Kann ich die Tätigkeit beim Kunden meines Arbeitgebers, dem Finanzamt als Dienstreise "verkaufen"?

Ich arbeite in der häuslichen Pflege bei einem Behinderten in seiner Wohnung. Meine Dienste dauern immer 24 Stunden. Ich habe ca. 2 Dienste pro Woche. Gerne würde ich Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Ob dies anerkannt wird, steht scheinbar in direktem Zusammenhang mit der Frage nach der regelmäßigen Arbeitsstätte. Sollte der Ort meiner Tätigkeit (also beim Kunden) nicht als regelmaßige Arbeitstätte definiert sein, was ich mir nicht 100 prozentig beantworten kann, müsste ich doch jeden meiner Dienste als Dienstreise darstellen können und könnte dann den Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Habe ich da Chancen? Das folgende Zitat macht mir Hoffnung:

Reisekosten – Langfristiger Kundeneinsatz führt nicht zu regelmäßiger Arbeitsstätte

Mit Urteil vom 9.7.2009 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es sich nicht um eine regelmäßige Arbeitsstätte im Sinne des Einkommensteuergesetzes handelt, wenn der Arbeitnehmer beim Kunden seines Arbeitgebers tätig wird. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer dort längerfristig eingesetzt wird.

Die Folge ist, dass der Arbeitnehmer die Kosten für die tatsächlich gefahrenen Kilometer zum Kunden steuerfrei erstattet bekommen bzw. als Werbungskosten geltend machen kann und nicht auf die Entfernungspauschale von EUR 0,30 pro Entfernungskilometer beschränkt ist. Der Bundesfinanzhof bestätigt mit diesem Urteil seine jüngere Rechtsprechung, wonach nur eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers eine regelmäßige Arbeitsstätte sein kann – nicht aber die betriebliche Einrichtung eines Kunden.

Die Finanzverwaltung hat sich dieser Auffassung inzwischen angeschlossen.

Außerdem steht bei Wikipedia folgendes unter Reisekosten:

„Reise“ ist als gleichzeitige Abwesenheit von der Wohnung und der regelmäßigen Arbeitsstätte definiert. Beruflich oder betrieblich veranlasst ist eine Reise, wenn die private Lebensführung den Zweck der Reise nicht oder nur unwesentlich berührt; Abgrenzungsfragen hierzu behandelt der Artikel Dienstreise.

Reisekosten umfassen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand und Reisenebenkosten. Steuerlich voll anerkannt wurden sie bis Ende 2007 aber nur bis zu einer gewissen Dauer der Reise (deutsches Steuerrecht i. d. R. 3 Monate, österr. teilweise kürzer). Dauerte die Reise länger, nahm das Finanzamt im Regelfall an, dass der Mittelpunkt der Lebensführung an den Ort der Auswärtstätigkeit verlagert wurde. Der Ort der auswärtigen Tätigkeit wurde dann als neue regelmäßige Arbeitsstätte angesehen. Diese Auffassung wurde durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 9. Juli 2009 aufgehoben.[1] Damit sind Fahrten zum Kunden immer als Dienstreise anzusehen, egal auf welche Dauer sie angelegt sind.

Vielen Dank im Voraus!!!

Einkommensteuererklärung, Finanzamt, Reisekosten, Steuerrecht, Dienstreise, Verpflegungsmehraufwand
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Welche Schritte vor Abschluss eines Werkvertrages..?

Hallo zusammen,

ich befinde mich gerade am Ende meines Studiums und dürfte bis September, aber nicht mehr im Oktober als Student immatrikuliert sein. Da ich nun schon im September Freizeit habe, besteht die Möglichkeit im Zeitraum September-Oktober bei einer Firma zu arbeiten.

Bei dem Vertrag handelt es sich um einen Werkvertrag. In dem jedoch ein Stundenlohn und eine höchst Arbeitszeit von 40 Tagen und ein entsprechender Höchstlohn festgelegt wird. Wie viel ich tatsächlich Arbeiten möchte, ist mir frei überlassen und nicht festgelegt.

