Wird die IP-Adresse durch richterlichen Beschluss angefragt bei Datenklau?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein. Wenn man die IP erst anfragen muss, dann hat man ja schon den Beweis oder Indizien, wer der Täter war.

Wie meinst du das?

@Mannitheman

Naja, wie stellt man sich das vor? Beim Provider geht die Anfrage nach einer IP ein: "Wir hätten gerne die IP von.." Dann müsste man ja da schon wissen, wen man sucht^^
Normalerweise hat man die IP bereits , sowie einen Zeitpunkt. Damit geht man dann zum Provider und holt sich dazu den zugehörigen Anschlussbesitzer.

@ZaoDaDong

Geht das nicht auch "Hallo wir hätten gerne die IP von der Handynummer, E-Mail Adresse..." und dann weiß man wer es war?

Die bekommt von den Bestandsdaten (Vorratsdatenspeicherung?) und dann muss man auf den richterlichen Beschluss warten, dass der Provider den Anschlussbesitzer nennt?

@Mannitheman

Ne, das geht nicht. Emailadressen haben keine feste IP. Die hat außerdem nicht der Netz-Provider, die müsste man vom Betreiber des Mailingdienstes anfordern. Wenn der nicht in DE sitzt, dann wird es schwierig. Handynummern haben auch keine feste IP. Über mobile Daten können sich mehrere Teilnehmer außerdem eine externe IP teilen, zu einem bestimmten Zeitpunkt X.

@ZaoDaDong

Und wenn man z. B. ein Handy hat, dass läuft über WLAN da habe ich doch auch eine IP-Adresse.

@Mannitheman

Ja, aber die kennt dein Handynetzprovider nicht. Und der Provider des Internetanschlusses, an dem das WLAN hängt, weiß nicht, welches Handy darüber online geht.

@ZaoDaDong

Und wie kommt man dann an die? Wenn ich jetzt ein Handy habe egal ob Vertrag oder Aufladekarte. Daheim dann in ein WLAN gehe, dann hat das Handy doch auch eine IP, ist das dann die Gleiche wie der WLAN Anschluss? Wie würde man aber dann an die kommen? Oder wenn man auf dem "Schwarzmarkt" eine Prepaidkarte gekauft hat, diese wurde vom Händler zugelassen auf irgendeinen Namen (ging ja früher so) dann wird die SIM in ein Handy gegeben und Internetflat gebucht aber auch über ein WLAN gegangen. Das muss doch auch ermittelt werden können? Bei Handyvertrag habe ich ja den Namen wer ihn abgeschlossen hat bzw. die Bankdaten, weiß nicht, ob man das auch so "fälschen" könnte bei Prepaid wäre das einfacher

@Mannitheman

Das Handy selbst hat eine lokale IP, die extern aber nicht relevant ist, sondern eben nur in dem lokalen Netzwerk. Wenn du ins Internet gehst, dann wird die IP benutzt, die der Router vom Internetprovider zugewiesen bekommen hat.
Die SiM Karte ist nur relevant, wenn du über das Mobilfunknetz gehst. Im WLAN ist das ganze egal. Da kannst du die Sim-karte ganz rausnehmen.

@ZaoDaDong

Und wie kommt man dann an die IP von dem "Festnetzanschluss?, hier weiß ich ja dann wer der Inhaber ist" diese muss ja auch irgendwie ermittelbar sein.

@Mannitheman

Im Falle von P2P Urheberrechtsverletzungen werden Anwaltskanzleien beauftragt, die dann selbst die betroffenen Dateien downloaden. Durch die Beschafffenheit des Protokolls kann man dann jede IP einsehen, die diese Datei gerade hoch- und runterläd.

