Zahlt Deutschland eigentlich seine aufgenommenen Schulden zurück?

5 Antworten

Deutschland zahlt jedes Jahr einen Teil der Zinsen zurück und macht wieder neue Schulden für Investitionen.

In den letzten Jahren ist es gelungen immer weniger neue Schulden zu machen und zuletzt ("Schwarze Null") gänzlich ohne neue Schulden auszukommen.
Damit ergibt sich die Gelegenheit einen Teil der Schulden zurück zu zahlen.

Das geschieht natürlich von den Einnahmen der Bundesrepublik, und das sind u.a. Steuern, Zoll, Abgaben aber auch Zinszahlungen von eigenen Schuldnern sowie Einnahmen durch Bundesanleihen.

Über die Höhe der Ausgaben und der Rückzahlungen entscheidet der Bundestag im Haushaltsbeschluss.

Wir haben zur Zeit die "schwarze Null" oder fachlich eine "nettokreditaufnahme" von 0,- Euro.

Das bedeutet, die Neuaufnahme von Schulden durch den Staat ist gleich, oder etwas geringer den zurück gezahlten Schulden.

Täglich werden Bundesschatzbriefe  und Staatsanleihen getilgt und ebenso werden auch täglich neue Papiere ausgegeben.

Wir profitieren dabei, dass die Papiere, die getilgt werden höher verzinst sind,a ls die neu aufgenommenen. Die Zinsen sind für die Bundesrepublik zur Zeit sogar unter null.

Langfristig werden unsere Schulden vermutlich nciht stark sinken, aber im Verhältnis zum BIP, in dem die Staatsschulden allgemein beziffert werden, sinken unsere Schulden langsam.

Fallen wir nicht zur Zeit von der schwarzen Null ins schwarze Loch? Wenn man in die Zukunft guckt?

@Timi77777

Ich finde als Volkswirtschaftler, der sich das irgendwie von aussen ansieht fast witzig.

Auf der einen Seite Jammern die Leute: "Die Schulden sind die unzumutbare Belastung für die folgenden Generationen. Schuldenpolitik gefährdet den Staat."

Auf der anderen Seite wird die Politik der schwarzen Null, als der große Fehler bezeichnet, der Europa ruiniert."

Ja was denn nun? Schulden machen um die Wirtschaft anzukurbeln, oder keine Schulden machen, sondern beginnen sie zurück zu zahlen?

Den Gegenwert der Schulden hat ja auch der Steuerzahler erhalten, entweder in Form von Lohn, Subvention , nicht gezahlten Steuern.

Dann ist es doch nur fair, wenn der die Tilgung der Schulden auch übernimmt.

Wir können aber nur beten, dass uns wenigstens der Staat als Dauerschuldner erhalten bleibt : Keine Schulden = Kein Vermögen.

Und ich denke wir wollen doch alle unsere Millionen auf dem Konto behalten.

"Never ever" wird die Bundesrepublik als Staat jemals ihren gigantischen Schuldenberg wieder tilgen. Das passt weder in den Zeitgeist der heutigen Gesellschaft, noch in die Finanzpolitik der EU, in welche wir eingebunden sind.

Die Zeche wird, wie schon öfters bei Staatspleiten, die Gemeinschaft der Gesellschaft (die Sparer!) zahlen müssen. Sie tut es zum Teil schon heute, durch die verbrecherische Zinspolitik der EZB, welche nur dazu dient, damit sich hochverschuldete Staaten billiges Geld für neue Schulden beschaffen können oder alte Schulden "billig" refinanzieren können.

So kann auch unser Herr Schäuble lächelnd in die Kamera blicken und von enormen Staatseinnahmen reden (im Verein allerdings auch mit allen Parteien) welche angeblich fast unbegrenzt neue Projekte finanzierbar machen. - So beispielsweise auch das gigantische Integrations- und soziale Unterstützungsprogramm der Flüchtlinge bzw. Asylbewerber!

Natürlich zahlt auch Deutschland für aufgenommene Schulden Zinsen und Tilgung. Ob es jemals alle Schulden ganz zurückzahlt, weiß kein Mensch.

Im Moment macht der Staat keine neuen Schulden.

Was möchtest Du wissen?