Da ich mich ja nun um Sozialversicherung und Steuern etc. selbst kümmern muss und am Ende nur eine Rechnung an die Firma schicke, stellen sich mir ein paar Fragen (mein Jahresverdienst aus HIWI Job an der Uni und dem Job bei der Firma dürfte in 2012 bei ca. 6150€ liegen):

1) Umsatzsteuer muss ich als Kleinunternehmer im Sinne des §19 UStG nicht abführen, da ich deutlich unter 17000 € bleibe?

2) Ich müsste die Tätigkeit als freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anmelden (gibt es da Probleme bzgl. Scheinselbsständigkeit)

3) Steuern dürften aufgrund der niedrigen Einkünfte nicht anfallen (muss ich eine Steuererklärung machen?)

4) Kann ich von Beiträgen für Sozialabgaben und Rentenversicherung befreien lassen und wenn ja, wo müsste ich das beantragen/einreichen? (Ich werde an die Monate anschließend zu 99% Beamter und bin von daher eigentlich nicht auf die Rentenversicherung etc. angewiesen - oder liegt mir hier ein Irrtum vor?!)

5) Gibt es irgendetwas zu Beachten, da ich ja im ersten Monat der Vertragslaufzeit noch Student und im zweiten Monat kein Student mehr bin (z.B. mit der priv. Krankenkasse [bin nicht über Eltern etc. versichert])?

Ich wäre froh, wenn mir jemand in der ein oder anderen Frage Klarheit verschaffen könnte :-)

Viele liebe Grüße

Anton

Rentenversicherung, Arbeit, Finanzamt, Selbstständigkeit, Sozialversicherung
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von kleinunternehmerreglung zur Regelbesteuerung (Umsatzsteuervoranmeldung mtl.viertl. jährlich?)

hallo, anfang februar bin ich zur meinem steuerberater gegangen und habe ihm gesagt, dass ich gerne von der kleinunternehmerreglung raus, weil mein umsatz letztes jahr 2011 22400 betrug. er wollte dem fa ein schreiben setzen und ich sollte dann auf antwort warten. da bis jetzt nichts gekommen ist, habe ich meinem steuerberater gefragt und er hat gesagt, das er es auf jedenfall mitgeteilt hat dem fa und ich ein schreiben bekommen hätte sollen. somit habe ich letzte woche beim fa angerufen und die haben mir gesagt, das ich ust-pflichtig bin. ich habe seid anfang des jahres alle meine rechnungen mit mwst. ausgewiesen und bisher keine ust.voranmeldung getätigt. jetzt hatte ich meinen steuerberat auf empflehlung einer freundin gewechselt letzte woche und er wil jetzt die umsatzsteuervoranmeldung machen und ich solle mit versäumniszuschlägen rechen, da ich das hätte machen müssen. ein anderer freund sagt jedoch, dass er seine umsatzsteueranmeldung immer jährlich macht bzw. sein steuerberater. der jetztige steuerberater will jetzt monatlich buchhaltung bei mir führen, und daher 60 euro in rechnung mtl. stellen. mein frage: stimmt das, dass ich jetzt doch monatlich umsatzsteuervoranmeldung machen müsste und muss? und mit versäumniszuschlag rechnen muss? kann ich das auch nicth jährlich machen umsatzsteuervoranmeldung? (falls relevant bin promoter) für tipps würde ich mich freuen : ) danke im vorraus...

Finanzamt, Kleinunternehmer, Mehrwertsteuer, Steuerberater
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Probleme wegen Besitz von Goldbarren ?

Hallo,

ich suche hilfreichen Rat, da ich nicht weiss wie ich mit meinem Sachverhalt (rechtlich) umgehen soll:

Da ich eine alte Dame längere Zeit gepflegt habe, und mehr für sie da war als ihre eigenen Kinder, sprach sie immer davon mir vor ihrem Tod etwas "wertvolles" schenken zu wollen. Ich dachte darüber nie großartig nach, da ich wusste dass die Kinder alles erben.

Zwei Tage vor ihrem Tod, als wir alleine waren, holte sie das "wertvolle" Geschenk aus dem Boden einer mittelgroßen Schmuckschatulle raus, von dem außer ihr keiner wusste: Es war ein 9,999 Feingold Goldbarren (über 20.000 EUR wert).

