Wieviel wird bei einer KontoPfändung gepfändet bei 1 Unterhaltspflichtigen Person und 2000Euro Einkommen?

5 Antworten

Das P-Konto darf nur als Einzelkonto geführt werden. Jede Person darf nur ein P-Konto haben. Normale Girokonten darf man weiter beliebig viele haben. Habt ihr ein Gemeinschaftskonto, muss dieses in ein einzelnes Konto und dann in ein P-Konto umgewandelt werden. ( bzw. beide Schritte auf einmal )

Mit Unterhaltspflicht für einem Kind stehen einem der gesetzliche Mindestfreibetrag in Höhe von 1.073,88 € monatlich, plus 404,16 € wegen Unterhalt monatlich zu. Dazu kommt das Kindergeld in Höhe von 184 € . Hier wird das Kindergeld jedoch rückwirkend zum 1.01.2015 um 4 € erhöht. Die Auszahlung des erhöhten Betrag soll ab September 2015 laufen. Also dann 188 € plus die Nachzahlungen von jeweils 4 € ab Januar 2015 .

http://www.finanztip.de/kindergeld/   Man kann in einer Antwort/einem Kommentar immer nur einen Link einfügen. Daher später noch mehr Links.

Der normale monatliche Freibetrag wäre also 1.662,04 € . ( 1.073,88 € plus 404,16 € plus 184 € ) Ab Januar 2015/September 2015 188 € Kindergeld. Also somit 1.666,04 € Freibetrag. Mehr nicht. Das Kindergeld an sich und deren Nachzahlungen sind auch pfändungsfrei. Wenn du irgendwo höhere Freibeträge gelesen hast, dann beziehen diese sich meist auf eine direkte Lohnpfändung. Da wären dann zum Beispiel 1.079,99 € monatlicher Freibetrag.

Auch wenn noch keine Pfändung anliegt, darf jeder der ein Girokonto hat dieses in ein P-Konto umwandeln lassen. Das muss die Bank kostenfrei machen und darf nicht abgelehnt werden. ( 850k ZPO ) Die monatliche Kontoführungsgebühr darf sich nicht erhöhen, wenn man ein P-Konto hat. Auch die Pfändungsbearbeitung darf nichts kosten. Auch keine einmalige Gebühr. Kontoführungsgebühren an sich bleiben aber zulässig. Nur keine höheren.

Ein P-Konto ist die Fortführung des bisherigen Girokonto`s. Nur mit dem automatischen Pfändungsschutz. Das Girokonto bleibt grundsätzlich so bestehen, wie es ist. Das P-Konto ist kein eigenständiges Kontomodell. Die Bank muss das Girokonto innerhalb von 4 Banktagen ( Montag bis Freitag ) in eine P-Konto umgewandelt haben. Oft dauert dies aber nicht mal einen Tag.

Wenn man ein P-Konto aber keine Pfändung darauf hat, dann darf es keinerlei Einschränkungen geben. Weder beim Freibetrag noch sonstwo. Hat man ein P-Konto mit Pfändungen, darf einem die Bank den Dispo und die Kreditkarte kündigen. Aber nicht zu schnell, sondern immer Einzelfall bezogen und individuell. Alles andere muss gleich bleiben.

Die Bankkarte darf nicht gegen eine Servicekarte ausgetauscht werden. Online Banking muss bestehen bleiben. Man darf weiter an Geldautomat und Schalter Geld abheben. Geld innerhalb des Freibetrags muss sofort ausgezahlt werden. Nicht erst nach einer Prüffrist von Stunden oder einem Banktag.

Der Freibetrag von 1.073,88 € monatlich besteht automatisch. Alle anderen Beträge wegen Unterhalt und Kindergeld müssen beantragt und der Bank nachgewiesen werden. ich halte nichts davon solche P-Konto Bescheinigungen bei Rechtsanwälten zu beantragen. Diese kosten Geld ( ca. 30 € !? ) und sind unnötig. Die Freibeträge stehen einem auch so gesetzlich zu.

Sobald man also Kenntnis von einer Pfändung hat, ab zur Bank und beantragen, dass der Freibetrag wegen einem Kind zwecks Unterhalt und Kindergeld erhöht wird. Personalausweis, Geburtsurkunde vom Kind und aktuellen Kindergeld Bescheid der Familienkasse mitbringen.

Den erhöhten Freibetrag schriftlich geben lassen. Macht die Bank Zicken, geht man zum Amtsgericht und dort zur Vollstreckungsabteilung, auch Vollstreckungsgericht genannt. Die helfen kostenlos, sind genau für sowas da und stehen rechtlich über der Bank. Ganz wichtig - folgende Unterlagen zu Gericht mitnehmen:  Personalausweis, Geburtsurkunde vom Kind, Girokonto Vertrag, P-Konto Vertrag, Mietvertrag, aktuellen Kindergeld Bescheid, letzten 2 Lohnbescheide, aktuelle Kontoauszüge der letzten 6 Wochen.

Die Rechtspfleger ( keine Richter, geht da alles natürlich zu ) müssen sich von der Notlage und dem Anspruch auf die Freibeträge deutlich überzeugen können. Das geht nur mit vollständigen Nachweisen. Sonst können die nicht helfen.

Grundsätzlich gilt beim gepfändeten P-Konto:  Nur die notwendigen Zahlungen ( Lohn, Kindergeld usw. ) überweisen/einzahlen lassen. Ansonsten jegliche Einzahlungen/Überweisungen vermeiden! ( auch Einzahlungen auf das eigene Konto ) Denn JEDER Geldeingang mindert den Freibetrag!

