Soll ich nach 10 Jahren Ehe einen Ehevertrag unterschreiben?

Hallo! Ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Wir haben 2 Kinder. Ich habe während unserer Ehe immer meinen Beitrag geleistet .Finanziell bin ich für die Verpflegung (Essen und Waren das täglichen Bedarfs) und Kinderbetreuungskosten verantwortlich. Auch war ich immer für die Betreuung und Erziehung der Kinder zuständig, versehe den Haushalt, putze, wasche und koche... Früher war ich selbständig und seit 4 Jahren habe ich einen Teilzeitjob. Ich hatte vor meiner Ehe kein Vermögen und konnte auch während der Ehe keines aufbauen. Anders ist es bei meinem Mann. Er hatte vor unserer Ehe bereits einige Immobilien und hat in unserer Ehe weitere Immobilien erworben. Der Wert der Immobilien bewegt sich im 6- 7-stelligen Bereich. Wir wohnen selbst seit ca. 5 Jahren zur Miete. Er bezahlt die Warmmiete und die Urlaube. Wir suchen seit 5 Jahren ein eigenes Haus. Und haben vor kurzem eins gefunden. Die Finanzierungsbestätigung liegt seit 2 Tagen vor. Ich soll nicht ins Grundbuch. Heute hat mir dann mein Mann vorgeschlagen, einen Ehevertag zu vereinbaren. Darin soll stehen, dass ich für jedes Ehejahr 5000,- Euro im Falle einer Scheidung bekommen. Ohne Vertrag wäre ich zu 100% abgesichert und er würde alles verlieren. Ohne diesen Vertrag, würde er auch das Haus nicht für uns kaufen. Unsere Kinder wünschen sich so sehr ein eigenes Haus mit Garten. Wir haben uns auch öfter gestritten in der letzten Zeit. Ich liebe ihn und würde eigentlich alles für ihn tun. Aber jetzt weiß ich nicht mehr was richtig wäre? Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben?

Scheidungsrecht, Ehevertrag
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Testament oder Erbvertrag Ehevertag gültig wer bekommt Haus?

1972 schloss ein Ehepaar ein Ehe- und Erbvertag ab, in dem unter anderem der Bruder des Ehemannes ihr Hausgrundstück als Vermächtnis bekommen soll nachdem auch der längst lebende verstorben ist.

Sollte der Bruder also Vermächtnisnehmer vorher sterben, sollen dessen Abkömmlinge es bekommen. Da behält sich das Ehepaar aber ausdrücklich das Recht vor, Teilungsanordnungen zu treffen soweit die Abkömmlinge des Vermächtnisnehmers zum Zuge kommen. Hierbei können einzelnen Abkömmlingen auch größere Miteigentumsanteile bis zur Hälfte des Grundstücks zugeteilt werden, im übrigen soll das Vermächtnis vertragsgemäß sein es sei denn, die Eheleute bekommen selbst noch Kinder.

1996 schreibt das Ehepaar ein handschriftliches Testament und setzten sich gegenseitig als alleinerben ein.

2004 verstirbt der Ehemann und beide Schriften werden eröffnet.

Das Ehepaar hat keine Kinder bekommen und der Bruder des Ehemanns ist 2006 verstorben und hat 2 Kinder.

Da sie aber all die Jahre weder den Neffen oder Nichte ihres Mannes sah hat sie ein noterielles Testament geschrieben in dem sie ihre Nachbarsfamilie die ein familiäres Verhältnis zu ihr haben als Erben eingesetzt.

Im Testament steht ich bin nicht an einen Erbvertrag gebunden und alles bisherige Widerrufe ich hiermit. So hofft sie, dass die Nachbarsfamilie, die sie auch pflegt, das Haus bekommt.

Sie möchte auf gar keinen Fall, dass diese beiden das Haus bekommen, weiß aber selbst nicht ob dieses Testament so ausreicht. Sie ist der Meinung, wenn ich gestorben bin brauchen die auch nicht mehr kommen.

Wer würde in so einem Fall das Haus bekommen?

Könnte Sie das Haus schon vorher auf die Familie umschreiben lassen oder was wäre, wenn sie das Haus verkauft?

Oder würde es nach der Testamentseröffnung allen zustehen falls vorher nichts gemacht wird?

Danke schonmal im Voraus.

Erbe, erbrecht, Haus, Immobilien, Testament, Ehevertrag, Berliner Testament
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Fortgesetzte Gütergemeinschaft, Berliner Testament, Pflichtteil, Hartz 4

Die im Ehevertrag meiner Eltern festgelegte „fortgesetzte Gütergemeinschaft“ ist heute anscheinend ein seltener Spezialfall, der früher aber durchaus üblich war. Danach würde ich als (einziger) Nachkomme praktisch den verstorbenen Ehegatten ersetzen. Also gehört mir 50% des Erbes. Einen Pflichtteil gibt es hier wohl gar nicht, da mir ja sowieso schon die Hälfte gehört.

Dem widerspricht nun das vorhandene Berliner Testament (ohne Strafklausel), nachdem ich zunächst enterbt bin und mir lediglich ein Pflichtteil zusteht. Was also ist jetzt gültig?

Für mich persönlich ist das alles irrelevant, da ich meiner 85 jährigen Mutter nichts streitig machen will. Für das Jobcenter aber schon. Die verlangen von mir als Hartz 4 Empfänger, meinen Erbteil geltend zu machen und sehen dabei natürlich den Ehevertrag als Grundlage für die Berechnung. Was ist also jetzt gültig. Der Ehevertrag oder das Testament?

Es sei noch erwähnt, dass ich bereits zwei Fachanwaltsbesuche hinter mir habe (Erbrecht, Sozialrecht), wobei sich jeder am Schluss der Sitzung für diesen Fall als nicht kompetent genug erklärte und mir empfohlen hat, den jeweils anderen Fachbereich zu konsultieren. Damit steht mir also schon jetzt, noch bevor überhaupt irgend etwas geregelt ist, die erste Klage ins Haus und ich weiß nicht mal zu welcher Sorte Anwalt ich gehen soll!

erbrecht, Hartz IV, Pflichtteil, Sozialrecht, Ehevertrag
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