Wohneigentum und Heizen

5 Antworten

Heizen und Bad betragen in D. für 2011 im Durchschnitt bei ganzjähriger Abrechnung pro qm/Mo. € 1,25 nun kannst rechnen ob du im Durschnitt liegst oder ob du zu viel bezahlst.

Der Wohnungseigentümer ist Miteigentümer.

Und wie das Wort Miteigentümer schon sagt, gehört das Gebäude und die gemeinschaftlichen Einrichtungen und Anlagen nicht ihm alleine, sondern auch den anderen Eigentümern. Daher ergibt sich schon aus der Logik, dass nicht jeder machen kann, was er will, sondern sich zuvor mit den anderen Miteigentümern abstimmen muß.

Wenn die Mehrheit möchte, dass an kalten Tagen die Heizung früher eingeschaltet wird, dann kann sie dies beschließen. Ein Beschluss könnte derart aussehen, dass man sich auf eine Außentemperatur einigt, bei der die Heizung dann eingeschalten werden, bzw. wieder ausgeschalten werden muß.

Daher liegt die Bezeichnung "Eigentümer zweiter Klasse" neben der Sache. Man ist schlicht und einfach nicht alleiniger Eigentümer und muß sich wie bei allen Gemeinschaften (Familie, Freunde, Verein, Partei, Verband) mehrheitlich einigen.

Übrigens: Auch Hauseigentümer können nicht immer tun und lassen was sie wollen. Zum Einen aus nachbarschafts- oder baurechtlichen Gründen, zum Anderen, weil man sich vielleicht mit dem Lebenspartner zuvor einigen muß.

Ja, was Nachbarschafts- und Baurecht betrifft, sind sicher auch Hauseigentümer an gewisse Vorschriften gebunden. Aber es ist wohl unstrittig, daß sie mehr Freiheiten als Wohnungseigentümer haben.

Denn zumindest was sie IN ihrem Haus machen, kann ihnen niemand vorschreiben (also wann sie heizen und ob sie Haustiere halten dürften ect.)

@Franz577

Ja, aber das ist kein Spezifikum des Wohnungseigentums. Jeder Mensch kann tun und lassen was er will. Kritisch wird es erst, wenn er auf andere Menschen trifft, die genauso denken. Da braucht man Spielregeln. Und wenn eine Sache mehreren gehört, dann sind sie umso notwendiger. Und diese Spielregeln besagen nunmal, dass du deine Freiheit behältst, wenn du dich zuvor mit den anderen beteiligten geeinigt hast. Es ist also nur eine Hürde, die es zu überspringen gilt. Das Gleiche kann dir aber auch beim Einfamilienhaus passieren, wenn dein Partner die Dinge etwas anders sieht als du. ;-)

Ist man als Wohnungseigentümer also ein Eigentümer zweiter Klasse

Sehr schön formuliert. Genau so ist es. Du bist Mieter 2. Klasse und Eigentümer 2. Klasse.

Aber nicht wegen der WEG-Verwaltung. Die handelt innerhalb sehr enger gesetzlicher Vorgaben und hat lediglich die Beschlüsse der Gemeinschaft umzusetzen. Es gibt da die so genannten "Grundsätze ordnungsgemäßer Verwaltung", die sich aus dem Gesetz und der ständigen Rechtsprechung ableiten. Daran ist sie gebunden.

Jeder muß doch in seiner eigenen Wohnung so leben können, wie es für ihn angenehm ist.

Als Mieter ist das so eine Art Grundrecht. Als Miteigentümer unterliegst du dem gemeinschaftlichem Willen. Ein guter Grund, sich im Verwaltungsbeirat zu engagieren.

Passiv in der eigenen Wohnung sitzen und Ansprüche stellen, kannst du in einer Eigentümergemeinschaft in aller Regel vergessen.

Aber gerade was das Heizen betrifft, finde ich diese Bevormundung nicht ok. Man kann doch die Heizung auch in der Übergangszeit und im Winter sowieso laufen lassen und wer sie nicht will, braucht ja nur seine Heizkörper nicht aufdrehen.

Aber allen zu diktieren, wie sie heizen können oder auch nicht, halte ich für eine Bevormundung, die zu weit geht.

@Franz577

Das ist keine Bevormundung, sondern eine Einigung, die durch einen Mehrheitsbeschluss festgeschrieben wurde.

Das ist ein demokratischer Prozess, an dem du selber teilnimmst und den du aktiv beeinflussen kannst. Wenn du das nicht tust, bleibt dir nur, das Ergebnis zu akzeptieren.

Ich habe z.B. in einigen Häusern den Energieverbrauch innerhalb der letzten 5 Jahre um 30% gesenkt. In erster Linie durch modernere Pumpen, Steuerungen und Nachtabsenkung. Und natürlich sitzen in jedem Haus 1 oder 2 Leute, denen das nicht gefällt. Aber das ist eine Minderheit wegen der die anderen Eigentümer ganz sicher nicht mehr Kosten tragen wollen.

