Zinsen aus Hypotheken und Grundschulden

7 Antworten

Ja, ich verstehe.

Der Unterschied ist halt, dass man normalerweise bei einen Bankkredit mit Grundschuld im Falle des Nachkommens der Zahlungspflicht die Kreditzinsen, z.B. 5 % zahlen muss und wenn das Institut z.B. wegen Zwangsversteigerung auf die Grundschuldsicherheit zurückgreift einen höheren Zins. Z.B. 18%, je nach Vereinbarung in der Grundschuldurkunde.

"Zinsen aus Grundschulden" allein gibt es nicht. Es gibt nur Zinsen aus Darlehen, die grundbuchlich besichert sind. Der §20 EStG heißt auch vollständig: "(1) Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören Zinsen aus Hypotheken und Grundschulden." Also wird hier das Kapitalvermögen als Darlehen eingesetzt. Das ergibt sich auch aus Satz 2 des §20: "(2) Bei Tilgungshypotheken und Tilgungsgrundschulden ist nur der Teil der Zahlungen anzusetzen, der als Zins auf den jeweiligen Kapitalrest entfällt;" Es sind also Zinsen wegen der Darlehenshingabe. Auch wenn ein Herr Ratschow, Richter am BFH es gerne anders sehen würde.

Also Zinsen fallen doch nur an, wenn der Schuldner seinen Kreditverpflichtungen nicht nachkommt und der Kredigeber auf die Grundschuld zurückgreift, wenn ich das mal so laienhaft ausdrücken darf.

A nimmt bei B einen Kredit in Höhe von 100.000,- € auf. Zur Absicherung wird für B im Grundbuch eine Grundschuld eingetragen und ein Zinssatz in Höhe von 18% vereinbart, was nicht ungewöhnlich ist.

Wann fließen dann wem diese Zinsen zu? Doch nur B dem Kreditgeber in dem Fall, wenn A diese Zinsen bezahlen muss, weil er seinen Ratenverpflichtungen nicht nachgekommen ist und B "sein Geld will"? Oder gibt es einen Fall wo auch A irgendwelche Zinseinkünfte aus dieser Grundschuld hat?

Nein, die Zinsen flessen dem Gläubiger doch laufend zu, auf Grund des darlehnsvertrages, besichert durch die Grundschuldurkunde.

Komische Denkweise....
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Aha, dem Darlehensnehmer fließen also keine Zinsen zu. Soweit richtig. Der bezahlt die ja.
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Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass die Zinszahlungen auch mal bei irgendwem ankommen? Oder dachtest du, die lösen sich irgendwie auf?
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Wenn ich dir also ein solches Darlehen gebe, dann....? Na?
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Und auch das Kreditinstitut hat die Zinseinnahmen nach § 20 Abs. 1 Nr. 5, das hast du sicher schon erraten. Nur - die Einkunftsart ist wegen § 20(8) eine andere.

Beispiel aus einer Grundschuldbestellungsurkunde: „Die Grundschuld ist von heute ab mit jährlich 18 vom Hundert zu verzinsen. Die Zinsen sind jeweils am ersten Tag des folgenden Kalenderjahres nachträglich zu entrichten.“

Großes Fragezeichen "?" Was bedeutet das für Gläubiger (z.B. Bank) und Schuldner ?

Die 18 % die in der Urkunde stehen, haben nichts mit dem Zins aus dem Darlehnsvertrag zu tun.Man macht das zum großen Teil deshalb um nicht ändern zu müssen, wenn der Zins sich erhöht, oder wenn der Schuldner in Verzug kommt und Verzugszinsen zahlen muss. Dem Darlehnsgeber werden nur die Zinsen geschuldet, die im Kreditvertrag stehen.

Trotzdem tickt da eine Zeitbombe, die ab und zu mal einem den Hals gebrochen hat. Wer die Urkunde kauft, der kann aus dieser Grundschuldurkunde vollstrecken. zwar kann der Schuldner, dessen Grundstück belastet ist, ggf. Schadenersatz geltend machen, das kann aber lange dauern.

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