Möchte euch, als Beispiel, ein Bekannter oder das Finanzamt 400 € erstatten, dann habt ihr nur noch einen Freibetrag von 1.266,04 € , wenn er es euch auf das gepfändete P-Konto zahlt. Also Gelderstattungen usw. auf ein anderes Konto zahlen oder in bar geben lassen, wenn Pfändungen bestehen. Den Freibetrag an sich dürft ihr nutzen im Sinne von Geldabhebungen oder Online Banking.

Erhält man Guthaben im September auf sein gepfändetes P-Konto, so muss dieses Guthaben spätestens am 31.10.2015 abgehoben/verbraucht werden, da es ab 1.11.2015 gepfändet werden darf.

Guthaben aus dem Freibetrag von September was noch nicht im September verbraucht worden ist, muss einmalig in den Folgemonat Oktober übertragen werden und steht dort zusätzlich zum Oktober Freibetrag zur Verfügung.  ( § 850k ZPO )

Der Oktober Freibetrag muss spätestens am 30.11.2015 verbraucht sein, sonst ist er oder der Rest davon weg. 

Wenn die Pfändung jetzt kommen sollte und man hat noch kein P-Konto, dann wird das Konto komplett gesperrt. ( nicht gelöscht )

Man muss dann innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der Pfändung bei der Bank das P-Konto beantragen. Dann hat man keinen Nachteil und es stehen einem alle Freibeträge zu, die man beantragt hat. Erst mit Aktivierung des P-Konto´s wird das Konto wieder frei gegeben.

Wenn man natürlich schon vorm Eingang der Pfändung ein P-Konto hat, dann wird nichts gesperrt. Ich kann nur hoffen das ihr euer Konto nicht bei einer Volksbank habt. Dann lernt ihr deren wahres Gesicht kennen! Volksbanken sind beim P-Konto die allerletzten Verbrecher! ( beschäftige mich seit 3,5 Jahren intensiv mit dem P-Konto ) Brechen Gesetze und verlangen hohe Gebühren ohne Rechtsgrundlage. Plus Willkür ohne Ende.

Grundsätzlich bin ich der Meinung ( entgegen vieler Verbraucherzentralen ) das auch ein P-Konto ( ist ja ein normales Girokonto ) von den Banken ohne Begründung gekündigt werden darf. Es muss aber eine 2 monatige Kündigungsfrist eingehalten werden. ( § 675h BGB )

Bei einem P-Konto ist erstmal nur der unpfändbare Grundbetrag geschützt von derzeit etwa 1070 Euro. Diesen kann man durch Vorlage einer Bescheinigung (z.B. der Familienkasse) um den unpfändbaren Mehrbetrag für Unterhaltspflichtige erhöhen lassen. Sollte dies immer noch nicht reichen, kann ein Antrag beim Vollstreckungsgericht gestellt werden, welches im Regelfall dann die unpfändbaren Beträge auf Pfändungstabellenniveau anhebt. Ansonsten gilt aber die Regel, dass die Tabelle nur bei Einkommenspfändungen (beim Arbeitgeber direkt) Anwendung findet.

Muss ich mich da dann im Falle des Falles mit dem Amtsgericht inuVerbindung setzen damit anhand der Tabelle gepfändet wird?

Der Antrag wird dort gestellt, ja. Am besten zur Rechtsantragstelle beim Amtsgericht.

ok und gibt es auch ein Risiko dass das Amtsgericht den Antrag dann ablehnt? am liebsten wäre mir natürlich wenn ich mich mit dem gläubiger einigen könnte.. ich zahle bereits an andere gläubiger raten von gesamt 200Euro und nun bekam ich einen Brief vom letzten gläubiger dass er ca 245Euro pfänden könnte und mir eine Ratenzahlung von 260Euro anbietet. 460Euro pro Monat kann ich mir beim besten willen nicht leisten

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Antrag nicht zurückgewiesen. Die liegen hier vor. Die Rechtsantragstelle kann dir dabei auch weiterhelfen, die machen das je nach Größe des Gerichtsbezirks regelmäßig. Nimm auf jeden Fall Nachweise wie Einkommensnachweise etc mit.

ok vielen dank. jetzt bin ich etwas beruhigt!

Ja das ist auf jeden Fall von Vorteil ,das ihr euer Konto ,bzw. das deines Mannes in ein P- Konto umwandelt,sollte es ein Gemeinschaftskonto sein ,muss dein Mann dich dann rausnehmen ,so das es nur auf seinen Namen läuft.Ein P- Konto ist nur immer für eine Einzelperson gedacht ,und auch nur ein solches Konto ist möglich.Der Freibetrag für eine Person liegt bei 1073 abgerundet plus 400 € für die Zweite Person ,in dem Fall für dich.So das der Freibedarf auf nahe 1500 € sich beläuft.

Alles was drauf ist auf dem Konto und so hoch wie der Pfändungstitel ist. Solange kein P-konto besteht.

Erst mit einem P-konto greift der Selbsterhalt.

Viel zu ungenau und überhaupt nicht hilfreich!

Wenn du kein P-Konto führst, alles, beim P-Konto bleibt der Pfändungsfreibetrag einen Monat zur Verfügung.


Absolut ungenau und nicht hilfreich!

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