
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