Zwangsversteigerung verhindern

5 Antworten

Schulden abbezahlen oder sich einigen (wenn es um die Aufhebung der Gemeinschaft geht)

Ja, man kann ein Zwangsversteigerung verhindern. In der Regel nur dann, wenn man dem Gläubiger plausibel machen kann, wie man in der Zukunft seine Schulden begleichen will und man in der Tat auch die erste Rate zahlt. In allen anderen Fällen, sollte man sich professionelle Hilfe holen. Der WMV e.V. ist ein wirtschaftlicher Verein, der sich seit Jahren mit diesem Thema im Interesse seiner Mitglieder auseinander setzt. (wmv-ev.de) Allerdings muss man auch schauen, wie weit eine solcher Prozess schon gegangen ist, aber auch dann kann man unter Umständen noch eine Einigung erreichen.

Hallo, die Fragestellung unterstellt, dass der Schuldner eine Möglichkeit hat, eine Zwangsversteigerung seines Hauses zu verhindern. Der Schuldner hat zahlreiche Möglichkeiten, das Zwangsversteigerungsverfahren zu verzögern und auf eine Einigung mit dem Gläubiger hinzuwirken. In Betracht kommen der Antrag des Schuldners gemäß §30a ZVG auf einstweilige Einstellung des Verfahrens, wenn er glaubhaft machen kann, die fällige Forderung binnen 6 Monaten abzulösen, der Gläubiger durch die Einstellung keine Nachteile hat und die Einstellung nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen sowie nach der Art der Schuld der Billigkeit entspricht. Hier ist immer hilfreich, wenn parallel zum Antrag an das Gericht Kontakt zum Gläubiger aufgenommen wird. Lassen Sie sich dabei von einem mit den Gepflogenheiten der Bank vertrauten Anwalt begleiten und diesen für Sie verhandeln.

Die Bank hat das Darlehen, bevor sie die Zwangsversteigerung beantragt, im Regelfall gekündigt. Dabei unterlaufen, gerade wenn die Mitarbeiter viele Fälle abzuwickeln haben und in Folge dessen unter Druck stehen, auch Fehler, die die Kündigung unter Umständen unwirksam machen. Lassen Sie Ihren Anwalt unter Vorlage Ihrer kompletten Unterlagen die Kündigung überprüfen. Ist die Kündigung fehlerhaft, wird er Ihnen sagen, was zu tun ist, damit der Gläubiger kein neues Kündigungsrecht erhält.

Ist es wirksam zu einer Kreditkündigung gekommen, die in der Regel dem Antrag auf Zwangsversteigerung voraus geht, kann Ihnen Ihr Anwalt helfen, beim Gläubiger um Vertrauen zu werben, dass die Leistungsrückstände ausgeglichen werden und die Voraussetzungen gegeben sind, dass künftig das Darlehen wie vereinbart bedient werden kann. Die bloße Zusicherung dass künftig alles besser läuft, reicht dabei nicht. Die Bank, die mit leistungsgestörten Krediten Geld verliert, weil der erhöhte Arbeitsaufwand im Zins nicht berücksichtigt ist, kann bei der Belassung eines künftig wieder planmäßig bedienten Kredites wieder Geld verdienen. Dafür, dass dies so sein wird, müssen Sie mit Hilfe Ihres Anwalts Überzeugungsarbeit leisten. Wenn die Rückstände durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit verursacht wurden und Sie sich geschämt haben, dies zu offenbaren, könnte mit einem Nachweis eines neuen Arbeitsverhältnisses oder die Überwindung der Krankheit glaubhaft für eine ordnungsgemäße Bedienung des Darlehens in der Zukunft geworben werden.

Ähnlich wie mit dem Antrag nach §30a ZVG ist auch ein Antrag gemäß §765a ZPO auf ganze oder teilweise Aufhebung der Vollstreckung zu begründen. Unter voller Würdigung der Schutzbedürfnisse des Gläubigers kann das Verfahren aufgehoben werden, wenn wegen ganz besonderer Umstände die Durchführung der Zwangsversteigerung eine Härte bedeutet, die mit den guten Sitten nicht vereinbar ist. Dies so sauber zu begründen, dass das Gericht Ihrer Argumentation folgt, wird Ihnen ohne anwaltliche Hilfe kaum gelingen. Aber auch mit diesem Rechtsmittel ist die Zwangsversteigerung nicht auf Dauer zu verhindern, wenn der Kredit nicht bedient wird. Mit weiteren Rechtsmitteln kann das Verfahren verzögert werden, aber nicht verhindert. Es sei denn, es kann nachgewiesen werden, dass die Forderung des Gläubigers nicht besteht. Mitunter ist aber eine Verzögerung des Verfahrens hilfreich, wenn z.B. eine Umschuldung in dieser Zeit möglich ist oder durch die Kündigung von Bausparverträgen oder Lebensversicherungen Rückstände ausgeglichen werden können und somit das Darlehen teilweise getilgt werden kann, um damit auch die monatlich Belastung an Zinsen zu senken, bei gleichzeitigem Wegfall der Prämien für Bausparverträge oder Lebensversicherungen. Ich hoffen mit diesen Ausführungen ein wenig Hilfestellung gegeben zu haben. Hans-Jürgen Buhlert

Außer dem Ratschlag, zu zahlen gibt es eigentlich keine Empfehlung. Da müsste schon ein rechtlicher Einwand gegen die Forderung oder gegen den Vollstreckungstitel möglich sein. Darüber ist aber nichts vorgetragen. Ob eine Versteiegrung tatsächlich zur Durchführung kommt hängt aber auch von anderen Umständen ab, z.B. von welchem Gläubiger geht die Gefahr eines Zwangsversteigerungsantrages aus und welche Absicherung hat er im Grundbuch. Ist es eine Bank an der ersten Rangstelle wird siche eine Versteigerung kaum verhindern lassen. Ist es ein Gläubiger, der kein Grundpfandrecht hat oder eines an aussichtsloser Rangstelle, ist eher davon auszugehen, dass es in der Versteigerung zu keinem Ergebnis kommt. Aber grundsätzlich gilt, wer einen Vollstreckungstitel hat kann damit auch eine Zwangsversteigerung beantragen.

Zahlen seiner Schulden. Verkauf der Immobilie zu einem Preis, dass er schuldenfrei ist.

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