Zahlt man in den USA mehr oder weniger Steuern als hier in D?

8 Antworten

Das kommt auf den Einzelfall an. Man kann das nicht so pauschalieren.

Ich habe in Kalifornien schon genauso viel Einkommensteuer und Sozialabgaben (Medicare, Social Security, Krankenkasse) gezahlt wie in Deutschland, aber weniger von den staatlichen Projekten profitiert (Infrastruktur etc.).

Die Sales Tax ist manchmal von Stadt zu Stadt verschieden, aber immer in etwa die Hälfte von der deutschen MWSt.

Bei uns in FL beträgt die "Sales Tax" nur ca. ein Drittel der deutschen Märchensteuer. Und FL erhebt auch keine Einkommenssteuer. :-)

@Urbanessa

Ich habe das Glück, in einem Erholungsgebiet wohnen zu dürfen, da kostet die Sales Tax gut 11%, sozusagen mit Kurtaxe. ;o)

Im Schnitt zahlen die US-Amerikaner erheblich weniger für Steuern und Sozialabgaben, allerdings sind die staatlichen Leistungen, die sie im Gegenzug erhalten, auch erheblich geringer. In den USA wird mehr Wert auf Eigenverantwortung gelegt, und die Leute sind dazu angehalten, einen höheren Teil ihres (im Vergleich) höheren Nettoeinkommens entsprechend anzulegen, um fürs Alter oder für Notfälle gerüstet zu sein. Leider machen das viele Leute nicht, und wenn das Schicksal dann zuschlägt, haben die das Nachsehen.

Ich glaube, der Fragesteller will Äpfel mit Birnen vergleichen. Geht aber nicht auf. Das sieht man hier immer wieder, wie über die soziale Versorgung in den USA hergezogen wird. Dabei ist die Einstellung eben eine andre: in D gibts die Soziale Marktwirtschaft mit Krippenplätzen für Babies, in den USA will die Hälfte der Leute so wenig Staat im Privatleben haben wie nur möglich.

@user8743

Klar - die Leute wollen den deutschen Sozialstaat, aber Steuern wollen sie nicht zahlen. Diese Konsumentenhaltung ist abstoßend, und ich stimme Dir zu: Genau Deinen Gedankengang hatte ich auch, als ich die Frage gelesen habe.

Unterm Strich zahlst du in den US weniger, musst aber in vielen Bereichen für dein Wohl selber zahlen: Arztkosten, Arzneikosten, Fortbildung usw.

An Einkommensteuer und Kaufsteuer (entspricht unserer MwSt) muss meistens weniger abgeführt werden, dafür ist die Vermögensteuer (Property Tax), die bei uns zur Zeit nicht erhoben wird, deutlich höher.
Allerdings haben manche US Einwohner so hohe Einkünfte, dass sie es vorziehen, ihr Geld in Steueroasen anzulegen.
Über bestimmte Steuererhöhungen lassen die Gouverneuere der Staaten und die örtlichen Bürgermeister durch die Wahlberechtigten abstimmen, was häufig nicht zu Steuererhöhungen führt.

man zahlt wahrscheinlich insgesamt weniger, ist aber uach deutlich schlechter abgesichert.. soziale Auffangsysteme oder so etwas wie eine gesetzliche Krankenversicherung gitb es nicht wie im Umfang wie hier. Da hast du einfach Pech und lebst auf der Straße wenns blöd läuft - das passiert hier nicht.

Von daher ist mir das "mehr zahlen"-System doch lieber..

kann mich nur anschließen

Man zahlt in etwa genauso viel. Natürlich wird man in den USA vom Sozialsystem nicht von der Wiege zur Bahre getragen wie in Deutschland, aber eine Grundversorgung gibt es auch in den USA. Und ob Food Stamps in den USA oder Minimalrente in Deutschland, der Unterschied ist gar nicht mal mehr so groß.

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