Woher kennt meine Gewerkschaft mein Bruttogehalt?

5 Antworten

Also der Betriebsrat (als Gremium! bzw. die oder der Vorsitzende) hat laut BetrVG tatsächlich Anspruch darauf, die Brutto-Gehaltslisten einzusehen. Und das ist auch wichtig, um die Einhaltung der Tarife zu überprüfen.

Diese Information unterliegt natürlich dem Dateschutz! (Und das auch schon vor der neuen DSGVO :))

Allerdings habe ich folgendes festgestellt: In meiner Gewerkschaft (ver.di) wird tatsächlich sorgsam getrennt und keiner käme auf die Idee, da zu mauscheln.

Eine Verwaltungsangestellte wollte mir (Betriebsratsvorsitzende) allerdings mal sehr wichtige Unterlagen für die ver.di-Mitglieder nur geben, wenn sie im Gegenzug die Brutto-Lohnlisten erhält!

Ich war total fassungslos bei soviel Unverschämtheit!

Mal abgesehen davon, dass wir in die Bruttolohnlisten nur EINSICHT erhalten und keine Kopie, würde ich den Teufel tun und solch sensible Daten einfach weiter geben!

Glücklicherweise sah der Geschäftsführer von ver.di, den ich sofort angefufen habe, das genauso! Er hat nur gelacht und uns die Unterlagen sofort persönlich vorbei gebracht.

Also, wenn deine Gewerkschaft das über diese Schiene regelmäßig erfährt, läuft bei euch was schief!

Wobei ich schon mal gehört habe, dass das bei der IG-Metall (mit Einverständnis der Mitglieder) anders laufen soll. Da wird der Gewerkschaftsbeitrag manchmal schon beim Arbeitgeber abgeführt. Vielleicht, weil die kämpferischer unterwegs sind?

Ich rate dir: Frage auf jeden Fall bei deiner Gewerkschaft nach! Das würde mich nämlich auch sehr irritieren!

Und: wenn du die Antwort kennst, würde ich mich sehr freuen, sie hier zu lesen!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

An Deiner Stelle würde ich einfach mal bei der Gewerkschaft nachfragen. Du kannst Dich auch an die Vertrauensleute der Gewerkschaft im Betrieb und/oder den Betriebsrat wenden und fragen.

Der Betriebsrat wird der Gewerkschaft ganz bestimmt nicht mitteilen, wieviel ein einzelner AN brutto verdient. Dazu ist er nicht da.

Ich habe auch Einblick in die Bruttogehälter wenn ich das möchte. Allerdings geht es dann um betriebsinterne Dinge und nicht um der Gewerkschaft etwas mitzuteilen.

Es gibt viele Gewerkschaftsmitglieder, die in nicht tarifgebundenen Betrieben arbeiten und oft die tariflichen Lohn- und Gehaltserhöhungen nicht bekommen. Ich arbeite auch in so einem Betrieb und unser zuständiger Gewerkschaftssekretär weiß das auch, so dass keine automatische Beitragserhöhung stattfindet und man auf die Ehrlichkeit der Mitglieder/Mitarbeiter setzt.

Ich persönlich teile das der Gewerkschaft mit, wenn sich mein Einkommen erhöht, da es auch in meinem Interesse liegt, bei Bedarf auf die Hilfe der Gewerkschaft zählen zu können.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wenn ein Tariflohn gilt und die wissen wann du begonnen hast, ist es doch nicht schwer die obligatorischen Anpassungen nachzuvollziehen.

Ja richtig, aber ich hab nach meiner Meisterschule eine neue Gehaltsstufe bekommen anschließen war mein Beitrag im Kontoauszug angepasst gleiches mit Studiumanfang. Aber woher weiß meine Gewrkschaft in welcher Gehaltsstufe ich bin ohne dass ich denen es mitteile weil der Arbeitgeber macht es ja sicher nicht...

@Kluhtu

Man vertraut darauf, dass du das selbst mitteilst. In der Satzung wirst du dazu wahrscheinlich auch verpflichtet

@Kluhtu

Ist das nicht ein Automatismus? Ich kenne Tarifverträge da ist das Gehalt an die Beschäftigungszeit im Betrieb gekoppelt. Jeder steigt nach der gleichen Zeit X auf und bekommt eine höhere Gehaltsstufe. So kann man voraussehen ab wann und wieviel mehr das Mitglied verdient.

@MAB82

Leider nein diesen Gedanken hab ich schnell verworfen.

Die Gehaltsstufen sind gegliedert nach Abschluss.

“Normaler Arbeiter“ = D

Meister/Techniker/Bachlor = E

Master/Diplom = F

Besonderes Zusatzwissen/Tätigkeit = I

Danach AT

Zusätzlich gibts ne Erfahrungskomponente die mit der Zeit steigt. Aber durch Betriebszugehörigkeit steigt der Arbeitnehmer nicht automatisch in die nächste Gehaltsstufe auf, leider.

