Wohnungskündigung Aufschub?

5 Antworten

gehe zu einer schuldnerberatung; oder zu einer beratungsstelle vom z.b. diakonischen werk. frage auf deiner gemeinde nach. diese stellen können erst mal kontakt zu deinem vermieter aufnehmen und versuchen mit ihm zu verhandeln. wenn sonst nichts vorgefallen ist, also nur das geld noch aussteht, könnte dies den vermieter umstimmen, da er dann merkt, dass du deine finanzielle situation versuchst in griff zu bekommen.

Praxistipp: Angenommen, der Mieter hat in den zurückliegenden Jahren seine Miete immer pünktlich überwiesen. Plötzlich aber kommt er mit seinen Zahlungen in Rückstand. In diesem Fall gilt es, Überreaktionen zu vermeiden. Diese würden nicht nur das Mietverhältnis dauerhaft belasten, sondern können auch nachteilige wirtschaftliche Konsequenzen für den Vermieter haben. Um dies zu vermeiden, sollte der Mieter schriftlich aufgefordert werden, den ausstehenden Mietzins umgehend zu überweisen und künftig wieder für eine pünktliche Zahlung zu sorgen. Schaltet der Vermieter hingegen ohne vorherige Zahlungserinnerung einen Anwalt ein, so muss er dessen Kosten selbst tragen, sofern der Mieter seiner Zahlungsverpflichtung nach einer entsprechenden Aufforderung umgehend nachkommt. Dies gilt - wie erwähnt - nur bei langjährigen Mietern, die bisher pünktlich gezahlt haben.

Wann darf gekündigt werden? Bei dauernder Unpünktlichkeit bei der Mietzahlung ist der Vermieter berechtigt, den Mietvertrag fristlos zu kündigen. Allerdings muss der Kündigung eine Abmahnung vorausgehen (§ 543 Abs. 3 BGB). Darin müssen ausdrücklich enthalten sein,

eine unmissverständliche Aufforderung, den Mietzins künftig pünktlich zu zahlen sowie

die Androhung, widrigenfalls das Mietverhältnis fristlos zu kündigen (BGH 05.05.1971 - VII ZR 59/70).

Zudem berechtigt selbst eine mehrmalige verspätete Mietzahlung nur dann zur fristlosen Kündigung, wenn die Zahlungen häufig erheblich verspätet geleistet wurden (LG Berlin 02.03.1975 - 25 0 64/72). Freilich gibt es keine bindende Definition dessen, was unter einer "erheblichen Verspätung" zu verstehen ist. Allerdings dürfte ein mehrmaliger Zahlungsverzug von jeweils 2 bis 3 Tagen als Grund zur fristlosen Kündigung bzw. Räumungsklage noch nicht ausreichen.

Erfolgt die Mietzahlung jedoch nicht nur unpünktlich sonder nur teilweise oder etwa gar nicht, kann der Vermieter ohne vorherige Abmahnung kündigen, wenn nach § 543 Abs. 2 BGB:

  1. der Mieter

a) für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist oder

b) in einem Zeitraum, der sich über mehr als zwei Termine erstreckt, mit der Entrichtung der Miete in Höhe eines Betrags in Verzug ist, der die Miete für zwei Monate erreicht.

Der Mieter kann der Kündigung nur durch eine sofortige Begleichung der Rückstände entgegenwirken.

Quelle: Mieter.net

Passt insofern nicht, da hier ja nicht fristlos gekündigt wurde, sondern zum 30.01. ...

@XtraDry

Hat der Vermieter überhaupt ein Recht dazu wenn die Mietzahlungen sonst immer pünktlich eingegangen sind..und dann noch ohne vorherige Abmahnung???

So war jedenfalls mein Eindruck nach lesen dieses Tipps!!

@amdros

Die Frage ist, WIE hier gekündigt wurde. Grundsätzlich geht das auch ohne Abmahnung fristgerecht über § 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB (sog. "kleine fristlose Kündigung"), da sind die Ansprüche an die Schwere des Vertragsverstoßes geringer, als an die fristlose Kündigung. Aber selbst dabei müssen die gegenseitigen Interessen abgewogen werden, mal abgesehen davon, dass die Kündigungsfrist eingehalten werden muss...

statt am 3. eines monats einmal am 05. und einmal am 08. des monats gezahlt habe.

Da Miete nicht am 3. des Monats sondern am 3. Werktag (genauer gesagt Bankbuchungstag) des Monats fällig ist, ist zu bezweifeln ob der Kündigungsgrund, mehrfach verpätete Mietzahlung, überhaupt vorliegt.

Ist Dir denn die Kündigung fristgerecht zugegangen? Das hätte spätestens am 3. Werktag im November sein müssen.

Ich würde der Kündigung erst mal widersprechen.

Mietschulden sind ein Kündigungsgrund und auch Nebenkosten gehören nun mal zur Miete. Klare doch mal ab, ob "das Amt" die NK übernimmt und Ihr es in Raten zurück zahlen könnt. Ich kenne mich da nicht so aus, aber es gibt mit Sicherheit Möglichkeiten, dass Ihr nicht umziehen müsst. Damit wären ja auch wieder Kosten verbunden. Nur NIX Tun geht nicht. Sprecht auch mit dem Vermieter, erklärt ihm die Lage.

Mietschulden sind ein Kündigungsgrund und auch Nebenkosten gehören nun mal zur Miete.

Nein, das ist so grundsätzlich falsch...

Eine Mietzahlung am 5. muss nicht zu spaet sein und ist es in vielen Faellen auch nicht. Die Miete wird naemlich nicht zum 3. Kalendertag eines Monats geschuldet sondern zum 3. Werktag, wobei Samstage nicht mitzaehlen. Liegt also zwischen dem Monatsletzten des Vormonats und dem 5. Kalendertag des Folgemonats ein Wochenende (bzw. ein Samstag oder Sonntag plus ein Feiertag), so ist eine in dem betreffenden Monat am 5. geleistete Mietzahlung immer noch rechtzeitig.

Bei Extremkonstellationen kann es sogar dazu kommen, das eine Mietzahlung erst am 7. durchaus noch rechtzeitig erfolgt sein kann (z.B. wenn der Karfreitag auf einen Monatsersten faellt).

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