Wohlverhaltensphase zu Ende,was nun?

1 Antwort

Hallo,

also erstmal wird in der Insolvenz nie Lohn gepfändet, sondern der Arbeitgeber muss den Lohn aufgrund des Abtretungsbeschlusses an den Arbeitgeber überweisen. Normalerweise teilt der Treuhänder dem Arbeitgeber rechtzeitig mit, dass die Abtretung beendet ist bzw. erinnert er den Arbeitgeber, denn, wie Du schon geschrieben hast, sieht der Arbeitgeber das Ende der Abtretung ja auf dem damals erteilten Abtretungsbeschluß.

Das war die Theorie, jetzt kommt die Praxis. Manchmal vergisst der Treuhänder diese Erinnerung, dann kann es entweder passieren, dass es der Arbeitgeber sowieso in seinen Unterlagen vermerkt hat und die Abtretung von sich aus beendet oder, im schlimmsten Fall, macht der Arbeitgeber erstmal mit der Abtretung weiter, mit der Begründung, dass er auf eine Information vom Gericht wartet.

Die gute Nachricht ist, dass der Treuhänder zuviel abgetretenes Geld an Dich zurückzahlen muss.

Damit Du aber auf der sicheren Seite bist, würde ich nach der letzten Lohnzahlung, die noch an den Treuhänder abgetreten werden muss, den Arbeitgeber einfach darauf hinweisen, dass gemäß dem damals ausgestellten Beschluss die Abtretung zu Ende ist. Sollte der Arbeitgeber skeptisch bleiben, dann muss Du beim Insolvenzgericht anrufen und das Gericht bitten, den Arbeitgeber über das Ende der Abtretung zu informieren. Bei der Gelegenheit kannst Du gleich nachfragen, ob schon absehbar ist, wann die Restschuldbefreiung erteilt wird.

Wenn das Gericht die Restschuldbefreiung erteilt, bekommst Du selbstverständlich vom Gericht schriftlich einen Bescheid darüber und die Information über den Abschluss des Verfahrens.

Viel Glück

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