Man kann auch eine Heizungsanlage installieren, die ganzjährig in Betrieb ist, aber in dieser Zeit keine nennenswerten Kosten erzeugt. Ist es nun mal an 2 oder 3 Tagen kalt, aktiviert sie sich. Aber über den Einbau entscheidet die Gemeinschaft.

So etwas bekommt man auch über Wärme-Contracting mit dem Energielieferanten. Der betreibt die Anlage auf seine Kosten. Dafür sind die Grundkosten etwas höher und man bindet sich für 10, 15 oder 20 Jahre. Ebenfalls eine Entscheidung der Gemeinschaft.

@ParanoidFerret

nun ja - uns geht es noch verdammt gut und haben eine Heizung. bei dem Thema co2 Ausstoß und Kosten allgemein, muss man abstriche machen.

Ist man als Wohnungseigentümer also ein Eigentümer zweiter Klasse und ist so eine "Bevormundung" überhaupt zulässig?

ja ist man, weil es immer nach dem willen der gemeinschaft geht

wollen sie das haus rosa streichen, wird es rosa gestrichen

wollen sie es kalt haben, wollen sie es kalt haben

und du hast nicht mal schutzrechte, wie ein mieter

haha, ich rate jedem von ner etw ab, der mich fragt

Dies ist doch aber ein Mißstand, der nicht in Ordnung ist.

Man legt sich teures Wohneigentum zu, um keine Miete mehr bezahlen zu müssen und langfristig in seine eigene Tasche wirtschaften zu können, aber kann dann in seinem Eigentum trotzdem nicht so wohnen, wie man vielleicht möchte.

Von einer ETW abraten würde ich vielleicht nicht grundsätzlich, aber ob es sich empfiehlt, selbst darin zu wohnen, kommt auf die Umstände an. Als Kapitalanlage ist es ok, wenn man selbst z.B. in einem Haus wohnt und die Wohnung vermietet.

@Franz577

Man legt sich teures Wohneigentum zu

Wenn du mal in die Teilungserklärung schaust, wirst du feststellen, dass dir u.U. noch nicht mal die Wände innerhalb der Wohnung gehören. Du hast das Wohnrecht in einem Hohlraum innerhalb eines gemeinschaftlichen Eigentums. Davon gehört dir alleine rein materiell eine 2 cm dicke Putzschicht und 5 cm Estrich.

@ParanoidFerret

Überspitzt formuliert könnte man es so sagen, aber trotzdem stimmt es natürlich nicht im eigentlichen Sinne. Denn 2cm Putz und 5cm Estrich kosten keine Summen im 5- oder 6-stelligen Bereich.

@Franz577

naja .. wenn es um das alleinige Eigentum geht, schon. OK - die Kloschüssel gehört einem auch noch, aber das war es dann auch schon :-)

Man muss sich wirklich bewusst machen, dass man nicht wirklich etwas eigenes erworben hat - wie bei einem EFH.

Eine ETW ist nur der Anteil an einem gemeinschaftlichen Eigentum. Damit ist dann zwar verbunden, dass ich dort auch wohnen kann, aber die persönlichen Pflichten machen sich in der Regel deutlicher bemerkbar, als die persönlichen Rechte und Vorteile.

Da kann man sich nur wünschen, dass die anderen Miteigentümer mitziehen, wenn es darum geht, das gemeinsame Zuhause - und die dort herrschenden Regeln - zu gestalten.

@ParanoidFerret

ja, zur vermietung geht es, am besten ist es, wenn man über 50% hält und das natürlich bei den abstimmungen berrücksichtigt wird, also stimmen nach 1000stel, nicht pro kopf oder so

für mich wäre das überhaupt nix, ich kann mich sowieso schon sehr schlecht mit anderen menschen arrangieren

dazu kommt noch, dass der durchschnittliche etw-käufer, der wirklich unbedingt eine etw wollte

meist ein etwas "komischer" typ ist

zb SPIELEN da viele gerne hausmeister, verwalter, polizist, mitarbeiter des ordnungsamtes, etc

@Zahlknecht

Klar, wer mehr als 50% der Wohnungen eines Gebäudes hält, der hat automatisch das Sagen. Denn überstimmt werden kann er ja nicht. Aber im Normalfall kann sich das bei einem Gebäude mit 20 Wohnungen oder mehr auch kaum jemand so einfach leisten.

"Komische Typen" gibt es aber auch genauso unter Mietern oder Hauseigentümern. Das kann man also so pauschal nicht sagen. Warum sollten ausgerechnet nur Wohnungseigentümer "komisch" sein?

Nicht der Verwalter sondern die Eigentümerversammlung bestimmt, wann die Heizung und wie eingeschaltet wird. Danach muss sich der Verwalter richten. Es gibt auch Urteile dazu. Die Mehrheit der Eigentümer muss entscheiden, die Minderheit muss sich fügen. In diesem Sinne ist man als Eigentümer einer ETW schlechter dran als ein Hauseigentümer. Der muss sich mit niemandem abstimmen.

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