Wohnrecht für Geschwister

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Die Frage war doch eindeutig. Es gibt ein solches Recht nicht automatisch, zumal die Tochter ja auszog und eine eigne Wohnung hat. Hier könnte u. u. Im Rahmen des Notarvertrages eine entsprechende Klausel niedergeschrieben werden. Deine Schwiegereltern glauben etwas, was es gesetzlich nicht gibt. Der Notar sollte/könnte/müsste sie entsprechend aufklären. Dann gibt es möglicherweise dieses Problem nicht mehr. Die Frage der Vererbung spielt zunächst überhaupt keine Rolle, solang die Schwiegereltern leben. Sollte der Erbfall erst nach 10 Jahren nach der Übertragung eintreten, käme die Anrechnung des Hauses auf das verbliebene Erbe auch nicht mehr zum tragen.

Gut, beim Notar waren sie/wir noch nicht, aber ich bin jetzt echt beruhigt, dass mit Überschreibung an meinen Freund und Auszahlung an die Schwester das Thema fast gegessen ist. Das mit dem "weniger als 10 Jahre bis zum Erbfall" hab ich zwar noch nicht ganz geschnallt, aber der Notar wirds dann schon noch mal erkären!

Danke für die Hilfe

@ichfurdich

Ich erklärs dir nochmal andersrum: Wenn seit der Übertragung des Hauses mehr als 10 Jahre vergangen sind, als beide Schwiegereltern gestorben sind (Berliner Testament) oder auch nur einer der beiden, haben potentielle Erben kein Recht mehr, dass diese Schenkung auf das Erbteil deines Freundes angerechnet wird. Das Haus spielt also dann bei der Erbauseinandersetzung keine Rolle mehr.

@albatros

Also wäre es sinnvoller, wenn der Vater dem Sohn das Haus verkauft und sich ein Wohnrecht geben lässt? Denn die Eltern sind nicht mehr die jüngsten!

@ichfurdich

Jetzt tritt ja der Erbfall nicht ein, es ist also eine Übertragung. Ich würde den Kauf / Verkauf nicht primär sehen. Außerdem kann dein zukünftiger Mann ja nach der Eheschließung das Haus im Grundbuch für euch beide als Eigentum eintragen lasse. Für den Todesfall beider Schwiegereltern vor Ablauf der 10jahresfrist nach der notariellen Übertragung stünden dann ja der Schwester sowieso nur 50 % der Erbmasse zu. Ihr Erbanspruch könnte ja auch anderweitig (Geldvermögen?) befriedigt werden. Deinem Freund/Mann würde das Haus als Erbe angerechnet werden und er käme dann bei anderen Erbsachen nicht oder weniger zum Zuge. Möglicherweise, wenn bei der Übertragung notariell vereinbart wird, dass die Schwiegereltern lebenslang Wohnrecht behalten und gegebenenfalls auch durch euch die Pflege abgesichert wird, ändern sich die Konditionen sicher. All das müsst ihr den Notar bei der Vorbereitung der Übertragung fragen. Also gemeinsam dorthin gehen und alles besprechen. Er ist dazu verpflichtet, euch umfassend zu beraten.

Bin mir ziemlich sicher, daß es so ein Wohnrecht nicht gibt. Gerade in der heutigen Zeit, wo es ja schon fast unüblich geworden ist, zu heiraten, müßten viele ja dann ein lebenslanges Wohnrecht haben. Und wenn das Haus auf deinen Partner überschrieben wird, gehört es ihm, er kann natürlich seinen Eltern ein Wohnrecht einräumen, finde ich auch gut, aber das heißt nicht automatisch, daß er es auch seiner Schwester einräumen muß.

Es gibt kein geseztliches Wohnrecht. Ein Wohnrecht kann/muss im Grundbuch eingetragen werden. Dieses Wohnrecht kann man begrenzen, oder auch lebenslang eintragen. Nachteil: Die Immobilie kann nicht ohne Zustimmung des Wohnrechtsinhabers verkauft werden. Ein etwaiges Darlehen oder Grundschuldeintragung gegenüber einer Bank wird sehr schwierig. Die Immobilie ist mit eingetragenem Wohnrecht für eine Bank wertlos.

solange die eltern eigentümer sind können sie bestimmen wer wohnen darf. auch bei verkauf oder überschreibung kann der eigentümer ein wohnrecht für die schwester oder sonst jemanden im notarvertrag festschreiben lassen. wenn der sohn schon das ganze haus sozusagen im voraus erbt wo bleibt der anteil für die schwester. beide kinder haben den gleichen anteil zu bekommen. es sollte alles gut im voraus geregelt werden. familiäre erbstreitigkeiten sind immer sehr unangenehm.

Ein Wohnrecht für "Kinder" gibt es in der Form nicht. Bei der Überschreibung kann den Eltern in diesem Fall ein Wohnrecht eingeräumt werden. Dieses wird dann auch im Grundbuch eingetragen. Auch ein Niesbrauchrecht kann in der Form eingetragen werden. Dies würde ich jedoch NICHT empfehlen. Das Niesbrauchrecht würde bedeuten, dass die Eltern zwar die weitere Instandhaltung des Hauses tragen müssten, jedoch eben auch den Profit dafür kriegen (z.B. bei einer Vermietung). Tragen Sie also lediglich das WOHNRECHT für die Eltern ein. Klären Sie hierzu auch ab, ob (wenn Sie aus dem Haus künftig zwei Wohneiheiten (Wohnungen) machen, ob hierfür eine Teilungserklärung sinnvoll wäre und dann das Wohnrecht auch nur auf eine Wohnung beschränkt eingetragen werden sollte. Zu der Auszahlung an die Schwester: Meines Wissens hat die Schwester bereits bei der Überschreibung des Hauses auf den "Bruder" einen Anspruch auf Vorauszahlung des gesetzlichen Erbteils. Diese Frage sollten Sie jedoch über einen Anwalt klären. "Albatros" hat zwar hierfür eine einleuchtende Erklärung abgegeben. In wie weit jedoch eben ein von mir geschilderter Anspruch einer Erbvorauszahlung bei einer Überschreibung davon aususchliessen ist würde ich trotzdem klären. Zudem stellt sich mir eine weitere Frage: Wird das Haus "kostenlos" Überschrieben, oder soll hierfür ein gewisser Kaufbetrag fliessen? Wird das Haus in Form eines normalen Kaufes überschrieben, dann ist hiervon auch der Wert des Wohnrechtes abzuziehen. Ich hoffe, das war fürs Erste hilfreich :-)

Also bis jetzt war es so angedacht, dass das Haus überschrieben wird (also kostenlos) und die Schwester ausbezahlt wird. Aber wie jetzt das mein Freund und sein Vater und die Schwester ausmachen, keine Ahnung. Da wir nicht verheiratet sind und das Haus (egal mit Heirat und spätere Scheidung) immer in seinem Eigentum bleiben soll, misch ich mich weniger in diese Sache ein (Überschreibung). Im Endeffekt müssen die drei das Ausmachen und ich muss es ja schließlich nicht bezahlen!

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