Wird Menschenrechtler sls Beruf anerkannt?

4 Antworten

ohne eine fundierte Ausbildung wird das nicht ganz einfach und ist auch nicht wirklich realistisch. Viele "Menschenrechtler" sind Juristen oder kommen aus sozialen Studiengängen. Natürlich kommt man mit Engagement auch zu viel Wissen. Um aber wirklich wirksam sein zu können muss man komplexe Sachverhalte im rechtlichen Kontext verstehen, nachprüfen können oder ganz einfach, selbst erkennen, ohne dass jemand schon mal drauf gezeigt hat. Man kann zum Beispiel gegen allgemeine Menschenrechtsverletzungen nur über den Zusammenhang der verschiedenen UN Konventionen, internationalen Regeln wie zum Beispiel bei Kriegen und deren Folgen mit allen möglichen Konstellation oder ganz simpel regionaler Gesetzgebung, die im Widerspruch zu entsprechenden internationalen Regelungen steht, wirksam argumentieren, sonst wird man von der "Lobby" komplett an die Wand gedrückt. Oder wusstest du, dass das deutsche Sozialgesetzbuch (SGB) XII in Verbindung mit dem SGB IX massive Menschenrechtsverletzungen ermöglicht, zumal Frau Merkel vor 6 Jahren die UN Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) unterschrieben und Deutschland das somit ratifiziert hat. Das ganze ist in Deutschland aber nicht mal richtig einklagbar, weil es im deutschen Recht nicht umgesetzt sondern vor allem mit voller Absicht ignoriert und torpediert wird. Dagegen bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (ECHR) zu klagen kostet Geld und vor allem Zeit. So eine Sache dauert Jahre. Ob der Kläger dann noch lebt ist nicht immer sicher. Und ob man in Deutschland dann wirklich das, was man erklagt hat und was einem zusteht, bekommt, ist noch eine ganz andere Geschichte. Es fängt im Kleinen an, wie zum Beispiel Urteile von Sozialgerichten bezüglich Grundsicherung für Arbeitssuchende, Grundsicherung für nicht erwerbsfähige Menschen, Grusi im Alter, bei Leistungsverweigerung von Krankenkassen oder anderen Kostenträgern, die trotz Urteil für den Kläger oft genug trotzdem ignoriert werden und die Leute kein Geld oder Behandlung/Therapie /Reha bekommen. Hier muss man dann noch ewig hinterherrennen - und ggf erneut klagen - damit man sein Recht bekommt. Und das ist weit entfernt davon, bis zum ECHR zu kommen. Menschenrechte sind ein komplexes Betätigungsfeld, hier kommt man schwer als Hobby-Redner weiter als bis zur Tätigkeit als Sitzstreikender oder ähnliches...

Nachtrag: Das Ziel der deutschen Behörden kann man zusammenfassend etwa so formulieren: Selbst wenn wir im Unrecht sind, wir warten einfach, bis der Hilfesuchende aufgegeben hat oder gestorben ist. Und leider, es funktioniert. Die Kosten durch die Rechtsstreitigkeiten sind oft höher als das, was man dem Hilfesuchenden verweigert hat.

Heuer bei einer Stiftung mit diesem Thema an. Hilft natürlich enorm, wenn du irgendwas kannst, das diese Stiftung wirklich braucht.

Das kann man schon als selbstständigen Beruf ausüben und z.B. Geld dafür nehmen das du irgendwo reden hältst. Ob man davon allerdings wirklich leben kann, ist eher unwahrscheinlich.

Ich kenne einen Anwalt, der sich auf das Gebiet Menschenrecht spezialisierte, vielleicht ist das was für dich, weil das ist das ja also Fachanwalt für Menschenrecht.

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