Wir sind ein nicht eingetragner Verein und wurden gebeten auf einer Veranstaltung Kuchen zu verkaufen, wie sieht das rechtlich aus?

3 Antworten

Seid ihr ein Verein oder nicht? Zu einem Verein gehört eine Vereinssatzung, ein Vorstand etc. - Damit entsteht zunächst ein "nicht rechtsfähiger Verein". Durch die Eintragung in das Vereinsregister wird er dann rechtsfähig. Beides sind aber Vereine.

Die Gemeinnützigkeit ist wiederum eine andere Frage. Nicht jeder eingetragene und damit rechtsfähige Verein ist gemeinnützig.

Auf jeden Fall solltet ihr - falls ihr denn ein Verein seid - Euch beim Vereinsregister eintragen UND die Gemeinnützigkeit beantragen. Denn sonst habt ihr kein steuerliches Privileg.

Wenn ihr hingegen kein Verein seid und auch sonst keine andere Gesellschaftsform gewählt habt, seid Ihr de facto eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts ("GbR").

Eine GbR hat riesige Nachteile für Euch: Ihr haftet gesamtschuldnerisch für Euren Kuchenverkauf. Das bedeutet, dass nicht nur bei Schulden (die werdet ihr nicht haben), sondern bei Haftungsfällen (Lebensmittelvergiftung, jemand rutscht auf dem Kuchen aus etc.) JEDER EINZELNE von Euch mit seinem Privatvermögen haftet.

So oder so (egal ob nicht gemeinnütziger Verein, GbR oder halt Einzelperson) seid Ihr seid vollumfänglich steuerpflichtig. Und - da ihr ja nicht gemeinnützig handelt - müsst ihr ein Gewerbe anmelden. Wenn ihr das nicht tut, habt ihr aber trotzdem potentiell das Finanzamt an der Backe. Und die Gewerbeaufsicht. Eine Anmeldung eines Gewerbes "Kuchen backen und verkaufen" wird aber daran scheitern, dass ihr keine Backer seid...

Also tut Euch einen Gefallen und werdet ein gemeinnütziger, eingetragener Verein. Kuchenverkauf fällt dann unter "wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb" (er ist als solcher ja per se nicht gemeinnützig), aber der ist komplett steuerfrei wenn ihr unter einer Grenze von 35.000 € pro Jahr bleibt.

Hierzu auch http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/vereine-gemeinnuetzige-organisationen/270-verein-als-wirtschaftlicher-geschaeftsbetrieb

wir arbeiten aber ehrenamtlich und finanzieren und mit den Einnahmen selbst (also neue Zutaten, Werbung usw)

Wenn es dabei bleibt und Ihr keinen Gewinn anstrebt, also den Kuchen zum Selbstkostenpreis anbietet, dann ist das kein Gewerbe und OK. Wenn aber ein Gewinn (egal wofür) erzielt werden soll, dann habt Ihr (insbesondere der/die Vorsitzende) ein Problem, weil gewerbliches Kuchenbacken ein zulassungspflichtiges Handwerk ist (Bäcker oder Konditor) !

Nein das ist meiner Meinung nach alles in Ordnung, sind ja keine unmengen an Geld und wenn ihr ehrenamtlich arbeitet ist das soweit ich weiß sowieso in Ordnung. Wir haben von der Schule damals auch oft vorm Minipreis Waffeln verkauft und uns damit die Klassenfahrt finanziert

Nur weil man ehrenamtlich arbeitet, ist das noch lange nicht in Ordnung. Auch bei Vereinen muss ja zwischen Idealbetrieb und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb unterschieden werden und letzterer ist potentiell steuerpflichtig...

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