Wieso halten sich so wenige Radfahrer an die StVO?

25 Antworten

Bin deiner Meinung. Ich kenne beide Seiten. Fahre selber gerne Fahrrad und auch Auto und Moped. Also kann ich von allem ein Lied singen.

jedenfalls hast du recht mit den Aussagen, dass bei rot über den Bürgersteig gefahren wird oder rechts vor links für viele ein Fremdwort ist.

leider wird auch bei uns diesbezüglich zu wenig kontrolliert. Allerdings habe ich letzte Woche auch erst 10 Euro bezahlt, weil ich auf dem Gehweg mit dem Rad gefahren bin (die Einbahnstraße war nicht für Radfahrer beidseitig freigegeben und da bin ich auf dem Gehweg gefahren, um abzukürzen). Passiert, aber das ist in meinen Augen eine Lappalie. Auch das „Geisterradeln“, also entgegen der Fahrtrichtung auch dem Radweg fahren, ist saugefährlich und sollte mehr kontrolliert werden.

ich kann es auch nur allen Radlern sagen: haltet euch an die Regeln, auch was die richtige Beleuchtung angeht: ihr habt keinen Airbag, keine knautschzone, keinen Gurtstraffer oder sonstiges. Ihr liegt mit ganzem Körpereinsatz auf der Straße. Wenn es auch das wert ist, dann macht da, aber ohne dabei andere zu beteiligen!

Sie wollen bequem zum Ziel kommen. Auf dem linken Fußweg zum Discounter und ähnliches.

Ich fahre auch demonstrativ mitten auf der Fahrbahn, mit vorheriger Armanzeige für den Richtungswechsel, wenn ein Auto auf dem Fahrradstreifen parkt.

Was mich an Autofahrern stört, ist der Missbrauch der Warnblinkanlage zum Falschhalten und Falschparken. Die STVO sagt, dass sie nur bei Gefährdung angemacht werden darf, nicht bei Behinderung.

Ich habe da eine Theorie: "Früher", d.h. vor ein paar Jahrzehnten fielen Radfahrer eigentlich nur auf, indem sie ohne Licht auf der Straße rumfuhren (was bei den damaligen Lichtanlagen häufig vorkam, weil die ständig im Eimer waren.

Dann setzte sich die Idee durch, daß Radfahrer möglichst auf Radwegen fahren sollten; leider reichen weder der Wille, der Platz noch das Geld für echte Radwege aus und es wurden massenhaft sog. "Radwege" auf GEHwegen gebaut. Wo noch Platz für ein schmales Streifchen war, wurde ein blaues Schild drangenagelt und fertig waren wieder 500 m "Radweg" für das gegenseitige Schulterklopfen für die Zeitung und die Statistik.

Reichte der Platz nur auf einer Seite, wurde die schmale Konstruktion halt in beide Richtungen mit blauen Schildern versehen.

Was passierte: Die Radfahrer "verschwanden" von der Fahrbahn, d.h. die Autofahrer waren es irgendwann nicht mehr gewöhnt, mit Radfahrern auf der Fahrbahn umzugehen und natürlich ist es lästig, wenn man mal für 10 Sekunden wegen Gegenverkehrs mit 20 km/h hinter einem Radfahrer fahren muß und die "verlorenen" 5 Sekunden dann später nicht gemütlich an der roten Ampel stehen darf... Ergebnis: Radfahrer auf der Fahrbahn werden illegal angehupt, eng überholt, angeschrien usw. Ergebnis: Ein "IrgendwieDurchschlager" mehr...

Die Radfahrer gewöhnen sich an völlig abstruse, enge Verkehrtführungen und entwöhnen sich vom normalen Fahrbahnradeln und schlagen sich dann halt auch ohne blaues Schild irgendwo irgendwie durch.

Damit gehen sie den Fußgängern auf die Nerven; sitzen diese später im Auto und laufen auf einen Radfahrer auf, steigt dann der Blutdruck und s. oben.

Und nein, niemand hat das "Recht" gegen die StVO zu handeln...

Lösung: Schwierig, Das Kind sitzt tief im Brunnen; ich könnte mir höchstens eine Mischung auf Aufklärung (GEHwegradeln ist saugefährlich, Radfahrer müssen auf der Fahrbahn fahren und dürfen nicht drangelisiert werden) und konsequenter Ahndung von Fehlverhaltens.

Aber ein Eindruck ist falsch: Die Quote von Fehlverhaltens ist bei Auto- und Radfahrern gleich; die einen parken falsch und fahren zu schnell, beide fahren sehr gerne bei Rot und die anderen fahren auf GEHwegen oder ohne Licht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Würden sich Radfahrer an die StVO, beispielsweise bei der Vorfahrtsregelungen halten, würde kein Radfahrer jemals das Erwachsenenalter erreichen, denn nicht wenige (nicht alle) Autofahrer ignorieren die Rechte der Radfahrer häufig, da sie aus Erfahrung wissen, daß im Zweifel der Schwächere (ohne Karosserie-Panzer) nachgibt. Übrigens so eine Frage kann nur jmd stellen, der selten oder nie Fahrrad fährt und deshalb über keine "Kriegserfahrung" im Straßenverkehr verfügt. Daher mein Tipp : einfach mal eine Woche mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen und sich getreu an die StVO halten. Nicht vergessen zudem eine hochdotierte Berufsunfähigkeits-Versicherung abzuschließen. Viel Glück!

Ich bin im alter von 10-18 Jahren mit dem Fahrrad gefahren. Ich hatte nicht so schlechte Erfahrungen mit Autofahrern als jetziger Autofahrerin mit Fahrradfahrer.

Und falsch, die Fahrradfahrer denken ja meisten, weil sie die schwächeren sind müsse sie nicht schauen weil eh der stärkere also der Autofahrer schuld wäre.

@User111811

Ich war mal 2 Jahre Fahrrad Kurierfahre in einer deutschen Großstadt, du kannst mir glauben danach hatte ich genug. In Spanien übrigens ist das Radfahrern deutlich entspannter, weil die Unfallverursacher-Strafen viel diakonischer sind als hierzulande.

TL;DR

Niemand hält sich gerne an die Regeln im Strassenverkehr. Das sind nicht nur die Radfahrer.

Ich denke, daß es bei Radfahrern ein ´psychologisches´ Element gibt, weil sie sich durch Muskelkraft bewegen und das Gefühl haben benachteiligt zu sein. Die Bewegung, die man durch eigene Anstrengung aufgebaut hat, will man nicht einfach "verschenken". Für die gefühlte Benachteiligung nehmen sie sich dann Sonderrechte heraus.

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