Testament oder Erbvertrag Ehevertag gültig wer bekommt Haus?

1972 schloss ein Ehepaar ein Ehe- und Erbvertag ab, in dem unter anderem der Bruder des Ehemannes ihr Hausgrundstück als Vermächtnis bekommen soll nachdem auch der längst lebende verstorben ist.

Sollte der Bruder also Vermächtnisnehmer vorher sterben, sollen dessen Abkömmlinge es bekommen. Da behält sich das Ehepaar aber ausdrücklich das Recht vor, Teilungsanordnungen zu treffen soweit die Abkömmlinge des Vermächtnisnehmers zum Zuge kommen. Hierbei können einzelnen Abkömmlingen auch größere Miteigentumsanteile bis zur Hälfte des Grundstücks zugeteilt werden, im übrigen soll das Vermächtnis vertragsgemäß sein es sei denn, die Eheleute bekommen selbst noch Kinder.

1996 schreibt das Ehepaar ein handschriftliches Testament und setzten sich gegenseitig als alleinerben ein.

2004 verstirbt der Ehemann und beide Schriften werden eröffnet.

Das Ehepaar hat keine Kinder bekommen und der Bruder des Ehemanns ist 2006 verstorben und hat 2 Kinder.

Da sie aber all die Jahre weder den Neffen oder Nichte ihres Mannes sah hat sie ein noterielles Testament geschrieben in dem sie ihre Nachbarsfamilie die ein familiäres Verhältnis zu ihr haben als Erben eingesetzt.

Im Testament steht ich bin nicht an einen Erbvertrag gebunden und alles bisherige Widerrufe ich hiermit. So hofft sie, dass die Nachbarsfamilie, die sie auch pflegt, das Haus bekommt.

Sie möchte auf gar keinen Fall, dass diese beiden das Haus bekommen, weiß aber selbst nicht ob dieses Testament so ausreicht. Sie ist der Meinung, wenn ich gestorben bin brauchen die auch nicht mehr kommen.

Wer würde in so einem Fall das Haus bekommen?

Könnte Sie das Haus schon vorher auf die Familie umschreiben lassen oder was wäre, wenn sie das Haus verkauft?

Oder würde es nach der Testamentseröffnung allen zustehen falls vorher nichts gemacht wird?

Danke schonmal im Voraus.

Erbe, erbrecht, Haus, Immobilien, Testament, Ehevertrag, Berliner Testament
2 Antworten
Eheplanung - können meine künftige Frau und ich Versorgungsausgleich bei Scheidung ausschliessen?

Servus, wir sind in der Eheplanung. Kann ich mit meiner künftigen Ehefrau vereinbaren, daß war beide den Versorgungsausgleich der bei Scheidung normal gemacht wird, einfach ausschließen? Wir sorgen beide selber für das Alter vor, sie arbeitet, ich arbeite, beide sind wir in der glücklichen Lage, daß der Arbeitgeber Betriebsrente zahlt. Ich verdiene einiges mehr wie sie, doch die Mietkosten und die Lebenshaltungskosten teilen wir uns, andere Einkäufe wie Kleidung, Kosmetik, Sportsachen bzw. Unternehmungen wie Fitness-Studio, Vereinstätigkeiten macht jeder nach seinem Geldbeutel. Beim Urlaub sponsere ich sie, da ich gerne Fernreisen mache und sie sich das nicht so gut leisten kann. Wir fänden es nicht ok (meine künftige Frau auch nicht), wenn ich ihr, da ich viel mehr Rentenbeiträge zahle, im Falle einer Scheidung Rentenansprüche abtreten müßte, da wir beide für uns selber sorgen. Falls ein Kind kommt, will meine Frau nun die einjährige Elternzeit nuten, wo sie Elterngeld bekommt und dann wieder voll arbeiten. Daher würden wir diesen Rentenausgleich gerne im Vornherein ausschließen oder sollten wir das anders lösen? Es liest sich vielleicht komisch, daß man daran schon bei der Hochzeitsplanung denkt, aber da fast jede 3. Ehe geschieden wird, sind wir uns im Klaren, daß man nie von einer lebenslangen Verbindung ausehen kann, das wäre zwar schön, wir streben das auch an, aber es wäre einfach nicht realistisch. Danke für Euren Rat und Eure Antworten.

ehe, Familienrecht, heirat, Recht, scheidung, Zivilrecht, Ehevertrag, Versorgungsausgleich
1 Antwort
Fortgesetzte Gütergemeinschaft, Berliner Testament, Pflichtteil, Hartz 4

Die im Ehevertrag meiner Eltern festgelegte „fortgesetzte Gütergemeinschaft“ ist heute anscheinend ein seltener Spezialfall, der früher aber durchaus üblich war. Danach würde ich als (einziger) Nachkomme praktisch den verstorbenen Ehegatten ersetzen. Also gehört mir 50% des Erbes. Einen Pflichtteil gibt es hier wohl gar nicht, da mir ja sowieso schon die Hälfte gehört.

Dem widerspricht nun das vorhandene Berliner Testament (ohne Strafklausel), nachdem ich zunächst enterbt bin und mir lediglich ein Pflichtteil zusteht. Was also ist jetzt gültig?

Für mich persönlich ist das alles irrelevant, da ich meiner 85 jährigen Mutter nichts streitig machen will. Für das Jobcenter aber schon. Die verlangen von mir als Hartz 4 Empfänger, meinen Erbteil geltend zu machen und sehen dabei natürlich den Ehevertrag als Grundlage für die Berechnung. Was ist also jetzt gültig. Der Ehevertrag oder das Testament?

Es sei noch erwähnt, dass ich bereits zwei Fachanwaltsbesuche hinter mir habe (Erbrecht, Sozialrecht), wobei sich jeder am Schluss der Sitzung für diesen Fall als nicht kompetent genug erklärte und mir empfohlen hat, den jeweils anderen Fachbereich zu konsultieren. Damit steht mir also schon jetzt, noch bevor überhaupt irgend etwas geregelt ist, die erste Klage ins Haus und ich weiß nicht mal zu welcher Sorte Anwalt ich gehen soll!

erbrecht, Hartz IV, Pflichtteil, Sozialrecht, Ehevertrag
5 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Ehevertrag