Aber irgendein mysteriöser Automatismus muss dahinter stecken, nur würde es mich sehr stören wenn der Arbeitgeber es in irgendeiner Form übermittelt was auch Gesetzeswidrig wäre.

Wenn du deine Gewerkschaft um den richtigen Beitrag prellst, bekämst du bei Streik auch weniger Streikgeld.

Danke für die Antwort, aber nein es geht mir nicht um Beitrag prellen.

Mein Beitrag wird ja eben immer bei neuer Gehaltsstufe, Tariferhöhung etc. aktualisiert... Aber wie bekommt dass die Gewrkschaft mit?

@Kluhtu

Sie werden wohl ab und zu einfach die Mitglieder fragen und hoffen, dass die die Wahrheit sagen.

@DerHans

Zugegeben das dachte ich auch, allerdings wurde mein Gehalt lediglich in meiner Ausbildungszeit bei der Anmeldung abgefragt, seit dem hatte ich keinen Kontakt mehr zu meiner Gewrkschaft.

Interessanterweise habe ich auch noch keine Antwort diesbezüglich von meiner Gewrkschaft erhalten.

weil btriebsräte einblick in die lohn- und gehaltslisten haben ... auch von den nichtmitgliedern!!!!!!!

woher ich das weiss? weil ich mal jugendvertrauensrat war und dann aus guten gründen aus der gewerkschaft ausgetreten bin - das war nur einer davon! diese mischpoche ist eine einzige unverschämtheit.

Ist aktuell auch meine Überlegung, aber kann mir dennoch nicht vorstellen, dass bei uns ins Bayern mit insgesamt ca. 100 Betriebsratsmitglieder jeder eine Einsicht hat. Beziehungsweise überhaupt an Gehaltslisten aus dem SAP System da ran kommt.

Dafür wären keine 7 Ausrufezeichen zur Verdeutlichung nötig gewesen.

ich würde trotzdem nicht alle über einen Kamm scheren, mit unseren Betriebsräten hätte ich nur gute Erfahrungen bis jetzt.

@Kluhtu

der betriebsratsOBMANN und sein stellvertreter … und damit ALLE. die kommen auch nicht 'ran' sondern haben ein einsichtsrecht - das sind einfach frechheiten!

Wieviel Mitglieder benötigt die Gewerkschaft in einem Betrieb

Hallo, unser Betrieb ist zur Zeit ohne Tarifbindung und auch aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Die dadurch deutlich geringeren Entgelte bekommen insbesondere die jüngeren Kollegen zu spüren. Wir haben einen Betriebsrat, welcher aber in Sachen Werbung für Gewerkschaft sich dahin einläßt, das er dies nicht darf. Bei konkreten Nachfragen wird man ans Büro der Gewerkschaft verwiesen, dort bekommt man nur vage Auskünfte bis hin zu Antworten wie: "Geh in die Gewerkschaft, dann bekommst Du richtig Auskunft."

Ich selbst bin vor Jahren ausgetreten, da ich weder Unterstützung bekommen hatte, als es Probleme mit Arbeitsverträgen gab, noch bei Problemen am Arbeitsplatz. Damals bekam ich immer nur die Aussage, man könne einen Anwalt empfehlen und gleichzeitig das Angebot zur Unterstützung um meinen eventuellen Prozess als Musterprozess zu verwenden. Um mit nen Anwalt für mich selbst zu verhandeln, reicht mir meine Rechtsschutzversicherung. Meine Hoffnung im Rahmen der Gewerkschaft geschützt zu sein erfüllte sich nicht. Ich trat aus und regelte alles selbst und hatte keine Nachteile erfahren. Jetzt geht es jedoch um Tarifverträge und da sagt die Gewerkschaft, es müssten 40-50 % aller Arbeitnehmer in der Gewerkschaft sein, damit sie Tätig werden darf. Diese Zahlen konnte ich jedoch auf keiner Weise bei Recherchen bestätigen. Ich würde auch in die Gewerkschaft eintreten, nur nach den bisherigen Aussagen, würde ich daher dennoch ausser Beitrag zu zahlen nichts davon haben.

Wie ist da die Rechtsgrundlage: Müssen tatsächlich mehr als 40% der Arbeitnehmer Gewerkschafter sein, damit die Gewerschaft für Ihre Mitglieder was tun kann?

Darf ein Betriebsrat tatsächliche KEINE Unterstützung und Werbung für die Gewerkschaft machen?

Muss ich tatsächlich bei Problemen gegenüber dem Arbeitgeber im zweifel namentlich alles ausser Beratung alleine regeln?

Von den Antworten wird auch meine Entscheidung für eine erneute Mitgliedschaft in der Gewerkschaft abhängen.

Über sachdienliche Antworten wäre ich dankbar.

Sepp

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