ZPO. Muss ein Beklagter seinen Antrag auf Klageabweisung begründen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

mein Paps ist Anwalt und sagt, man soll in zwei Schritten verfahren: Schreiben, hiermit ich zur Fristenwahrung den Klage-Vortrag der Sache nach ab. Eine Begründung reiche ich umgehend nach. Dann berätst du dich mit deinem Anwalt, und reichst die Begründung nach. Wenn du nicht begründest, ist dein Antrag unbegründet, und es wird, sofern es zur Hauptverhandlung kommt, nach Aktenlage entschieden. Das entscheidet der Richter, es kann auch dein persönliches Erscheinen als Beklagte angeordnet werden.

Wenn der Kläger schreiben würde "Mir steht kein Geld zu, trotzdem will ich Geld. Eine Begründung habe ich nicht" Dann könnte es sein, dass ein Richter die Klage in jedem Fall abweist, denn das Gericht wird das alles ja auch inhaltlich würdigen und groben Unsinn wird es auch nicht zulassen. Dennoch: Ein kurzer Satz sollte immer in dem Antrag auf Klageabweisung stehen.

Und wenn es ein Bestreiten ist. Beispielsweise ein "Ich bestreite, dass es zwischen mir und dem Kläger einen mündlichen oder schriftlichen Vertrag gibt. Dementsprechend ist die Klage abzuweisen."

Ja, das kannst du machen. Es reicht, der Klage vollumfänglich zu widersprechen.

Dann werden beide Seiten aufgefordert, ihren Standpunkt zu begründen.

Einen Begründungszwang gibt es nicht.

Aber ein unbegründeter Antrag wird vom Gericht abgewiesen.

Wenn ich dich richtig verstehe, dann würde das Gericht in diesem Fall der Klage stattgeben, oder? Auch wenn die Klage selber sozusagen unbegründet ist? Mit oder ohne mündliche Verhandlung?

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