Voller Überraschung und Freude, nahm ich das Geschenk an, brachte es bei mir zu Hause an einen sicheren Ort. Nach zwei Tagen wurde mir mitgeteilt die Dame sei verstorben.. Diese Geschichte ist schon mehrere Wochen her, seit der Beerdigung habe ich auch von ihren Kindern nie was gehört.

Mittlerweile habe ich mich über Goldverkauf informiert, weiss aber nicht wie ich genau (rechtlich) vorgehen soll:

(1) Jede Ankaufstelle hält mittels Personalien den Ankauf fest und speichert diesen für mehrere Jahre. -Wann und an wen gehen diese, und werden auch Informationen über meinen Gold-Verkauf weitergeleitet (Summe..) ??

(2) -Wie reagiert die Bank wenn ich plötzlich mehrere tausend Euro mehr auf mein Giro- oder Sparkonto einzahle oder überwiesen bekomme? ("Bankgeheimnis)"?? -Event. Mitteilungen ans Finanzamt? Geldwäschebeauftragten?

(3) Wie weise ich die Herkunft des Geldes/ nach (da die Dame schon Tod) und werde ich darüber gefragt wenn ich als Studentin nicht mal knappe 900 EUR vorher hatte ??

(4) Gibt es da, meinerseits aus, eine Auskunftspflicht alles detailiert auszulegen/ -Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit danach gefragt zu werden (Erbrecht-Steuer) ???

(5) Angenommen ich lege den Goldbarren als solchen bei der Bank (zum Beispiel in der Schweiz) an, werde ich auch dann nach der Herkunft gefragt ??

Vor allem die 2. Frage beschäftigt mich, da ich nicht weiss ob ich (nach dem event. Verkauf) so eine hohe Summe auf mein Konto einzahlen kann, ohne rechtliche Konsequenzen.

Empfehlen Sie mir mit meiner Bankberaterin darüber zu sprechen/ Meinung einzuholen? Darf sie Einzelheiten aus dem Beratungsgespräch der Bank weiterleiten, wenn ich dort Kunde bin ??

Wie empfehlen sie mir bei meinem Sachverhalt am besten vorzugehen ?

Vielen Dank für Ihre Empfehlungen und Rat.

Susanne

Geldanlage, Bank, Erbe, Finanzamt, Bankberater
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Finanzamt hat zu wenig Fahrtkosten berechnet

Ich bin 2009 zu unserer Mutterfirma versetzt worden und habe nun einen Fahrtweg von 75km (einfache Fahrt). Für 2009 und 2010 habe ich die Lohnsteuererklärung gemacht und jeweils gut 1600€ erstattet bekommen. Nun habe ich für 2011 die Erklärung eingereicht und wurde prompt gefragt ob ich auch wirklich gefahren sei (wie sollte ich wohl sonst zur Arbeit kommen???). Man forderte eine Bescheinigung meines Arbeitgebers über die Anzahl der Tage, die ich gearbeitet habe. Habe ich umgehend eingereicht. Dann kam, dass auf mich kein Auto zugelassen sei. Ich erklärte Ihnen, dass das Auto auf den Namen meiner Mom läuft, da es günstiger ist. Ich bin aber Finanzierer und trage alle Kosten. Dann wollten sie eine Bestätigung über die Laufleistung meines Autos. Ich bin ja geduldig... also habe ich die Inspektionsrechnungen Januar 2011 und Oktober 2011 eingereícht, die ja belegen, dass ich gute 24.000 in nicht mal 10 Monaten gefahren bin. Dann kam eine Weile nichts und heute habe ich eine Überweisung von 110,-€ auf dem Konto. Hä?????? Kein Bescheid, keine Abrechnung, Aufstellung oder wie auch immer... und warum 110€?? Das würde ja bedeuten, ich habe die Firma beinahe vor der Tür. Bin stinksauer. Man sitzt gut 2 Stunden am Tag im Auto um seinen Job auszuüben, tankt 5 Mal im Monat und bekommt 110€?? Was soll ich nun tun ?? wüsste auch gerne mal woraus sich diese 110€ zusammen setzen.

Finanzamt, Pendlerpauschale
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Dienstwagen oder Privatfahrzeug?

