Wurde vor 15-8 Jahren von Eltern geschlagen -> Klage noch möglich?

5 Antworten

Die Frage nach der Verjährung spielt in der Praxis häufig eine wichtige Rolle.

Ähnlich wie Straftaten nach Ablauf einer bestimmten Frist nicht mehr verfolgt werden dürfen, verjähren auch zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld nach einer bestimmten Frist. Ist ein Anspruch verjährt, kann derjenige, der eigentlich zur Zahlung von Schadensersatz oder Schmerzensgeld verpflichtet werden, die Zahlung verweigern. Beruft sich der Beklagte vor Gericht rechtmäßig darauf, dass ein Anspruch gegen ihn verjährt ist, muss das Gericht daher die Klage abweisen.

Die Verjährungsfristen für eine Tat sind im Strafrecht und im Zivilrecht unterschiedlich und unabhängig voneinander geregelt. Es kann deshalb vorkommen, dass die Tat, die gegen euch begangen wurde, zwar strafrechtlich noch verfolgt werden kann, ihr aber zivilrechtlich keinen Anspruch gegen den Täter mehr geltend machen könnt, wenn sich dieser auf die Verjährung beruft (oder umgekehrt). Die Verjährungsfrist für zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld wegen Verletzungen des Körpers, der Gesundheit oder der sexuellen Selbstbestimmung beträgt 3 Jahre. Anders als im Strafrecht beginnt die Verjährung allerdings nicht bereits nach Beendigung der Tat bzw. nach Eintritt des zum gesetzlichen Straftatbestand gehörenden "Erfolges" zu laufen, sondern erst mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste. Mit anderen Worten: Die Verjährung beginnt erst am Jahresende des Jahres zu laufen, in dem ihr erfahrt, dass ihr Opfer eines sexuellen Missbrauchs, einer Vergewaltigung oder einer körperlichen Misshandlung geworden seid und außerdem Kenntnis von der Person des Täters erhaltet oder diese Kenntnis ohne grobe Fahrlässigkeit hättet erlangen müssen. Könnt ihr - etwa aufgrund eines medizinischen Sachverständigengutachtens - nachweisen, dass ihr euch für einen bestimmten Zeitraum nach der Tat überhaupt nicht an sie erinnern konntet, weil ihr die Tat aufgrund der psychischen Folgen verdrängt habt, beginnt die Verjährung während dieser Zeit noch nicht zu laufen. Das gleiche gilt, wenn ihr zwar wisst, dass ihr Opfer einer körperlichen oder sexuellen Misshandlung geworden seid, aber keine Anhaltspunkte dafür habt, wer euch die Misshandlung angetan hat.

Unabhängig von der dreijährigen Verjährungsfrist gibt es allerdings sogenannte Höchstfristen, nach deren Ablauf der Anspruch spätestens verjährt. Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung unter anderem des Körpers oder der Gesundheit beruhen, verjähren ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Opfers von den, den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an. Sonstige Schadensersatzansprüche, also u. a. solche wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung, verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Opfers von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners in 10 Jahren von ihrer Entstehung an, ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Opfers in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an; maßgeblich ist die früher endende Frist. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Regelungen über die sogenannte Hemmung der Verjährung. Diese bewirkt, dass der Zeitraum, während dessen die Verjährung gehemmt ist, in die Verjährungsfrist nicht eingerechnet wird..........- Die Verjährung von Ansprüchen zwischen Eltern und Kindern sowie zwischen dem Ehegatten eines Elternteils (Stiefeltern) und dessen Kindern ist während der Minderjährigkeit der Kinder gehemmt........ ICH deute das so, das die 3 Jahresfrist gilt ab dem 18. Jahr - folglich wäre es trotzdem verjährt!

Ich denke das man es nicht mehr beweisen kann, da es auch schon wie du sagst sehr lange her ist. Man kann davon ausgehen das deine Eltern diese Tat verweigern werden und somit steht aussage um aussage, da es auch sehr lange her ist werden deine Eltern wohl oder übel unbestraft davon kommen.

Der Straftatbestand der Körperverletzung verjährt nach 10 Jahren. Somit sind Taten, die länger als 10 Jahre zurückliegen nicht mehr zu ahnden. Jüngere Taten sind noch nicht verjährt und könnten zu einer Strafverfolgung führen.

Problematisch sehe ich an, dass du wahrscheinlich keine genauen Einzelheiten mehr nennen kannst. Um handfest vorgehen zu können, müsstest du Datum, Ort und die Art der Körperverletzung genau beschreiben können.

Das Wichtigste ist jedoch, dass du deine Vorwürfe stichhaltig beweisen müsstest. Eben hier sehe ich das grösste Problem an der Sache.

