Wohngeld als Student sobald der Anspruch auf BAFöG erlischt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Recherchen sind schon mal soweit richtig: Wohngeld gibt es nur, wenn man dem Grunde nach nicht BAföG-berechtigt ist. Auch der Link, den du unten erwähnt hast (http://www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/wohngeld.php) liefert dir einen wichtigen Hinweis: Dem Grunde nach nicht BAföG-berechtigt ist u.a., wer den normalerweise nach dem vierten Semester vom BAföG-Amt geforderten Leistungsnachweis nicht vorlegen kann. Das dürfte bei dir der Fall sein, wenn du nicht alle Prüfungsleistungen erbracht hast, die bei Studierenden deines Studiengangs und deiner Semesterzahl in der Prüfungsordnung vorgesehen sind.

Um Wohngeld bekommen zu können, musst du als erstes nachweisen, dass du tatsächlich dem Grunde nach nicht BAföG-berechtigt bist. Dazu musst du nochmal einen BAföG-Antrag stellen, auf den du dann ggf. einen Ablehnungsbescheid bekämst. (Eine echte Ablehnung wäre es nicht, wenn im Bescheid von Förderung die Rede ist und die Förderungshöhe nur 0 Euro beträgt.)

Mit diesem Ablehnungsbescheid kannst du dann zur Wohngeldstelle in deinem Ort gehen und einen Wohngeldantrag stellen. Ob du etwas bekommst, hängt von deinen sonstigen Einkünften ab. Du darfst einerseits natürlich nicht zu viel verdienen (du musst bedürftig sein), andererseits darfst du aber auch nicht zu wenig verdienen: Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Mietkosten - alle übrigen Kosten musst du aus anderen Quellen bezahlen können (Nebenjob, Unterhalt von deinen Eltern, ...). Weitere Infos zum Wohngeld findest du z.B. unter wohngeldantrag.de.

Das notwendige Mindesteinkommen kannst du übrigens - im Notfall und falls du absolut keine andere Möglichkeit mehr hast - auch durch einen Studienkredit z.B. von der kfw-Bank erreichen. Die Höhe kannst du selbst wählen. Der Kredit dient als Nachweis, dass du deinen übrigen Lebensunterhalt selbst bestreiten kannst, wird aber nicht auf die Wohngeldhöhe angerechnet. Das sollte allerdings wirklich nur die letzte Notlösung sein, über die du dich vor Inanspruchnahme ausführlich informieren solltest.

Vielen vielen Dank für deine Mühe mir so eine tolle Antwort reinzutippseln. Jetzt weiß ich aber Bescheid drüber wies aussieht und was ich zu tun hab. Voll lieb von dir!

Eine Frage zum Mindesteinkommen ist mir grade noch gekommen. Von der Seite die du mir empfohlen hast weiß ich jetzt, dass Sozialhilferegelsatz + Miete + Nebenkosten = Mindesteinkommen ist. Das wären also 364 + 240 + 70 (Krankenkasse) also an die 700€ monatlich. Von meinen Eltern bekomme ich monatlich 200€, ansonsten könnte ich nur noch einen 400€-Job oder Ferienarbeit vorweisen. Wäre es problematisch einfach zu behaupten, meine Eltern würden mir 700€ im Monat Unterhalt zukommen lassen? Von der KfW bekomme ich leider kein Geld mehr.

@Chaotiko

Vorsätzlich falsche Angaben zu machen ist keine gute Idee, das könnte unter Umständen Sozialbetrug sein. Wenn deine Eltern dir allerdings freiwillig etwas mehr Geld geben wollen als bisher und dir das auch schriftlich bestätigen, was sollte dagegen sprechen...? Entscheidend ist für die Wohngeldstelle, dass du bis auf den Mietzuschuss deine übrigen Kosten aus anderen Quellen decken kannst.

Nein, das denke ich nicht, da du dem Grunde nach ja einen Bafög-Anspruch hättest. Du hast deine Leistungsnachweise nicht erbracht, deshalb hast du keines bekommen. Das aber ändert nichts am grundlegenden Anspruch.

Das dachte ich eben auch. Das hier macht mich aber eben stutzig: http://www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/wohngeld.php

"Darüber hinaus haben alle Studierenden eine Chance auf Wohngeld, die dem Grunde nach keinen BAföG-Anspruch (mehr) haben, weil sie z. B. ein Teilzeitstudium absolvieren, die Fachrichtung zu spät gewechselt haben, aufgrund ihres Alters von der Förderung ausgeschlossen sind oder wegen einer Verzögerung ihres Studiums ohne gesetzlich anerkannten Grund aus der Förderung herausgefallen sind (verspätete Vorlage des Leistungsnachweises, Überschreiten der Regelstudienzeit)."

@Chaotiko

"Leistungsnachweise habe ich weder erbracht noch geschafft." Daraus schließe ich, das du sie nicht verspätet vorlegen würdest, sondern gar nicht vorlegen kannst, weil du sie eben nicht geschafft hast. Oder sehe ich das falsch?

@angy2001

Hm... Doch das siehst du wohl richtig. Ob du dadurch aber Recht hast, kann ich nicht sagen. Meinen Anspruch auf BAFöG hab ich ja sicherlich verloren, aber ob ich dem Grunde nach noch berechtigt bin, keine Ahnung... Vielleicht kommen ja noch mehr Antworten.

Meine Regelstudienzeit (6) hab ich in einem Semester überschritten, spätestens dann müsste ich doch Wohngeld erhalten dürfen oder was meinst du?

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