wieviel Unterhalt muß ich an meinen 18 jährigen Sohn bezahlen, wenn er auszieht

3 Antworten

Wenn das Kind 18 ist und immer noch in einer Erst-Ausbildung steckt und diese zügig absolviert, hat es weiterhin Anspruch auf Kindes-Unterhalt.

Ab 18 hat das Kind einen Anspruch auf Bar-Unterhalt: Es kann sich also eine eigene Bude nehmen und muss sich nicht mehr mit Kost und Logis zu Hause abspeisen lassen.

Man kann ein Kind aber auch schon vorher rausschmeißen, wenn es einem auf den Wecker geht (denn man hat ja das Aufenthalts-Bestimmungs-Recht!). Dann ist aber auch schon vorher Bar-Unterhalt fällig!

Die Höhe des Unterhalts-Anspruchs bestimmt sich meist nach der Düsseldorfer Tabelle (googeln). Bis zu dieser Höhe müssen beide Elternteile leisten - jeder je nach Leistungs-Fähigkeit.

Jeder halt also seine Freibeträge bzw. seinen Selbstbehalt Der liegt meist irgendwo zwischen 1.000,- und 1.400,- Euro im Monat (siehe Düsseldorfer Tabelle) - verdient man weniger und hat kaum Vermögen, ist man ein Mangelfall, man muss also gar nicht oder nicht voll leisten.

Dazu gibt es noch Absetzbeträge. Es kann also passieren, dass du keinen Cent mehr an Unterhalt berappen musst - der Kindsvater aber entsprechend mehr -, wenn du verarmst.

Schwierig kann es werden, wenn du ein Kind schon rausschmeißt, bevor es 18 ist. Möglich ist das, warum auch nicht. Aber da würde ich vorher beim Jugendamt nachfragen, wie die mir helfen können - denn dazu sind die ja da!

Gruß aus Berlin, Gerd

Selbstbehalt ab 01/2015 1300 Euro

Die Höhe des möglichen Unterhaltes ist davon abhängig, ob der Sohn dann noch als "privilegiertes" volljähriges Kind zählt oder nicht - denn dadurch bestimmt sich der "Selbstbehalt" der Elternteile gegenüber dem Sohn.

  • Wäre er noch "privilegiert" (geht noch zur Schule + wohnt noch bei einem Elternteil oder könnte es + ist unter 21) haben die Eltern dann jeweils einen Selbstbehalt von 1080 Euro (ab Januar 2015).
    Der "unterhaltsrechtliche Bedarf" des Sohnes würde sich dann anhand der Summe der Einkommen beider Eltern errechnen (s. "Düsseldorfer Tabelle").
    Auf diesen würde das Kindergeld in voller Höhe angerechnet - daraus ergäbe sich sein Unterhaltsanspruch an die Eltern.
    (Jeder Elternteil müsste dann anteilig entsprechend seines eigenen Einkommens zahlen.) .

  • Wenn der Sohn dann nicht mehr privilegiert wäre (Schule beendet oder zieht aus....), so steigt der Selbstbehalt der Eltern dann auf je 1300 Euro (ab Januar 2015).
    Sein Bedarf entspräche dann dem BAföG-Satz (derzeit 670 Euro), abzüglich des Kindergeldes hätte er dann noch einen Unterhaltsanspruch von insgesamt 486 Euro.
    Würde er sich in einer Ausbildung befinden, würde sein Ausbildungsgeld ebenfalls angerechnet (ggf. abzüglich eines Freibetrages von 90 Euro, abhängig vom Bundesland...).

Vermutlich wärst Du bei Deinem Einkommen nicht leistungsfähig gegenüber dem Sohn, müsstest ihm also keinen Unterhalt gewähren.

Sein Vater müsste Deinen Anteil aber nicht übernehmen, sondern nur entsprechend seines eigenen Einkommens zahlen: wenn er jetzt den Mindestunterhalt zahlt (426 - 92 = 334 Euro), wären das ab Volljährigkeit des Sohnes dann maximal 304 Euro (488 - 184), je nach Selbstbehalt aber auch weniger...

Wären die Eltern nicht ausreichend "leistungsfähig" , könnte der Sohn als Schüler ggf. "Schüler-BAföG" beantragen, als Auszubildender BAB.

Lass Dich am besten mal im Jugendamt beraten.

Was möchtest Du wissen?