Ich habe versucht, die Sache so objektiv wie möglich zu betrachten, komme jedoch nicht umhin, mir Gedanken über deine Motive zu machen. Zum Zeitpunkt der Vorfälle warst du, wie du angibst, zwischen 7 und 14 Jahre alt. Es stellt sich mir die Frage, warum du diese Sache nun erst 8 Jahre später und auch erst 4 Jahre, nachdem du volljährig bist, auf den Tisch bringst. Für mich sieht das nach einer Art verspäteter Rache aus. Falls ich mich mit dieser Einschätzung getäuscht habe, berichtige mich bitte.

es geht mir primär um rache. Als ich meine eltern letztens drauf angesprochen habe, haben sie keine reue gezeigt. Sie haben mir dreist ins gesicht gesagt dass sie es völlig in ordnung fanden gegen meine menschenrechte zu verstossen. jahrelang. "Macht kaputt was dich kaputt macht" Und jetzt bin ich dran

@helIfire666

Frag sie das nochmal und nimm das auf oder film mit versteckter kamera. Klingt für mich nach einem geständnis. Damit könnte man was anfangen

@helIfire666

Na gut, das ist prinzipiell mal deine Sache.

Ich kann aus der Ferne nicht beurteilen, was tatsächlich vorgefallen ist. Ich kann dir jedoch aus eigener Lebenserfahrung sagen, dass Rachegelüste im Allgemeinen keine guten Ratgeber sind.

Was versprichst du dir denn von der ganzen Aktion? Wenn du deine Eltern anzeigst und der Staatsanwalt Anklage erhebt, kommt es zur Verhandlung. So wie ich die Sache sehe, kann die Anklage kaum gehalten werden, wenn sich deine Eltern nicht selbst belasten. Sie brauchen sich noch nicht einmal zur Sache zu äussern.

Was also machst du, wenn dieser Fall eintritt und deine Eltern freigesprochen werden? Dann wird die ganze Geschichte auf dich zurückfallen und du wirst dich dem Vorwurf der Falschbeschuldigung ausgesetzt sehen.

Im Extremfall könnte es sogar soweit gehen, dass du für deine Beschuldigungen belangt wirst.

Vielleicht wäre es das Beste, wenn du über die Sache nochmal gut nachdenkst und dir in aller Ruhe, ohne Wut im Bauch, überlegst, was bei der Sache rauskommt und ob es das wert ist.

@Flederviech

Das ist eine ganz schlechte Idee!

Damit kannst du gar nichts anfangen. Filmbeweise, die ohne das Einverständnis des Gefilmten aufgenommen werden, sind nicht gerichtsverwertbar. Das haut dir jeder einigermassen intelligente Anwalt um die Ohren und hängt dir eine Schadenersatzklage an den Hals.

@Interesierter

Mist nicht dran gedacht... naja muss er nen anderen weg finden

@Interesierter

Wenn man irgendwie das ganze schriftlich über briefe macht? (Abgesehen davon dass sie vermutlich nicht zurückschreiben würden)

@Flederviech

Das problem könnte man umgehen wenn man ne freundin oder kumpel einläd der das ganze mithört. Er kann dann vor gericht schwöten dass die eltern gestanden haben

@Flederviech

Was sollen sie denn genau gestehen?

Dass sie ihren Jungen ein paar mal übers Knie gelegt und ihm den Po versohlt haben? Das ist nicht verboten, solange es nicht überhand nimmt.

Hier eine Grenze zu ziehen, ist sehr schwer. Da es keine beweisbaren Fakten zu Verletzungen gibt, wird das nicht viel bringen.

Das alles sind Hirngespinste aus schlechten Filmen.

Ohne Beweise? Dürfte schwer werden! Steht dann deren Aussage gegen deine... Und die sind mal mind zu zweit! Selbst wenn du recht hast, ich täte es mir nicht an!

Schwer natürlich, aber er hat ja nicht gefragt ob es schwer wird, sondern ob er sie noch anzeigen kann ^^

Das dürfte verjährt sein und Beweise bzw. Zeugen hast du wahrscheinlich nicht, leider.

ich habe tagebücher ab dem 12. lebensjahr und geschwister.. ob die mich untersützen ist aber fraglich

@helIfire666

Hast du bilder auf denen verletzungen der geschwister zu seheb sind? Das würde beweisen dass die eltern zumindest gewallttätig waren jedoch nicht dass sie dich auch misshandelt haben. Das tagebuch wird wenig nützen da du nicht beweisen kannst dass du alles nicht nachträglivh reingeschrieben hast und das es wirklich so passiert ist

@helIfire666

Eltern können ihre Kinder fast zu Tode Prügeln, trotzdem gelingt es selten die Beweise zu bringen. Sprich mit einem Anwalt ob dich Chancen hast, hier wird dir das niemand sagen können.

@helIfire666

Die tagebücher könnten helfen da sie die anderen heweise unterstützen. Solltest du allerdings keine anderen beweise haben sin sie wie du gesagt hast wahrscheinlich nutzlos

@Flederviech

Noch nicht einmal die Bilder von Verletzungen können wirklich etwas beweisen.

Nehmen wir das Bild eines Blutergusses. Woher kam dieser und wer sagt denn, dass dieser Bluterguss vom Vater bzw. der Mutter und nicht von einem Klassenkameraden stammt, mit dem du dich geprügelt hast?

Wie schon erwähnt, müssen da handfeste Beweise her. Wo die herkommen sollen, ist mir einfach schleierhaft.

@Interesierter

Hmm... da hast du recht. Die bilder könnten nur als zusätzliche beweise die andren unterstützen. Und das nur wenn wir davon ausgehen dass er noch meht beweise hat und dass er die bilder hat...

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