Im Falle von Verbrechen, Onlinebetrug etc. kann man an die Hoster oder Betreiber der betroffenen Webseiten herangehen, und die IP z.b. eines bestimmten Nutzers erfragen. Eventuell auch hier mit richterlicher Verfügung. Dann kann man anschließend zum Netzprovider gehen und anhand der IP und bestimmten Zeitpunkt die Klardaten herausbekommen.
Das Hauptproblem ist aber, erstmal an eine IP heranzukommen. Auch, wenn der ISP lange Vorratsdaten vorhält, heißt das nicht, dass das auch z.b. ein Mailingdienst macht, oder ein Shopbetreiber usw.

@ZaoDaDong

irgendwie verwirrend. Wenn mir jetzt nur eine Handynummer vorliegt und der Anbieter ist Blau.de, dann kann man nicht bei Blau.de die IP-Adresse anfragen in Zusammenhang mit den Bestandsdaten? Wenn man jetzt z. B. über WhatsApp eine Beleidigung schreibt oder über Facebook (private Nachricht) dann muss erst dort angefragt werden, wie die IP war, dann kann man anhand der IP sehen welcher Provider dahinter steckt z. B. Telekom, dann wird dort angefragt welcher Anschluss dazu gehört.

Alleine mit einer Handynummer kann man dann nichts machen?

(Vorschriften bezüglich Anfrage jetzt mal außeracht gelassen, richterlicher Beschluss etc.)

@Mannitheman

Nur mit der Handynummer kommst du nicht an die IP. Damit kommst du eventuell an die Daten desjebigen, der die Nummer registriert hat. Handelt es sich um einen Prepaidtarif der eventuell sogar anonym aktiviert wurde, dann kann man da auch wenig machen.

@ZaoDaDong
anonym aktiviert wurde

Meinst du hier ohne Ausweisdokument?

Nur weil kein Schaden entstanden ist muss das nicht bedeuten, dass das nicht verfolgt wird.

Es kommt eben drauf an was du genau gemacht hast, Versuchter Betrug ist zB auch Strafbar...

Sofern es eine Ermittlung dazu gibt wird deine IP-Adresse sowie deine Anschrift ermittelt werden.

Nur wenn jemand Anzeige wegen dir erstattet hat. Wenn die Behörden dem tatsächlich nachgehen und dich ausfindig machen wollen, dann wird spätestens für den Provider ein richterlicher Beschluss angefordert, um deine personenbezogenen Daten herauszugeben.

Ich dachte das geht nur bei schwerwiegenden Fällen.

@Mannitheman

ich sagte ja, wenn die Behörden dich wirklich ausfindig machen wollen, dann können sie das auch.

@Knomle

Werden die Daten nicht nur auch eine Bestimmte Zeit gespeichert?

@Mannitheman

offiziell schon. Demnach kannst du dir vorstellen, dass sehr dringende Fälle bei der Polizei natürlich Vorrang haben ^^

@Knomle

Und inoffiziell kann es auch anders sein?

@Mannitheman

Was heißt hier "offiziell" schon? 10 Wochen MÜSSEN sie vom Provider gespeichert werden, das sind immerhin 2 1/2 Monate, wobei das nur den Provider betrifft. Webseiten können, falls gerechtfertigt, deine IP-Adresse theoretisch für immer speichern. Und 2 1/2 Monate ist das MUSS, nicht das KANN.

@IQMarodeBanane

Läuft jetzt schon fast 4 Monate und hatte mal Zwischenstand, dass es bald an die StA geht!?

@Mannitheman

Ich hab dir meine Antwort gegeben, bin mir nicht sicher was du nach deinem Kommentar nun erwartest

Kann passieren. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

kann passieren. Das BKA kann es dann rausgeben, wenn der Beschluss vorliegt.

Das BKA braucht selbst einen richterlichen Beschluss um personenbezogene Daten zu IP Adressen von Providern anzufordern. ^^

@Knomle

Den kann es ja dann geben. Ich sage ja, wenn der Beschluss vorliegt.

Was hat das Bundeskriminalamt damit zu tun?

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