Hallo zusammen! Ich habe einige Fragen, bei deren Beantwortung ich Unterstützung brauche. Das Finanzamt ist mit der bisherigen Auflistung meiner beruflichen Fahrten (ähnlich einem Fahrtenbuch) nicht mehr "glücklich"...

Der Vorschlag des Sacharbeiters ist der, meinen Wagen zu einem Dienstfahrzeug zu deklarieren, da er - aus langjähriger Erfahrung mit meiner Steuererklärung - weiß, dass weit über 50% meiner Fahrten beruflicher Natur sind.

Nun ist es aber so, dass ich zwei Berufe habe. Zum einen bin ich Schulleiterin, zum anderen gehe ich einer (zeitlich und finanziell etwa gleichgestellten) selbstständigen, künslerischen Tätigkeit nach.

Ein Dienstfahrzeug kann mir ja nur von der nebenberuflichen Tätigkeit gestellt werden, nicht aber schulisch, d.h. ich bin gleichzeitig Arbeitgeber und Arbeitnehmer und stelle mir selbst ein Fahrzeug zur Verfügung. Hauptberuflich lege ich aber mehr Kilometer zurück, als bei der Ausübung der künstlerischen Arbeit.

Meine Schlussfolgerung ist daher folgende: Ein Dienstwagen macht für mich keinen Sinn, denn die in diesem Fall betrieblichen Fahrten sind geringer als die schulischen. Und gelten die schulischen Fahrten dann nicht plötzlich als Privatfahrten, weil sie nichts mit den Fahrten der künstlerischen Arbeit zu tun haben? Denke ich da richtig? Und kann das FA mich zwingen, mein Auto zu einem Dienstfahrzeug zu machen? Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verworren ;)

Über Antworten würde ich mich freuen! Liebe Grüße

Anke

Dienstwagen, Finanzamt
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Sind bei fehlenden Mieten Werbungskosten nicht voll absetzbar? Welche Beweise sind vorzulegen?

Hallo Forumsgemeinde,

nachdem ich hier schon längere Zeit mitlese, möchte ich heute ein eigenes Problem posten und hoffe, auch Antworten dazu zu erhalten.

In meiner ESt-Erklärung für 2010 habe ich auch das Formular "Vermietung und Verpachtung" ausgefüllt. Dort habe ich (wahrheitsgemäss) angegeben, dass der Mieter in diesem Jahr nur sechs der zwölf Mieten gezahlt hat. (Natürlich habe ich mit dem Mieter Kontakt aufgenommen und auch die Zusage erhalten, dass die fehlenden Mieten nachgezahlt würden. Dies ist leider bis heute nicht geschehen. Ja, ich könnte dem Mieter kündigen, dann ginge es mir aber wahrscheinlich wie meinem Kollegen, der in dem gleichen Haus eine Wohnung hat. Er hatte seine Wohnung in den letzten fünf Jahren 26 Monate leer stehen.)

Als ich den Bescheid erhielt, stand dort, dass der Finanzbeamte annahm, ich hätte mich geirrt und deshalb mit 12 Mieten als Einnahmen gerechnet. Dagegen habe ich Einspruch eingelegt. Jetzt habe ich einen Brief mit folgendem Wortlaut erhalten:

"Ergänzend zu den Ausführungen in Ihrem Schreiben vom 13.02.2012 bitte ich noch um Vorlage des Schriftwechsels mit dem Mieter hinsichtlich der nicht gezahlten Mieten. Teilen Sie bitte auch mit, wie die Miete in 2011 und Januar bis März 2012 gezahlt wurde."

Jetzt meine Fragen:

a) Nachdem mein Rechner seinen Geist aufgegeben hat, ist vom Schriftwechsel mit dem Mieter nichts mehr übrig. Wie soll ich etwas vorlegen? Muss ich das überhaupt?

b) Was haben Mieteinnahmen von 2011 und 2012 mit der StE von 2010 zu tun und muss ich dazu Angaben machen? Kann man aus dem Brief lesen, dass der Finazbeamte Werbungskosten (evtl. anteilig) kürzen will?

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen.

Grüsse zester

Finanzamt, Miete, werbungskosten
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